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Rapperswil-Jona
17.06.2022
17.06.2022 08:59 Uhr

So soll die städtische Sportinfrastruktur 2045 aussehen

Die Umsetzungsschärfe des Zielbilds kann sich aufgrund neuer Entwicklungen verändern.
Die Umsetzungsschärfe des Zielbilds kann sich aufgrund neuer Entwicklungen verändern. Bild: Stadt Rapperswil-Jona
Die Stadt Rapperswil-Jona hat während gut eines Jahres eine neue Sportstättenplanung erarbeitet. Beim nun vorliegenden Schlussbericht handelt es sich um ein Zielbild für das Jahr 2045.

Darum geht es:

  • Die Stadt Rapperswil-Jona hat während gut eines Jahres eine neue Sportstättenplanung erarbeitet.
  • Beim nun vorliegenden Schlussbericht handelt es sich um ein Zielbild für das Jahr 2045, dessen Umsetzungsschärfe sich aufgrund neuer Entwicklungen verändern kann.
  • Beim Eis- und Wassersport ist weiterhin eine Konzentration im Lido vorgesehen, wobei die Eisanlagen langfristig nördlich der Oberseestrasse auf dem Para-Parkplatz zu stehen kommen sollen.
  • Im Lido Süd ist ein kombiniertes Freibad mit Hallenbad angedacht, welches zwei der drei bestehenden Lehrschwimmbecken ersetzen soll.
  • In den Bereichen Nautik und Rasensport gilt es, bestehende Engpässe zu entschärfen.
  • Beim Hallen- und Schulsport zeichnet sich ein Trend weg von Einzelturnhallen hin zu Mehrfachturnhallen ab.

Am Donnerstag informierte der Stadtrat von Rapperswil-Jona über die verschiedenen Bereiche der Sportstättenplanung. Vorgestellt wurde der Zielplan 2045. Die Stadträte Luca Eberle (Schule & Sport) und Christan Leutenegger (Bau) stellten an der Medienkonferenz zusammen mit Thomas Zahner, Fachstellenleiter Sport der Stadt Rapperswil-Jona, die Sportstättenplanung mit einem Zielbild 2045 vor. 

Bedürfnisse erhoben, gewürdigt und übernommen

Die Sportstättenplanung wurde unter Einbezug der relevanten Stakeholder erarbeitet. Im Prozess wurden die vielfältigen Bedürfnisse erhoben, gewürdigt und zu grossen Teilen in den Schlussbericht übernommen. Dabei wurde auf pragmatische, verhältnismässige und umsetzbare Lösungen fokussiert. Die gewählten Lösungen sind auf bestehende Rahmenbedingungen abgestimmt und streben einen verantwortungsvollen, haushälterischen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen, insbesondere Boden und Finanzen, an.

Bauchef Christian Leutenegger meint dazu: «Wir wissen, was wir wollen, aber noch nicht genau wann. Das ist abhängig von politischen Prozessen in der Stadt, deshalb verzichten wir vorerst auf einen genauen Zeitplan.» Man plane deshalb in 5-Jahres-Schritten.

Luca Eberle (l.) und Bauchef Christian Leutenegger an der Medienkonferenz. Bild: Markus Arnitz

Verschiedene Handlungsfelder

Die Sportstättenplanung agiert in verschiedenen Handlungsfeldern. Namentlich sind dies Eissport, Schwimmsport, Nautik, Rasensport inkl. Leichtathletik und Beachsport, Hallensport sowie offener, ungebundener Sport. Für jedes Handlungsfeld wurde eine Teilbereichsplanung erstellt, deren Massnahmen zum Umsetzungszeitpunkt den Aktualitäten angepasst werden können.

