Rapperswil-Jona
11.05.2019

HSR PRÄSENTIERT SENSATIONELLEN FUND

Am Dienstag, 14. Mai, präsentiert die HSR das Buch «Leberecht Migge - Die originalen Gartenpläne 1910-1920». 

Der Fund von mehr als 320 für verschollen gehaltenen Plänen des deutschen Landschaftsarchitekten Leberecht Migge sorgte 2016 für eine Sensation in der Branche. Die in einem Nachlass verborgenen Originalpläne wurden in den letzten drei Jahren aufwändig restauriert und in einem Buch verewigt.

Leberecht Migge (1801-1935) veränderte mit seinen Ideen die Gartenkultur im frühen 20. Jahrhundert. Er setzte sich dafür ein, dass nicht nur die wohlhabende Bevölkerung, sondern auch die finanziell schwächer gestellten Menschen die Möglichkeit zum eigenen Gartenbau haben sollten. Seine Vorschläge für grosse innerstädtische Parks und die Ideen von Grünraumnetzen prägen bis heute die Freiraumplanung.

Die Pläne im ASLA Archiv für Schweizer Landschaftsarchitektur an der HSR sind somit wichtiges Forschungsmaterial und zeugen von den Innovationen Leberecht Migges. Aus diesem Grund wurden die Pläne nun restauriert, digitalisiert und in einer Publikation veröffentlicht. Damit stehen sie der Forschung und Ausbildung zur Verfügung. Mit einer Buchvernissage mit Ausstellung an der HSR am 14. Mai 2019 wird dieses Ereignis nun  gefeiert.

Detaillierter Einblick in Gartenpläne möglich

Die restaurierten Pläne erlauben einen bisher verborgenen Einblick in Migges Arbeit. Sein Wirken war zuvor nur aus kleinen Abbildungen in Zeitschriften und Büchern, die noch zu seinen Lebzeiten erschienen, bekannt: Oft klein abgedruckt und in so schlechter Auflösung, dass sich beispielsweise verwendete Pflanzen oder Notizen auf Plänen nicht entziffern liessen.

Mit den restaurierten Plänen gehört diese Wissenslücke der Vergangenheit an. «Damit lassen sich Aussagen über seine Planungen machen, die bisher unmöglich waren», erklärt Simon Orga, einer der drei HSR Autoren des Buches «Migge – Die originalen Gartenpläne».

So war Migge bisher vor allem für grosse öffentliche Gartenanlagen bekannt, weil er diese selbst veröffentlicht hatte. Im Nachlass fanden sich jedoch auch unzählige Pläne für private Gärten, die perfekt in den aktuellen Zeitgeist passen: Selbstversorgung mit selbst gepflanztem Gemüse kombinierte Migge auf einmalige Weise mit dem ästhetischen Anspruch an einen Garten. Seine kreativen Ansätze reichten von Beerensträuchern als Zierpflanzen bis hin zu Gemüseecken, eingebettet in prachtvolle Gartenlagen.

46 Pläne mit Modell zum Leben erweckt

Im Zuge der wissenschaftlichen Aufbereitung der Pläne hat das Team des ASLA unter anderem auch ein Modell fertigen lassen, dass die Pläne Migges für den 1944 im zweiten Weltkrieg zerstörten Landsitz Ury in Berlin wieder zum Leben erwecken. Das aus Elementen von 46 Plänen des Gartens erstellte Modell der Villa am See mit einer prächtigen, weitläufigen Gartenanlage, haucht dem Wirken Migges neues Leben ein und macht Landschaftsarchitekturgeschichte erlebbar. Das Modell wird am 14. Mai an der HSR m Foyer Gebäude 1 zu sehen sein.

Kurzinfo: «Buchpräsentation + Ausstellung: Migge – Die originalen Gartenpläne 1910- 1920» Datum/Zeit: 14. Mai 2019, 17:15 bis ca. 18.30 Uhr Ort: HSR Hochschule für Technik Rapperswil Foyer, Gebäude 1, Oberseestrasse 10, 8640 Rapperswil Begrüssung: Prof. Hansjörg Gadient (HSR), Leiter Archiv für Schweizer Landschaftsarchitektur Einführung in die Ausstellung: Dr. Sophie von Schwerin (HSR), Kuratorin, Archiv für Schweizer Landschaftsarchitektur Ausstellungsbesichtigung Führung durch das ASLA-Archiv mit den originalen Plänen von Migge (Anmeldung via simon.orga@hsr.ch erforderlich)

(OriginalMitteilung, Autor: HSR)