Kanton
07.06.2019

KANTONSBEAMTE ZAHLEN 30% WENIGER FÜR BAHN UND BUS

Mitarbeitende der kantonalen Verwaltung erhalten ein persönliches «Ostwind» Abo mit einem Rabatt von 30%. Sie können das Abo auch privat nutzen.

Der Kanton St.Gallen will mit seinem Mobilitätsmanagement für seine Mitarbeitenden attraktiv sein und den öffentlichen Verkehr fördern. Die Regierung hat deshalb den Grundsatzentscheid gefällt, für die Mitarbeitenden der Zentralverwaltung ab dem Jahr 2020 das Ostwind-Firmenabo einzuführen. Mit der Vergünstigung des Abonnements um 30 Prozent sollen das Mobilitätsverhalten positiv beeinflusst und ein hoher Umsteigeeffekt erzielt werden. Im Gegenzug zu dieser Vergünstigung will die Regierung die Entschädigung für die Benützung des Privatautos für dienstliche Fahrten reduzieren.

Im Jahr 2006 wurde das Ostwind-Firmenabo mit dem Ziel lanciert, mehr Berufspendlerinnen und Berufspendler für den öffentlichen Verkehr zu gewinnen. Das Firmenabo ist ein Jahresabonnement, das im ganzen Ostwind-Verbundgebiet gültig ist. So gilt es flächendeckend auf allen Bahn- und Buslinien in den sechs Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St.Gallen, Glarus, Schaffhausen und Thurgau. Der Arbeitgeber beteiligt sich prozentual am Jahresabonnement der Mitarbeitenden. Für die Mitarbeitenden ist dieses Angebot auch deshalb attraktiv, weil sie mit dem Firmenabo auch in ihrer Freizeit Bahn und Bus im gesamten Ostwind-Gebiet nutzen können. Zum heutigen Zeitpunkt bieten rund 30 Arbeitgebende das Firmenabo an, darunter auch die Kantone Appenzell Ausserrhoden und Thurgau.

Kanton als vorbildlicher und attraktiver Arbeitgeber

Anfang 2019 passte die Regierung die Personalverordnung an, mit dem Ziel, das Mitarbeitende bei dienstlichen Fahrten stärker auf die öffentlichen Verkehrsmittel setzen. Die angepasste Prioritätenordnung soll mit der Einführung des Firmenabonnements für den Ostwind-Tarifverbund ab dem Jahr 2020 weiter gefördert werden. Mit dem vorgesehenen Rabatt von 30 Prozent und der Möglichkeit der Nutzung des Firmenabos während der Freizeit soll das Mobilitätsverhalten der Mitarbeitenden der Zentralverwaltung (Staatskanzlei, Departemente und Gerichte) in die angestrebte Richtung gelenkt werden. Der Kanton will damit die Umwelt stärker schützen und als Arbeitgeber attraktiv sein.

Den zusätzlichen Kosten stehen Minderaufwände gegenüber, da Inhaberinnen und Inhaber eines Firmenabos für dienstliche Fahrten im Gebiet des Ostwind-Tarifverbunds grundsätzlich keine Kosten für die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln mehr geltend machen können.

Anpassung der Spesenansätze für Fahrten mit dem Privatfahrzeug

Die Förderung der öffentlichen Verkehrsmittel hat zur Folge, dass die Regierung die Entschädigungen für die Benützung des eigenen Personenwagens für dienstliche Fahrten hinterfragt. Die bisherigen Ansätze (78 Rappen für die ersten 5'000 Kilometer im Kalenderjahr, 65 Rappen für eine Fahrleistung zwischen 5'001 und 10'000 Kilometer, 56 Rappen für darüber liegende Fahrleistungen), die sich auch im interkantonalen Vergleich als hoch erweisen, sind deshalb angemessen herabzusetzen. Das Finanzdepartement hat dazu das Vernehmlassungsverfahren zu einer entsprechenden Anpassung der Personalverordnung per 1. Januar 2020 eröffnet.

Weitere Umsetzungsarbeiten im zweiten Halbjahr 2019

Nach dem Grundsatzentscheid zur Einführung des Ostwind-Firmenabos werden im zweiten Halbjahr 2019 Detailfragen und Rahmenbedingungen geklärt, damit die Mitarbeitenden der Departemente, der Staatskanzlei und der Gerichte frühzeitig informiert werden und rechtzeitig vom neuen Angebot profitieren können. Die Regierung ist überzeugt, dass dieses Angebot einen substanziellen Beitrag zur Förderung des öffentlichen Verkehrs und des Klimaschutzes leistet und einen wichtigen Schritt zur Lenkung des Mobilitätsverhaltens unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten darstellt.

OM