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Kultur
25.08.2020
26.08.2020 08:41 Uhr

Commedia Adebar: Pausenlos auf der Bühne

Bei der Commedia Adebar sind die Proben fest im Gange - Regisseurin Barbara Schlumpf (r.) schaut aufmerksam zu und gibt den Schauspielenden Anweisungen.
Die Commedia Adebar zeigt im Herbst ihr neues Stück «Tuusig Dummheite». Linth24 besuchte eine Probe unter der Regie von Barbara Schlumpf.

Seit 1992 hat die Commedia Adebar mit dem Konzept gearbeitet, in bestehende Hallen und in Landschaften Theaterprojekte masszuschneidern. Mit der 24. Produktion «Tuusig Dummheite» wird in den Escherhof in Uznach neues Leben eingehaucht.

  • Mit «Tuusig Dummheiten» wird der alte Escherhof in Uznach zur Theaterbühne.
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  • Von aussen sieht der Escherhof verlassen aus - doch innen sind 15 Schauspielerinnen und Schauspieler Feuer und Flamme für die Proben.
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  • Am Eingang wird die Theaterbeiz stehen, wo die Gäste an einem langen, gemeinsamen Tisch sitzen, lachen und anstossen können.
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In Corona-Zeiten ist Kreativität gefragt

Bereits ein Jahr im Voraus begannen die Teambildungen, um die Schauspieler zu einer kleinen Theater-Familie zusammenzuschweissen, was auch Früchte trug.

Trotz der Corona-Pandemie wusste die Commedia Adebar, dass sie das Stück durchziehen werden und tat dies auch mit viel Kreativität. So wurde zuhause über Online-Video geprobt und besprochen und Kartonfigürchen der eigenen Figur erstellt, um so die eigene Figur zum Leben zu erwecken und sich ein besseres Bild davon machen zu können.

Die Schauspieler und Schauspielerinnen haben ihre Figur und das Kostüm selbst erarbeitet, in Form von Kartonfigürchen.

Ablauf der Probe im Escherhof

Bei der Probe im Escherhof trudeln die Schauspielerinnen und Schauspieler fröhlich ein, einige pfeifen, andere schwatzen und zur Begrüssung wird sich die Faust gegeben. Beim Beginn wird ohne langes Herumflackern gestartet. Barbara Schlumpf gibt eine klare Anweisung, wo gestartet wird und es geht sofort los. Sie liest aufmerksam im Text mit, beobachtet zugleich ihre Spieler/innen, gibt Anweisung wo die Blicke hinsollen und hilft bei Texthängern sofort aus.

Eine respektvolle Gemeinschaft

Die Spieler werden das ganze Stück durch auf der Bühne in ihrer Rolle sein, was sehr streng sein kann. «Man geht nicht von der Bühne und kommt dann wieder, sondern man ist 80 Minuten die Figur. Das ist toll», sagt Geri Rüegg – im Stück spielt er den Schüler Sergio – strahlend.

An manchen Stellen will Barbara Schlumpf spontan etwas ändern. Einige Anpassungen werden direkt übernommen. Die Spielerinnen und Spieler melden sich aber auch, wenn ihnen diese Änderung eher ungut erscheint und so zeigt sich die gute Kommunikation zwischen Regie und Spieler zum Vorschein – eine Gemeinschaft, die einander respektiert.

13 Vorstellungen

Die 15 Schauspielerinnen und Schauspieler spielen das Stück ganze 13 Mal. Am 11. September 2020 ist die Premiere, welche aber schon ausverkauft ist. Für 11 andere Vorstellungen gibt es noch Tickets unter www.commediaadebar.ch. Die Vorstellungen werden mit COVID Massnahmen durchgeführt, so dass für das Wohl des Zuschauers gesorgt ist. 

