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Rapperswil-Jona
19.06.2022
17.06.2022 16:32 Uhr

Gastro-Präsident Platzer zu Besuch in Rapperswil

War auf Besuch in Rapperswil: Casimir Platzer, Präsident von GastroSuisse.
War auf Besuch in Rapperswil: Casimir Platzer, Präsident von GastroSuisse. Bild: Rolf Lutz, Linth24
GastroSuisse-Präsident Casimir Platzer besuchte kürzlich die Rosenstadt. Linth24 konnte sich mit dem bekannten Kopf des Gastroverbandes unterhalten. Von Rolf Lutz

Die Pandemie war für die Gastrobetriebe desaströs. Und nach der Pandemie kämpft die Branche mit einem weiteren, zusätzlichen Problem: der Fachkräftemangel. «Das stimmt, aber dies kann man aber nicht nur auf die Pandemie zurückführen» sagt Casimir Platzer gegenüber Linth24. Doch allen Problemen zum Trotz: Für die hiesige Region Linthgebiet und Zürichsee sieht der Gastropräsident gute Chancen: «Gerade dort, wo der Tourismus wieder steigt, haben die Betriebe eine gute Chance – wenn sie es gut machen und den Gästen gut schauen.» 

Was der Präsident von GastroSuisse sonst noch für Empfehlungen für das Linthgebiet gibt, erfahren Sie im folgenden Gespräch.

Herr Platzer, was führt Sie in die schöne Rosenstadt?
Ich wurde nach Rapperswil eingeladen, um hier einen Podcast aufzunehmen. Und ich habe diese Einladung sehr gerne angenommen, denn ich freue mich immer wieder, hier in die wunderschöne Rosenstadt zu kommen.

Es ist heute schönes Wetter, die Leute sitzen hier auf dem Hauptplatz fröhlich in den Kaffees - ohne Maske, ohne Abstand und ohne Zertifikat. Das muss Sie sicher speziell freuen.
Sie sagen es richtig. Es ist ein herrliches Bild, die gutgelaunten Menschen in den Kaffees zu sehen, gerade wenn man an die schwere Zeit zurückdenkt, aus der wir gerade kommen. Man spürt und sieht, dass sich die Menschen einfach danach gesehnt haben, wieder ins Restaurant zu gehen, sich dort mit Kollegen, Freunden und Familie zu treffen.

Casimir Platzer kam auf Einladung von Christoph Kamber, Managing Partner der Firma Red Spark AG (l), und in Begleitung von Simon Elsener, Direktor Rapperswil Zürichsee Tourismus (r). Bild: Rolf Lutz, Linth24

Dafür haben Sie auch in den letzten zwei Jahren unermüdlich gekämpft…
Ich möchte vorausschicken, dass es die Schweiz besser gemacht hat als manch umliegendes Land. Unsere Nachbarländer hatten viel schärfere Massnahmen. Wir haben das sicher so gemeistert, weil in der Schweiz die Demokratie funktioniert und weil gewisse Kreise daran gearbeitet haben, Einfluss zu nehmen.

Ein Gastrobesitzer meinte gegenüber Linth24, es werde noch einige Zeit brauchen, bis es wieder wie früher wird. Wie sehen Sie dies als Präsident des Verbandes?
Für viele Betriebe stimmt das völlig. Aber: Es kommt ganz auf den Betrieb an und auf dessen Lage. Dreiviertel der Betriebe arbeiten wieder wie vor der Pandemie, ein Teil sogar besser - aber wie Sie richtig erwähnten, nicht alle. Gewisse Folgen der Pandemie werden bleiben, gerade bei Gastrobetrieben, welche auf Geschäftskunden angewiesen sind. Denn eins ist klar: Ein Teil des Homeoffices wird bleiben und dieser Umsatz wird nachhaltig fehlen.

Was heisst das für unsere Region
Ich rechne damit, dass es auch hier im Linthgebiet einige Betriebe gibt, die mit Geschäftsleuten arbeiten, und diesen Effekt nachhaltig zu spüren bekommen und vielleicht nie mehr auf die alten Umsätze zurückkommen werden. Und die, die mit Touristen, Ausflüglern und Tagesgästen arbeiten, da kann die Geschäftstätigkeit wieder auf das Niveau vor der Pandemie kommen oder noch darüber hinaus gehen.

Man hört von hiesigen Gastrobetrieben, dass sie sich einer neuen Herausforderung stellen müssen: Es ist sehr schwer geworden, gutes Personal zu finden.
Das stimmt, aber dieses Phänomen ist nicht allein auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Der Mangel an qualifizierten Fachkräften hat schon vor der Pandemie existiert, aber die Pandemie hat es akzentuiert. Meine Frau und ich führen unseren Betrieb in Kandersteg seit 32 Jahren. Und seit 32 Jahren haben wir einen Fachkräftemangel. Manchmal etwas mehr, manchmal etwas weniger. Wir können als Verband nicht zaubern und Fachkräfte herbeiführen, aber es ist wichtig, dass wir alles Mögliche unternehmen, um das zu lindern. Wir haben einen Aktionsplan vorgestellt, mit verschiedenen Massnahmen, der aufzeigen soll, wie man mittelfristig die Situation verbessern kann.

Wie schätzen Sie die Chancen für den Gastro-Standort rund um Rapperswil und den Zürichsee ein?
Grundsätzlich ist es sehr positiv zu werten, dass sehr viele Schweizerinnen und Schweizer unser Heimatland wieder entdeckt haben - als Ferien- oder Ausflugsziel. Ihre Region hat hier sehr viel zu bieten, so dass dieser Effekt sicher auch deutlich spürbar ist und damit auch der Gastrobranche hier weiter Auftrieb geben wird - wenn sie es gut macht und gut zu den Gästen schaut.

Rolf Lutz Linth24