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Schmerikon
05.07.2020
06.07.2020 13:35 Uhr

Komiker Sutter als Gemeinderat: «Eine Herzensangelegenheit»

Das Motto von Cony Sutter: «Kommunikation statt Konfrontation.»
Sieben Kandidaten bewerben sich für vier Gemeinderatssitze in Schmerikon. Dabei überrascht Komiker Cony Sutter mit seiner Kandidatur alle.

Linth24: Ist es komisch, wenn ein Komiker sich für ein politisches Amt bewirbt?
Cony Sutter: Überhaupt nicht. In der Ukraine ist TV-Komiker Wolodymyr Selenskij Staatspräsident geworden und soviel ich weiss, macht er seinen Job hervorragend.

Sie treten für die SVP an?
Wir treten gar zu zweit an. Mit René Bühler habe ich einen Mann mit viel Erfahrung mit im Boot. Erst wollte ich parteilos kandidieren, doch als die SVP davon hörte, suchte sie das Gespräch. Grundsätzlich vertrete ich deren Grundsätze, habe aber das Recht auch mal eine andere Meinung zu vertreten. Das ist bekanntlich Demokratie.

Für was stehen Sie denn?
Ich bin «eine vo Schmerke und eine für Schmerke». Mein Motto lautet: «Kommunikation statt Konfrontation.» Das Seedorf ist für mich eine Herzensangelegenheit. Alles zum Wohle der Einwohner von Schmerikon, da bin ich konsequent. 

Wie würden Sie Politik machen?
Gradlinig, ehrlich – ich nehme kein Blatt vor den Mund. Dort wo der Schuh drückt muss gehandelt werden. Ich bin nicht der Typ der sich hinter irgendwelchen Gutachten oder Expertisen versteckt, um ja nicht anzuecken, geschweige denn Verantwortung zu übernehmen. Und: Ich denke über Parteigrenzen hinaus. Die Lösung ist das Ziel.

Was liegt in Schmerikon an?
Es stehen grosse Entscheidungen bevor. Die Dorfplatzsarnierung zum Beispiel. Für das Hallen- und Freibad braucht es noch ein paar gute und nachhaltige Ideen. 

Welche mögliche Rolle sehen Sie für sich im Gemeinderat?
Ich finde, die SVP sollte wieder im Gemeinderat vertreten sein, und als Quereinsteiger würde ich bestimmt frischen Wind einbringen; das schadet bekanntlich nie. «Behördengroove ist nicht so mein Ding», sagte einst Bill Clinton und dem schliesse ich mich an. Welche Rolle sehe ich für mich im Gemeinderat? Ich finde jetzt ist nicht die Zeit um Ansprüche zu stellen. Ich stehe für Kollegialität, das würde dann im neuen Gemeinderat ausgemacht.

Was ist mit Ihrer Komiker-Karriere?
Das läuft nach dieser Krise wieder langsam an. Ich trete an Privat- und Geschäftsanlässen auf, plane ein neues Programm und habe eine Einladung an das «Arosa-Humorfestival» erhalten. Das ist bereits das dritte Mal das ich in Arosa bin. Eine Einladung nach Arosa ist in unserer Szene eine Art Ritterschlag. Am 13. Dezember bin ich mit vier Comedkollegen im grossen «Tschuggenzelt». Mein 40% Pensum beim Schweizer Fernsehen werde ich aufgeben, um mehr Zeit für mein Gastrolokal «Ahoi» und möglicherweise für die Politik zu haben. 

Cony Sutter, herzlichen Dank für das Gespräch und einen guten Start in den Wahlkampf. 

Linda Barberi, Linth24