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Rapperswil-Jona
05.08.2020

Gleich drei Ausstellungen im Kunst(Zeug)Haus

Am 23. August 2020 präsentiert das Kunst(Zeug)Haus gleich drei Ausstellungen.
Ab 23. August werden in Rapperswil-Jona gleich 6 Künstler ihre Werke präsentieren: die Geschwister Baviera, Karol Radziszewski und Tomas Baumgartner.

Die Geschwister Baviera
Vier Brüder – und alle widmen sich im Verlaufe ihres Werdeganges der Kunst: Silvio, Vincenzo, Michael und Peter Baviera. Der älteste Bruder, Silvio Baviera, bemüht sich seit Jahrzehnten um das Bekanntmachen der künstlerischen Werke Bavieras. In enger Zusammenarbeit mit ihm und seiner Frau Marietta entsteht die Ausstellung «4 x Baviera» im Kunst(Zeug)Haus. Sie vereint das Schaffen der Geschwister zum ersten Mal in musealem Umfeld.

Karol Radziszweski
«Poczet» ist die erste Schweizer Einzelausstellung des in Warschau lebenden multidisziplinären Künstlers Karol Radziszewski und die zweite von vier Ausstellungen im Rahmen des *Kurator-Stipendiums 2019/2020 (Gebert Stiftung für Kultur) der Stipendiaten Fanny Hauser und Viktor Neumann. Sie nimmt Bezug auf das Polenmuseum im Schloss Rapperswil. Im Zentrum steht die Porträtserie queerer
polnischer Persönlichkeiten des vergangenen Jahrtausends.

Tomas Baumgartner
Tomas Baumgartner schafft eigens für die Ausstellung «Ein sehr harter Winter ist, wenn ein Wolf den anderen frisst» im «Seitenwagen» eine raumgreifende Installation, die dicht über den Köpfen der Besuchenden schwebt und mit der er den Moment einer potentiellen Auswirkung auslotet.

Die drei eigenständigen Ausstellungen werden am Sonntag, 23. August 2020, eröffnet. Die Vernissage findet ab 11 Uhr statt und ist öffentlich.

  • Peter Baviera, Die Schöpfung, 1983 Acryl, Eisen
    1 / 4
  • Michael Baviera, Arbeit 4, 1997 Buchenholz
    2 / 4
  • Vincenzo Baviera, Stadt, Architektur, 1988 Eisen
    3 / 4
  • Silvio Baviera, 00005 KEIN Babel, 1991, zweifarbiger Siebdruck auf Spiegelglas
    4 / 4

4 Brüder verschrieben sich der Kunst

Die vier Brüder Silvio (*1944), Vincenzo (*1945), Michael (1946-2014) und Peter (*1947) wuchsen in Zürich auf. Auf verschiedenen Wegen widmeten sie sich alle im Verlaufe ihrer Karrieren der Kunst. Silvio Baviera, der älteste der Brüder, machte sich als Galerist einen Namen und bemühte sich beständig darum, das Schaffen aller Bavieras der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nach mehreren gemeinsamen Ausstellungen in der Galerie Baviera ist die Ausstellung «4 x Baviera» die erste gemeinsame Präsentation der vier Gebrüder in musealem Umfeld, zu der eine retrospektiv angelegte Begleitpublikation erscheint.

Skulpturen und Wortspiele

Die Ausstellung im Kunst(Zeug)Haus umfasst Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen und Installationen aus dem langjährigen Schaffen der Brüder Baviera. Wenn sich auch jeder der vier Brüder auf seinem ganz eigenen Gebiet spezialisiert hat, überschneidet sich ihr Wirken immer wieder. So finden wir architektonisch beeinflusste Werke nicht nur beim Architekten Vincenzo, sondern auch bei Peter, der sich auf Skulpturen spezialisiert hat. Sowohl Silvio als auch Michael messen dem Wort besondere Bedeutung zu. Je nach Anordnung, Farbe und Umgebung lösen die Textelemente in den Werken unterschiedliche Bedeutungen und Wirkungen im Betrachter aus.

