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23.11.2022
23.11.2022 16:44 Uhr

Fussball-Oase in Schmerikon: Cony Sutter setzt auf Public Viewing

Das Ahoi ist bereit für das erste WM-Highlight
Das Ahoi ist bereit für das erste WM-Highlight Bild: Cony Sutter
Die WM-Stimmung nähert sich dem Gefrierpunkt. In Schmerikon hält Cony Sutter dagegen und lädt am Donnerstag zur grossen WM-Matinee.

Am Donnerstag spielt die Schweiz um 11.00 Uhr an der WM in Katar gegen Kamerun. Es ist für die Mannschaft von Trainer Murat Yakin wohl bereits die wegweisende Partie im Rennen um die Achtelfinalqualifikation.

Normalerweise wäre die Schweiz vor einem solchem Spiel im Ausnahmezustand. Arbeitgeber würden ihrem Personal frei geben, in den Kantinen wäre das gemeinsame Fernseherlebnis sozusagen nationale Pflicht. Die Public-Viewing-Zonen wären gestossen voll.

Doch anlässlich der ersten Winter-WM der Fussball-Geschichte gelten andere Gesetze – weniger wegen der kühlen Temperaturen als wegen der miesen Stimmung, die um das Turnier in Katar herrscht: Die Diskussionen um Menschenrechtsverletzungen und um die Ausgrenzung von Minderheiten in der arabischen Welt überstrahlen alles und vergraulen selbst den grössten Fussball-Liebhabern das Vergnügen.

Doch es gibt sie noch, die «Gallischen Dörfer», die den Fussball-Geist verteidigen, sich gegen die Anti-WM-Ideologen stellen und das gemeinsame TV-Erlebnis ermöglichen.

Eine Oase des Fussball-Glücks befindet sich in Schmerikon. Dort lässt sich Cony Sutter die WM-Lust nicht verderben. Um den Fans ein würdiges Warmup vor dem Kamerun-Spiel zu ermöglichen, öffnet er sein Bistro «Ahoi» am Donnerstag ausnahmsweise schon um 10.30 Uhr. Und er sagt etwas, das vermutlich viele denken: «Wenn wir die WM wirklich hätten boykottieren wollen, wäre unsere Nationalmannschaft doch besser zuhause geblieben. So aber macht es überhaupt keinen Sinn, wenn wir die Fernseher auf schwarz schalten.»

Auch andere Gastronomen lassen sich nicht ins Abseits drängen. In Rappserswil-Jona können die WM-Spiele unter anderem im Nelson-Pub, im Nautic-Pub sowie im Restaurant LO! verfolgt werden.

In diesem Sinn und Geist: Hopp Schwiiz!

Thomas Renggli