Rapperswil-Jona
25.06.2019
26.06.2019 09:32 Uhr

BILDER UND ZITATE VOM HOHEN BESUCH

Prof. Dr. Markus Friedl erklärt Bundesrätin Simonetta Sommaruga Teile der Power-to-Gas Anlage.
Bundesrätin Simonetta Sommaruga kam an die HSR im Rahmen des Sommeranlasses des Wirtschaftsverbands swisscleantech. Ein paar Beobachtungen.

Seit Anfang Jahr ist die Sozialdemokratin Simonetta Sommaruga Chefin des Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Sie übernahm das Departement von Bundesrätin Doris Leuthard und damit eine Herkulesaufgabe.

Ihr Besuch am Montag führte sie nach Rapperswil-Jona in die Brutkammer für neue Energie. «Brutkammer» nicht wegen der draussen herrschenden Hitze, sondern wegen der Fachkompetenz in der HSR, der Hochschule, welche im Energiebereich schweizweit führend ist.

In einem unschreinbaren Container zwischen Lakers-Arena und Bahngleis wird an der Energiezukunft gebaut.

Empfangen wurde sie dabei von ihrer Parteikollegin Heidi Hanselmann. Diese ist seit einer Woche Regierungspräsidentin des Kantons St.Gallen. Als Gesundheitsdirektorin hat sie zwar vom Sachthema Energie wenig Ahnung, aber es gibt unangenehmere Aufgaben als eine Bundesrätin zu empfangen.

Die beiden Frauen besuchten einen unscheinbaren Container zwischen der Lakers Halle und dem Bahngeleise. «Power to Gas» wird in diesem Container produziert. Das bedeutet: Es wird hier eine Methode entwickelt, mit der zum Beispiel Sonnenergie in später nutzbares Methan-Gas verwandelt werden kann. Die während des Tages anfallende Energie soll so quasi in einer Art Batterie für spätere Energieverwendung aufgehoben werden. Mehr Infos hier: https://www.iet.hsr.ch/Power-to-Gas.12526.0.html

Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann: «Auch ich fahre ein CNG Auto und bin sehr zufrieden.»

Heidi Hanselmann sagte dazu: «Ich fahre selber ein CNG Auto und bin sehr zufrieden». Simonetta Sommaruga lachte wacker mit, hielt sich aber ansonsten mit ähnlichen Fachkommentaren zurück. Sie liess sich lieber die Anlage von Professor Dr. Markus Friedl erklären.

Sommaruga: «Diese Anlage ist beeindruckend, aber auch anspruchsvoll.»

Angekommen in der HSR eröffnete die Bundesrätin ihre Rede mit: «Power to Gas. Beeindruckend aber nicht trivial. Wir brauchen Menschen und Projekte, die der Zeit voraus sind. Die gibt es hier.»

Bundesrätin Simonetta Sommaruga hielt an der HSR eine Grundsatzrede.

Die Erwartungen an ihre Rede waren im Vorfeld nicht gross: Erstens weil sie als Departements-Chefin frisch im Amt ist und zweitens weil zurzeit die heisse Debatte um das CO2 Gesetzt im Ständerat läuft. Da will sie nicht unnötig Öl ins Feuer giessen.

Die Veranstalter hatten deshalb im Vorfeld wörtlich geschrieben: «Was Klima- und Energiepolitik betrifft, soll ihr Referat offenbar keine grösseren Neuigkeiten enthalten. Neu ist hingegen, dass sie es erstmals öffentlich tut, was in der aktuellen Diskussion von Interesse ist.»

««Die Zeit ist reif für die Sonnenenergie. Das Potential ist enorm. Wenn wir auf allen Dächern Panels montieren würden, könnten wir doppelt so viel Strom produzieren, wie alle AKW s zusammen.» »
Simonetta Sommaruga während der Grundsatzrede.

So kam es dann auch raus – oder fast. Mit ein paar Sätzen machte sie der Cleantech-Industrie Mut:

  • «Die Zukunft gehört den alternativen Energien» 
  • «Heute schicken wir Milliarden in die Ölstaaten. Die Alternativ-Energie schafft dagegen Arbeitsplätze in der Schweiz.» 
  • «Im Ständerat haben viele erkannt, was eine Abkehr vom Öl bringt.»

oder «Ich finde Elektroautos gut, meine damit aber nicht unbedingt das E-Rennen in Bern. Sie dürfen zu dieser Aussage ruhig applaudieren».

Fullhouse an der HSR beim 10 Jahres Jubilum von Swisscleantech.

Den Applaus für dieses Scherzchen war dann nicht gross, aber der Schlussapplaus für ihre ermutigenden Worte dafür intensiv und lang anhaltend.

Während ihrer Rede konnten Teilnehmer Fragen stellen, welche die Bundesrätin aber nicht sah und die Lacher aus dem Publikum irritierten sie.

Leicht überfordert – verständlicherweise – wirkte die Bundesrätin nur einmal. Noch während sie Fragen aus dem Publikum beantwortete, konnten Zuschauer via Handy Fragen an die Bundesrätin stellen. Diese wurden hinter der Bundesrätin an die Wand projiziert. Einige der Fragen produzierten Lacher und Frau Sommaruga konnte sich diese lange Zeit nicht erklären.

Auch für ein Selfie mit einem Fan reicht die Zeit.

Aber schliesslich löste sich auch das in Minne auf. Und die Handys erhielten einen anderen Zweck: Nun wurden Selfies gemacht und die Bundesrätin bewegte sich im Star-Modus.  

Bundesrätin Sommaruga im Fokus der Videojournalisten.

Nach einer kurzen und intensiven Fragerunde durch Lokaljournalisten - natürlich ohne weitere News - war auch dieser energiereiche Tag für die Bundesrätin abgeschlossen; und Rapperswil-Jona, insbesondere die HSR, um einen Promi-Besuch reicher.

Mario Aldrovandi