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Eishockey
18.08.2020
18.08.2020 14:00 Uhr

Atemnot auf dem Eis: So geht es beim SCRJ weiter

Auf der Bank mussten die Spieler die Maske anziehen, auf dem Eis konnte sie unters Kinn gezogen werden.
Der Masken-Wahnsinn hält die Schweiz in Atem - sogar auf dem Eis. Nicht zuletzt ist auch für den SCRJ zu hoffen, dass bei Clubs und Verband der gesunde Menschenverstand regiert.

Eishockey. Ein harter Sport für harte Kerle (und Frauen). Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und vor allem brauchen die Spieler einen langen Schnauf, um den Gegner zu bezwingen. Am letzten Donnerstag gab es nun den Versuch, mit Maske zu spielen, der den Profis buchstäblich den Atem verschlug. 

Es spricht für den SCRJ und seine Fürsorge für die Mannschaft, dass er sich auf den vom ZSC initiierten Vorschlag, das erste Drittel mit Masken zu bestreiten, einliess. Auf der Bank über Mund und Nase gestülpt, auf dem Eis die Maske unter Mund und Nase gezogen. Nicht überraschend kam das bei den Spielern nicht besonders gut an. ZSC-Spieler Marco Pedretti auf sport.ch: «Ich glaube, diese Idee wird wieder aufgegeben.»

Schweres Atem durch nasse Maske

Den direkten Draht zum Team und dessen Meinungen hat SCRJ-Sportchef Yanick Steinmann. «Die Spieler haben grundsätzlich keine Vorbehalte gegen das Maskentragen. Das Hauptproblem ist, dass die Maske durch starkes Schwitzen und feuchte Atemluft schnell nass wird und das Atmen schwerfällt. Der Schutz unserer Spieler ist auch vom Verhalten der anderen Mannschaften abhängig. Die ganze Liga setzt Schutzkonzepte um. Eine totale Quarantäne bzw. Abschottung der Spieler wie beispielsweise bei den NHL-Clubs, ist für uns wirtschaftlich einfach nicht machbar. Wir wollen unsere Mannschaft auch nicht von ihren Familien und ihrem Umfeld trennen.» 

Der Medienchef des SCRJ, René Schmid, teilt auf Anfrage von Linth24 mit, dass Clubs und Verband jede Möglichkeit in Betracht ziehen würden, um die Ansteckungsgefahr für alle Beteiligten möglichst gering zu halten. Die Masken hätten diesen Härtetest nicht bestanden, nun sei man in der Diskussion mit den Helm-Fabrikanten um andere, bessere Lösungen zu finden.

Kommentar

Dieses SCRJ-Testspiel führt zu einer Grundsatzfrage: Ist das Tragen einer Maske im Spiel überhaupt sinnvoll? Sind durchtrainierte Spitzensportler mit einer engen medizinischen und ganzheitlichen Betreuung, die auch Ernährungsberatung, Massage, Physiotherapie und Mentales umfasst, überhaupt eine Risikogruppe, die das Maskentragen während dem Spiel nötig machen? Behindert die theoretische Vernunft das praktische Vorgehen zum Schaden des Sports?

Die ganze Diskussion um «Maskentragen Ja oder Nein» blendet wichtige Fakten und Zahlen aus, die belegen, dass die Gefahr und Mortalität von Covid-19-Viren bei weitem nicht die Tragweite bisher bekannter Epidemien hat. Man muss nur mal die jährlichen Grippezahlen und deren Sterblichkeitsrate mit COVID-19 vergleichen: Bei Corona sind beide sind tiefer als die saisonale Grippe anderer Jahre.

Und was auch für den SCRJ gilt: Nicht nur die Leistung, auch das Immunsystem durchtrainierter Sportler bewegt sich auf einem völlig anderen, höheren Niveau als beim Durchschnitts-Bürger.

Markus Arnitz, freier Mitarbeiter Linth24