Eschenbach
21.04.2019

ESCHENBACHER WAHL: CORNEL AERNE – DER FORTSETZER

Am 19. Mai wählt Eschenbach einen neuen Gemeindepräsidenten. Bis kurz vor Anmeldeschluss sah es nach einer Routine-Wahl aus. Als «logischer Nachfolger» von Sepp Blöchlinger wurde Parteikollege Cornel Aerne gesehen. Nun kommt es doch zum Wahlkampf und Aerne stellt sich. 

Am 19. Mai wählt Eschenbach einen neuen Gemeindepräsidenten. Bis kurz vor Anmeldeschluss sah es nach einer Routine-Wahl aus. Als «logischer Nachfolger» von Sepp Blöchlinger wurde Parteikollege Cornel Aerne gesehen. Nun kommt es doch zum Wahlkampf und Aerne stellt sich. 

Sich aufregen, ist keine Grundeigenschaft von Cornel Aerne. Als Kriminaltechniker geht er gewöhnlich ruhig und sorgfältig vor: «Wie bei der TV-Serie CSI, nur mit weniger Show». Aber wenn Aerne hört, welche Begriffe im Wahlkampf auftauchen, dann regt er sich auf. Aber richtig: Dann geht sein Puls höher, wird sein Blick stechender: «Es gibt keinen ‘Kreis’ und keine schwarzen Bücher. Das ist Chabis.». Alle Pojekte, die mit der Genossenschaft «Bildstöckli» zu tun haben, würden von einem gemeindeexternen Fachbüro geprüft und derselben Prüfung unterzogen, wie alle anderen Gesuche. Aber: «Man will uns das einfach nicht glauben!»

Cornel Aerne kandidiert als Gemeindepräsident. Als bisheriger Vizepräsident ist das nicht erstaunlich. «Überrascht» habe ihn, dass er am Tag des Rücktritts des bisherigen Amtsträgers von Medien gefragt wurde, ob er antrete: «Ich musste zuerst die Nachricht des Rücktritts verdauen und nahm mir zwei Wochen Zeit für meinen definitiven Entscheid.»

Der Kandidat ist CVP-Mitglied. Eine wunderliche Entwicklung, denn sein Vater war kantonaler Präsident der EVP, also der religiösen Polit-Konkurrenz. Er gibt dem nicht viel Gewicht: «Ich bin zuerst Cornel Aerne, dann CVP». Aerne lebt seit 23 Jahren in der Gemeinde. «Meine Frau hält mir den Rücken frei». Die drei erwachsenen Kinder sind ausgeflogen. Seit kurzem ist er Grossvater. «Mit 51 Gemeindepräsident zu werden, ist ein gutes Alter. Wenn nicht jetzt, wann dann? Ich möchte es tun, und zwar hier, wo ich zuhause bin.»

Seit fünf Jahren ist Aerne Kantonsrat. «Das hat sich so ergeben. Ich habe das Amt nicht angestrebt. Also ein Ämtlifresser bin ich sicher nicht.» Auf die Frage, ob er im Kantonsrat ein Vorder- oder Hinterbänkler ist, folgt eine typische Aerne-Antwort: «Ich habe zu wenig Zeit, um an vorderster Front zu sein und wirke mit, wo ich was zu sagen habe: Sicherheitspolitik, Zivilschutz-Reform, Rettungswesen» Sein Arbeitgeber, die Kantonspolizei, gibt ihm pro Jahr 15 Tage frei für die Politik. Sie werden allein für den Kantonsrat aufgebraucht.

«Meine Priorität ist die Lokalpolitik». Diese Arbeit bezahlt Aerne mit Freizeit oder Polizei-Überstunden. Er erhält dafür Sitzungsgeld und Spesen: «Reich wird man davon nicht. Die Stunden habe ich nie gezählt». Vor 18 Jahren begann er Politiker als Präsident der Schulgemeinde St.Gallenkappel. Seit sechs Jahren ist er Gemeinderat in Eschenbach: «Ich mach es einfach gern. Ich bin Milizpolitiker im Nebenamt. Mir geht es nicht ums Profilieren».

Aerne ist stolz auf das Erreichte. «Wir haben eine gut funktionierende Gemeindeverwaltung und jeder Abteilungschef hat einen guten Stellvertreter.» Sein Eindruck: «Wir sind eine zufriedene und prosperierende Gemeinde!» Als Gemeindepräsident will er das Bisherige fortsetzen und weiterentwickeln. «Ich komme nicht plötzlich mit etwas Neuem. Das A und O bleibt die Ehrlichkeit».

Dass er Konkurrenten hat und es einen Wahlkampf gibt, findet er gut. Dass sich der Gewerbeverein auf ihn festlegte, bevor Anmeldeschluss war, will er nicht kommentieren. «Dazu müssen sie den Gewerbeverein fragen».

Wörter wie «abgekartetes Spiel», «vorgegleiste Wahl», «Götti-System» wecken bei ihm Widerwillen.  «Die Leute sollten nicht irgendwas erzählen oder die Faust im Sack machen, sondern zu mir kommen. Man sollte miteinander reden, nicht übereinander».

Was er ohne Umschweife zugibt: Eschenbach hat kein schriftliches Anforderungsprofil für das Amt des Präsidenten. «Das war in den letzten 30 Jahren nie ein Thema.» Nach 18 Jahren Lokalpolitik weiss er, was ein Gemeindepräsident tut. «Ich kann das abschätzen und Nein: Ich erwarte keine Leichen im Keller.»

Cornel Aerne erweckt den Eindruck, dass die Wahl noch nicht gelaufen ist. Aber das Gegenüber spürt: Für ihn wäre alles andere als eine Wahl überraschend. Er setzt auf die Zufriedenheit der Gemeindebürger. Wenn diese an die Urne gehen, dann kommt es gut für ihn.

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Mario Aldrovandi