Linthgebiet
10.05.2019

CHANDIRAMANIS BÖRSENWOCHE NR 19

Unsicherheiten auf internationaler Ebene und gleichzeitig relativ guten Wirtschaftsnachrichen aus der Schweiz hielten die Börsenkurs in einer fragilen Balance.

Ein Wiederaufflammen des Handelsstreits zwischen den USA und China hat zu Wochenbeginn und vor allem am Donnerstag die Börsen kräftig talwärts geschickt. Gemäss Medienberichten hat auch Nordkorea wiederum Raketen getestet, was für den Weltfrieden auch nicht förderlich ist. Das brachte vor allem wieder etwas Unruhe ins Währungsgefüge und hat den Schweizerfranken etwas nach oben getrieben.

Die Aktienkursverluste hielten sich aber in engen Grenzen, vor allem weil es auch später einige positive Nachrichten gab. Die Firmen Landis & Gyr und LafargeHolcim warteten mit guten Zwischenberichten auf. Der kleine Elektronikwert Perrot-Duval zündete eine Kursrakete von 40 Prozent, nachdem bekannt war, dass chinesische Investoren die Tochtergesellschaft Infranor kaufen möchten. Am Freitag kam es in der Folge somit wieder zu einer zögernden Erholung der Märkte.

Umgekehrt halbierte sich der Aktienkurs des Pharmastartups Polyphor. Hier wurde die weitere Entwicklung eines zunächst vielversprechenden Antibiotikums gestoppt. Aufhorchen liess auch eine Meldung einer noch nie dagewesenen Touristeninvasion in Luzern. Das dürfte dem ganzen Fremdenverkehr, der regionalen Schifffahrt und den Bergbahnen wiederum einen Rekordsommer bringen. Mit Ausnahme der börsenkotierten Titlisbahnen werden jedoch alle anderen Werte nur ausserbörslich gehandelt (z.B. Rigi-, Pilatusbahnen, Vierwaldstättersee Schifffahrt, teilweise lokale Engelberger Unternehungen usw.).

Der Mai gehört traditionell - wie der Oktober - zu den schwierigsten Monaten des Jahres. Nach einer Kurssteigerung von fast 15 Prozent und Rekordwerten beim Aktienindex im laufenden Jahr ruft der Markt nach einer Konsolidierung. Der weitere Verlauf hängt insbesondere von den Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und China ab. Hier ist noch nicht alles verloren. Es sind bald wieder Wahlen in den USA und es ist nicht davon auszugehen, dass Trump den Bettel hinwirft und eine Chaos hinterlassen möchte - im Gegenteil - da wird sicher versucht, die US-Wirtschaft nochmals auf Hochglanz zu polieren, mit tiefen Zinsen, einer rekordniedrigen Arbeitslosigkeit, Gewinn- und Dividendensprüngen bei den Gesellschaften. Davon dürfte die ganze Weltwirtschaft profitieren.

Störfaktor ist einzig dieser «kalte Krieg» zwischen den Grossmächten, früher mit Waffen und Säbelrasseln, heute über Wirtschaftssanktionen, und teilweise auch Manipulation der Rohstoffpreise (Rohöl, Gold usw.).

Linth24