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Leserbrief
Rapperswil-Jona
29.06.2020
30.06.2020 09:36 Uhr

Furrers Antwort auf den offenen (Leser-)Brief

Privat sammelt Stadtrat Thomas Furrer Kunststoff und Plastik, ebenfalls in den Säcken der Firma Karl Rüegg.
Linth24 bringt die Antwort von Thomas Furrer auf Beat Schulers Leserbrief. Der Stadtrat und Ressortvorsteher geht auf die Plastik-/Kunststoff-Separatsammlung ein.

Guten Tag Herr Schuler

Obwohl ich Ihr Gebaren nicht goutiere, erhalten Sie eine Antwort, die ich drei Tage nach Ihrem Mail schon parat hatte. Aber eben, Sie haben meinen Mitarbeiter ohne Anstand behandelt, mit schnippischem Mail eingedeckt, dabei lag der Fehler am Schluss der Diskussionen bei Ihnen. Ich bitte Sie der Verwaltung und den Behörden gegenüber nur um ein bisschen mehr Anstand und Respekt.

Zum Thema Plastik-/Kunststoff-Separatsammlung gibt es diverse Fachmeinungen, von sehr sinnvoll bis zu ökologischem Unsinn… Rainer Bunge von der HSR ist zum Beispiel klar gegen eine separate Plastik-/Kunststoff-Sammlung. Wir sind Verbandsmitglied der KEZO und der VR und die Geschäftsleitung KEZO ist einstimmig der Meinung, dass die Verbrennung des Plastiks/Kunststoffes nicht die schlechteste Alternative ist, umso mehr wir in der KEZO die Metallrückgewinnung aus der Trockenschlacke praktizieren und die Energie für Fernwärme nutzen. Auch wenn die Ökobilanzierung von Plastik-Kunststoff-Separatsammlungen nachweislich das Beste wäre, wäre der Aufwand für die Stadt für eine neue separate Sammlung von Plastik inkl. Kampagnen, Information, usw. beträchtlich (Kosten /Nutzen) und in der heutigen Organisation nicht leistbar.

Bis jetzt funktionierte das System des Kunststoff-Plastik-Recyclings vor allem dank dem Handel des gesammelten Plastiks mit China (billige Gegenfuhren von Schiffscontainern). Wohin der aufwändig gesammelte Plastik geht und wer für uns die Drecksarbeit (sortieren und weiterverarbeiten des Plastiks) macht, ist völlig intransparent. Eventuell wird der Plastik am Schluss doch verbrannt (ohne Filteranlagen) oder noch schlimmer, er landet, wer weiss wo, in der Umwelt. Ich habe eine Doku gesehen, wo Plastik, welcher in Deutschland recycelt wurde, später im Meer nachgewiesen werden konnte. In China und in anderen armen Ländern wird solcher Plastik aus dem Westen oft durch Kinder und sehr arme Leute sortiert und weiterverarbeitet.

Privat sammle ich den Kunststoff-Plastik auch – in Säcken gekauft bei Karl Rüegg. Unsere Motivation ist aber möglichst Verpackungen zu vermeiden, damit gar nicht gesammelt und separiert werden muss.

Freundliche Grüsse

Stadtverwaltung Rapperswil-Jona

Thomas Furrer, Stadtrat Rapperswil-Jona und Ressortvorsteher
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