Home Gemeinden In-/Ausland Sport Magazin Agenda
Gemeinden
12.04.2019

CHANDIRAMANIS BÖRSENWOCHE NR 15

Der Finanzanalyst Christopher Chandiramani aus Jona legt für Linth24 jeweils zum Wochen-Ende seine Erkenntnisse dar. Sie sind geprägt von einer jahrzehntelangen Erfahrung.

Nachdem 2018 die Entwicklung der Aktienbörse negativ war, vor allem zum Jahresende, hat sich das Blatt im laufenden Jahr wieder gewendet. Bis Mitte April stiegen die Aktienkurse wiederum um rund 13 Prozent (Schweizer SMI-Index). Die Probleme und Störfaktoren bleiben aber die alten, namentlich der «Brexit» (Austritt Grossbritanniens aus der EU), der zum x-ten Mal hinausgeschoben wurde. Diesmal gewährt die EU eine Frist bis Ende Oktober 2019. Gleichzeitig lässt auch US-Präsident Trump immer wieder seine Muskeln spielen bezüglich Welthandel (Zölle). Auch die Wirtschaftsdynamik dürfte sich leicht abschwächen, die Ökonomen haben ihre Wirtschaftsprognosen reduziert.

Fallende Zinsen haben aber die Wachstumsängste überkompensiert. Die Tiefzinspolitik der Notenbanken hat aber noch andere Gründe. Die EU hat nach wie vor Geldsorgen. Die Zinsen müssen tief bleiben, damit weite Teile Südeuropas finanziell überleben können. Nicht nur in Griechenland, neu auch in Italien müssen die Defizite unter Kontrolle gehalten werden. Das drückt auch auf das Zinsniveau des Schweizer Frankens. Erstmals in diesem Jahr wurden auch die Festhypotheken für die meisten Laufzeiten wieder unter einem Prozent angeboten.

In den letzten Tagen haben die Aktienkurse auf rekordhohem Niveau konsolidiert. Schwankungen einzelner Titel lagen an der Ausschüttungen. Einige grössere Unternehmungen wie «Zürich Versicherungen», «Geberit», «Mobimo» und andere haben Dividenden bezahlt. In der vergangenen Woche gab es zwei wichtige Ereignisse. Novartis platzierte im Sinne einer Abspaltung ihre Tochter-Beteiligung der Augenheilsparte namens «Alcon» an der Börse.

Sehr gut (Kurssprung fast 10%) startete auch die Erstausgabe von Aktien der «Stadler Rail» Gruppe. Der Thurgauer Unternehmer und Eisenbahnbauer Peter Spuhler schafft sich eine neue finanzielle Basis für weiteres zukünftiges Wachstum.

Wir sind mitten in der Zeit der Generalversammlungen. Das heisst bei vielen Firmen auch Dividendenerhöhungen. Die meisten Zwischenergebnisse tönen positiv. Das spricht insgesamt für ein anhaltend gutes Börsenjahr 2019, solange es auf politischer Ebene keine «bösen Überraschungen» geben sollte.

Christopher Chandiramani