Buchvernissage

Anlässlich der Ausstellungseröffnung am 23. August 2020 wird auch die Neuerscheinung «Fratelli Baviera 2» präsentiert. Die Publikation wurde als Porträt und als Dokumentation von vier Lebenswerken durch Silvio Baviera zusammengestellt. Die Einleitung stammt vom Kunsthistoriker Beat Wyss. Die Publikation schafft Querbezüge und vereint das Werk als auch biografische Angaben der vier Künstler in einem repräsentativen Umfang von über vierhundert Seiten.

Karol Radziszewski, Maria Dabrowska aus der Serie: Poczet, 2017

Die Einzelausstellung von Karol Radziszewski

In der anderen Hälfte des Obergeschosses wird mit «Poczet» die zweite von vier Ausstellungen im Rahmen des *Kurator-Stipendiums 2019/2020 der Stipendiat*innen Fanny Hauser und Viktor Neumann präsentiert. Eine der vier Ausstellungen im Rahmen des von Christa Gebert initiierten *Kurator-Stipendiums der Gebert Stiftung für Kultur findet jeweils im Kunst(Zeug)Haus statt.

Erste Schweizer Einzelausstellung des Polnischen Künstlers

«Poczet» ist die erste Schweizer Einzelausstellung des in Warschau lebenden multidisziplinären Künstlers Karol Radziszewski, dessen häufig archiv-basiertes Werk sich durch die Verkomplizierung historischer Narrative auszeichnet. Im Zentrum der Ausstellung Poczet steht die gleichnamige monumentale Porträtserie des Künstlers. Die 22 Gemälde bilden eine Ahnengalerie queerer polnischer Persönlichkeiten des vergangenen Jahrtausends aus den Bereichen Politik, Wissenschaft und Kunst, deren NichtHeteronormativität häufig in ihrer Geschichtsschreibung unterdrückt wurde und durch Radziszewski bewusst als Re-Inskription bekräftigt wird.

Thematisierung von queerer Zeitgeschichte

Für die Ausstellung in Rapperswil wurde Radziszewski dazu eingeladen, die Sammlungen des Polenmuseums auf historische Verbindungen der portraitierten Persönlichkeiten mit dem Schloss Rapperswil künstlerisch zu untersuchen. Gleichzeitig betont Radziszewski die Bedeutung von queerer Geschichte und präsentiert als Einblick in das 2015 durch ihn gegründete Queer Archives Institute ein Interview mit der Physikerin Ewa Hołuszko, einem ehemaligen Mitglied der Solidarność-Bewegung und heutigen
Transgender-Aktivistin, über Überlebensstrategien unter autoritären Regimen.

Tomas Baumgartner, Atelieransicht 2020, PVCPlane

Tomas Baumgartner aus Engi

In der Reihe «Seitenwagen» wird zeitgleich die Ausstellung «Ein sehr harter Winter ist, wenn ein Wolf einen anderen frisst» von Tomas Baumgartner (*1990 in Engi, lebt und arbeitet in Engi) eröffnet. Sowohl das Thema Raum als auch verschiedene Materialien spielen bei Tomas Baumgartner eine zentrale Rolle: Mittels Gestalt- und Materialveränderungen ergründet der Künstler unser emotionales Verhältnis zu aus dem öffentlichen Strassenraum und dem Alltag vertrauten Formen. Seine raumgreifende Installation in der Reihe «Seitenwagen» schwebt dicht über den Köpfen der Besuchenden. Der Moment einer potentiellen Auswirkung wird ausgelotet – einzig spielt sich diese in unserer Vorstellung als räumliche Erfahrung ab.

Kunst(Zeug)Haus

Schönbodenstrasse 1
8640 Rapperswil-Jona

Telefon 055 220 20 80

info@kunstzeughaus.ch

Öffnungszeiten: 

Mi

14 bis 20 Uhr

Do

14 bis 17 Uhr

Fr bis So

11 bis 17 Uhr

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