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Schmerikon
05.08.2020
05.08.2020 10:21 Uhr

Strandweg Schmerikon: Todeskante für Velofahrer

Kein einheitlicher, professionell verarbeiteter Belag kurz vor Schmerikon.
Ein tödlicher E-Bike-Unfall am Sonntag - die Polizeit sucht immer noch Zeugen - zeigt die Gefahr auf, die seit Jahren am Strandweg in Schmerikon lauert. Weshalb wird hier nicht saniert?

Nach dem tödlichen Unfall vom letzten Sonntag, für den die Polizei immer noch Zeugen sucht, nahm Linth24 einen Augenschein vor Ort. Ein schludrig hingeklotzter Wegbelag auf der Höhe des Postens der Seepolizei bringt Velofahrer seit Jahren in Gefahr und hat eine 62-jährige E-Bike-Fahrerin sogar das Leben gekostet.

Von Bollingen her kommend fährt man auf einem planierten Kiesweg. An der Gefahrenstelle wechselt der Belag nur auf der seeabgewandte Hälfte in Asphalt. Der seeseitige Teil wird erst einige Meter später auch asphaltiert. Daraus resultiert in der Wegmitte eine scharfe Kante, die in Fahrrichtung verläuft. Bei trockenem Wetter ist sie kaum sichtbar, weil sie oft von staubigem Kies bedeckt ist. Wenn Biker aus Unachtsamkeit mit dem Vorderrad diese Kante erwischen, verlieren sie unweigerlich das Gleichgewicht. 

Die Spuren des tragischen Unfalls der E-Bikefahrerin sind immer noch sichtbar.

Linth24 hat vor Ort Velofahrer und Velofahrerinnen angehalten und nach ihren Kenntnissen zur Problemstelle und ihren Erfahrungen befragt. Wer die Strecke regelmässig befährt ist sich der Gefahr mehr oder weniger bewusst. «Was dem Opfer am Sonntag widerfuhr, ist mir vor etwa einem Jahr auch passiert. Zum Glück bin ich täglich per Velo unterwegs und routiniert im meistern kritischer Situationen. Ich warne aber seither alle meine Bekannten vor dieser Kante. Aus der Gegenrichtung ist die Stelle vollkommen ungefährlich», so die Aussage von Herrn HP.H. aus Jona.

Blick nicht stur am Boden

Viele Tourenfahrer waren trotz leichtem Regen vollgepackt unterwegs. So auch Frau V.M. «Ich bin auf der Durchreise ins Engadin und gerade froh, dass ich aufgehalten werde. Die gezeigte Stelle ist wirklich ein enormes Risiko. Bei der tollen Aussicht am Strandweg ist es doch logisch, dass der Blick nicht immer stur nach vorne am Boden ruht. Der Unfall hätte mir auch passieren können. Unverständlich, dass man das nicht schon lange aufgefüllt hat.»

Bei Regen besser sichtbar, bei trockenem Wetter liegt Staub und Kies auf der Kante.

Ein Anwohner wollte nach dem Unfall einen Hinweis auf die Gefahrenstelle platzieren. «Der Polizeiposten Schmerikon war zu Bürozeiten nicht besetzt und auf dem Bauamt nahm man meinen Hinweis nur lauwarm entgegen.»

Man darf gespannt auf die Antworten sein, was mit diesem Weg passiert...

Linth24 wird bei den zuständigen Stellen nachfassen, ob und wie man gedenkt, die Gefahrenstelle zu beseitigen. 

Markus Arnitz, freier Mitarbeiter Linth24