Eis- und Wassersport: Konzentration im Lido

Beim Eissport haben Abklärungen ergeben, dass die Lebensdauer des bestehenden Eisstadions noch rund 15 Jahre beträgt. Aufgrund dieser Ausgangslage wurden verschiedene Standortoptionen geprüft, welche auf lange Frist eine Konzentration des Eissports sprich des Eisstadions, der Trainingshalle und des Ausseneisfelds an einem Standort ermöglichen. Dabei wird der Standort nördlich der Oberseestrasse auf dem heutigen Para-Parkplatz favorisiert. Dies bietet die grosse Chance, den heutigen Standort freizuspielen und als Allmeind einer freien, flexiblen Nutzung zuzuführen. Zudem hat der Neubau an einem anderen Standort den Vorteil, dass kein Provisorium für den Spielbetrieb während der Bauphase nötig wird. Eine etappierte Realisierung der Eisinfrastruktur sowie Übergangslösungen für den kurzfristigen Bedarf in Form eines überdachten Eisfelds am bestehenden Standort sollen möglich sein.

Im Lido Süd ist zudem ein neues, kombiniertes Freibad mit Hallenbad angedacht, welches zwei der drei vorhandenen Lehrschwimmbecken ersetzen werden soll.

Ein Studienauftrag für das gesamte Lido-Areal, welches in einem Masterplan münden wird, wurde in Auftrag gegeben. Daraus werden sich Projektwettbewerbe für den Eissport und weitere Projekte auf dem Areal ableiten lassen. Für das Freibad mit Hallenbad ist bereits ein Projektwettbewerb in Vorbereitung.

Hallensport: Trend zu Mehrfachturnhallen

Beim Hallensport lässt sich ein Trend weg von Einzelturnhallen hin zu Mehrfachturnhallen feststellen, da diese sowohl für den Schul – als auch für den Vereinssport mehr Möglichkeiten bieten. Eine entsprechende Bereinigung der Infrastruktur bietet sich beim Standort Schachen und langfristig beim Standort Hanfländer an. Ebenso gilt es beim Ausbau der Oberstufe Burgerau eine Mehrfachhalle mitzuplanen. Mindestens an einem Standort soll auch Kapazität für Zuschauer entstehen.

Offener Sport: Mehr und vielseitigere Anlagen

Für den offenen, ungebundenen Sport gilt es zukünftig mehr und vielseitigere Anlagen zur Verfügung zu stellen. Beispielsweise ist denkbar, dass entsprechende Einsteigeranlagen vermehrt auch auf Schulhaus-Anlagen oder anderen öffentlichen Liegenschaften eingesetzt werden.

Rasensport & Nautik: Lösungen für aktuelle Engpässe

In den Bereichen Rasensport und Nautik gilt es nach Lösungen für aktuelle Engpässe zu suchen. Als Grundlage für den Rasensport inklusive Leichtathletik wird für das Areal Grünfeld/Blumenau ein Masterplan erarbeitet. Im Rahmen der Ortsplanungsrevision gilt es, die erforderlichen Landreserven zu sichern.

In der Teilbereichsplanung Nautik steht eine Erweiterung des Wassersportzentrum im Lido an. Weiter sind jedoch auch die nationalen Leistungszentren Kanu-Regatta und Kanu Polo vor Ort untergebracht, weshalb sich auch der Bund an einer Erweiterung beteiligen wird. Zusätzlich gilt es die Infrastruktur im Stadthafen Rapperswil für den Yachtclub Rapperswil zu sichern sowie zu optimieren.

Zeitpläne als Richtwerte

Die Sportstättenplanung soll die Entwicklung der Sportstätten in Rapperswil-Jona leiten und begleiten. Die aufgezeigten Zeitpläne sind als Richtwerte zu betrachten und können sich abhängig von den gewählten Verfahren und politischen Prioritäten noch verändern.

Kostenermittlung aktuell nicht möglich

Dass die ganzen Begehrlichkeiten von Schule, Vereinen und dem Rest der Bevölkerung nicht gratis zu haben sind, liegt auf der Hand. Auf die Frage, in welchen monetären Dimensionen sich die Stadt in der Sportstättenplanung bewege, meint Bauchef Leutenegger: «Grundsätzlich ist alles machbar. Es ist immer eine Frage der Kosten.» Für den Stadtrat ist die Kostenermittlung für die angestrebten Massnahmen aktuell nicht möglich. Die Abhängigkeiten der Gesamtkosten in Bezug zu Projektumfang, den gewählten Wettbewerbsverfahren und allen finanzrechtlichen Belangen sind noch zu wenig verifizierbar.

Stadt Rapperswil-Jona / Markus Arnitz, freier Mitarbeiter Linth24