  • Beim Proben tragen die Schauspielenden corona-bedingt eine Maske.
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  • Präsidentin Mariuschla Hürlimann (r.) und Regisseurin Barbara Schlumpf sind mit dem Probenstand sichtlich zufrieden. (Bild: Hans-Ulrich Blöchliger)
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  • Die Kostüme wurden von Yvonne Forster (r.) entworfen. Jede Figur bekommt dabei ihr eigenes Muster auf den Körper geschnitten. (Bild: Hans-Ulrich Blöchliger)
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  • Alle Requisiten kommen entweder aus der Schulturnhalle...
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  • ...oder sind aus Stoff, wie das Brennnesselnfeld...
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  • ...oder der multifunktionale Eimer/das Lagerfeuer.
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  • Zu Beginn der Probe gibt Barbara Schlumpf (m.) klare Anweisungen, was geprobt wird und wo gestartet wird.
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  • Die Schauspielenden springen sofort in die Szene und es geht direkt los.
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  • Wo kommt dieser neue Schüler mit Huf und Hörner nur her?
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  • Die Schülerinnen und Schüler sitzen auf der Schulbank: (v.l.n.r) Susan (Claudia Rickenmann), Klara (Müsch Hürlimann), Flora (Tammy Müller), Dani Goth (Bruno Pfyl), Emma (Vreni Bürgi), Roger (Andi Widmer), Leo (Dani Emmenegger), Berta (Marta Reichlin) und Rosi (Marianne Lehmann).
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  • Leo (l.) Sergio (aussen r.) und Bruno (innen r.) sind erstaunt - Luzi (Bruno Steiner) kann mit den Fingern Feuer zwicken. (Bild: Hans-Ulrich Blöchliger)
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  • Der Lehrerin (Prisca Rigassi) stiehlt Luzi die Zigaretten, um sein Feuer Zwacken zu zeigen.
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  • Die Figur Antonia (Barbara Fischer) ist nicht anwesend und Barbara Schlumpf übernimmt ihren Text.
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  • Es wird auf verschiedenen Stufen im Escherhof gespielt. So stehen Roger (l.) und Lisa (Nadine Glaus) auf einer erhöhten Plattform Wache, doch Luzi (r.) erwischt sie.
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  • Die Lehrerin muss beim Spiel «Himmel und Hölle» in den Himmel springen, während sie musikalisch von Marta Reichlin mit dem Handörgeli begelitet wird.
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  • «Der Himmel sollte aber nicht das Ziel sein», meint Luzi.
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  • Die Turnelemente werden selbstverständlich auch genutzt - es wird geschaukelt und geklettert.
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  • Barbara Schlumpf schaut aufmerksam zu und gibt Hinweise und hilft bei Texthängern sofort aus.
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  • Die Figuren wollen bis zur Hölle runtergraben - was ist dort unten?
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  • Einige Figuren klettern runter, andere Figuren stehen Wache.
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  • Sie sind ganz nah an der Hölle dran - wer hört oder riecht etwas?
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Interview mit Regisseurin Barbara Schlumpf

 

Linth24: Was macht Ihrer Meinung nach die Commedia Adebar einzigartig?

Barbara Schlumpf: Wir haben eine grosse Freiheit und die Möglichkeit, mit unseren eigenen Haltungen, Entscheidungen und mit allen, die dabei sind, etwas zu kreieren, was uns entspricht. Mit einfachen Mitteln aus dem Alltag ausbrechen und wirklich Theater machen mit uns selber, ist sehr schön.

Was können Sie über die Dynamik des diesjährigen Ensembles sagen?

Das Ensemble war von Anfang an da. Sie haben alle zugesagt, dass sie das Stück machen wollen, ohne zu wissen, was das Stück, ihre Rolle oder die Grösse der Rolle sein wird. Sie machen mit, weil sie wussten, sie wollen in einem Ensemble spielen und sie sind bereit für diesen aufwendigen Weg. Wir sind eine grosse Theaterfamilie, sensibilisiert auf unsere Persönlichkeiten und haben alle unseren Platz gefunden.

Was gefiel Ihnen an der originalen Geschichte, dass Sie sich entschieden, es in ein Theaterstück zu verwandeln?

Wir sind vom Thema List (Gerissenheit) ausgegangen, das ist ein witziges Theater-Thema und wird in vielen Komödien als dramatisches Mittel gebraucht. Diese Geschichte mit diesen 1000 Dummheiten ist eine sehr listige Geschichte. Luzi ist ein Brandstifter, der uns zu Dummheiten anstiftet. Es ist nicht eine Kindergeschichte, aber man kann das Kind in sich hervorholen. Man kann die Geschichte als Metapher nehmen, um ein neues Muster an sich zu entdecken und eine Erweiterung in der eigenen Figur zu machen. Dieser Witz und diese List, dass man so, durch diese Dummheiten, zu Veränderungen im Leben kommt hat mich sehr interessiert.

Was erhoffen Sie sich dem Publikum mitzugeben?

Einen heiteren Abend, aber auch eine Lust, sich anzünden zu lassen und zu fragen: Was sind denn meine Dummheiten, was kann ich mit diesen machen, wie kann ich umfallen und wieder aufstehen. Eine Lust, über das eigene Leben nachzudenken, aber auf eine witzige, alltagsphilosophische Art.

Vielen Dank Barbara Schlumpf für das Interview.

«Tuusig Dummheite»

11. September – 2. Oktober
Escherhof Uznach
Theaterbeiz: offen ab 18:30 Uhr
Spielbeginn: 20:30 Uhr

www.commediaadebar.ch

Linda Barberi, Linth24