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19.05.2022

Logiernächte am Zürichsee nahmen um 30 Prozent zu

Rapperswil-Jona ist eine der Kerngemeinden der St.Galler Tourismusdestination Zürichsee, die u.a. das ganze Linthgebiet umfasst.
Rapperswil-Jona ist eine der Kerngemeinden der St.Galler Tourismusdestination Zürichsee, die u.a. das ganze Linthgebiet umfasst. Bild: RegioTV GmbH
Die touristische Nachfrage in der Hotellerie der vier St.Galler Tourismusregionen erholte sich 2021 gegenüber Vorjahr markant, lag aber weiterhin unter dem Vor-Pandemie-Niveau, so eine aktuelle Statistik.

Nach dem Einbruch im Vorjahr erholte sich die Nachfrage in der St.Galler Hotellerie im Jahr 2021 markant. Die Ankunftszahlen stiegen im Vorjahresvergleich von 325'000 auf 415'000 und die Logiernächte von 700'000 auf 880'000, was einem Anstieg von jeweils 26 Prozent entspricht. Zu diesem Ergebnis kommt die Fachstelle für Statistik des Kantons St.Gallen im «Jahresbericht 2021 zum Aufenthaltstourismus».

Der Anstieg fiel leicht höher aus als auf Schweizer Ebene, wo Ankünfte und Logiernächte um 25 beziehungsweise 24 Prozent zunahmen. Das Vor-Pandemie-Niveau wird aber sowohl im Kanton als auch in der Gesamtschweiz längst noch nicht wieder erreicht.

Entwicklung der Logiernächte in der Hotellerie (indexiert, 2005=100): Destinationen, Kanton St.Gallen, Schweiz – 1992 bis 2021. Bild: © Fachstelle für Statistik Kanton St.Gallen / Quelle: BFS, HESTA (mit Korrekturen FfS-SG)

Verlauf der Erholung je nach Destination unterschiedlich

Die Erholung der touristischen Nachfrage verlief wie der Vorjahreseinbruch in den vier St.Galler Tourismusdestinationen sehr unterschiedlich.

Die klassischen Feriendestinationen Toggenburg und Heidiland verzeichneten Anstiege der Logiernächtezahlen gegenüber dem Vorjahr von 11 bzw. 20 Prozent. Hierbei ist zu beachten, dass sie vergleichsweise glimpflich durch das Jahr 2020 kamen.

In den beiden städtischen Destinationen St.Gallen-Bodensee und Zürichsee nahm die Nachfrage ausgehend von deutlich tieferem Niveau wesentlich stärker zu. In der Destination St.Gallen-Bodensee betrug der Anstieg der Logiernächte gegenüber dem Vorjahr 32 Prozent, in der Destination Zürichsee 30 Prozent.

Monatliche Entwicklung der Logiernächte in der Hotellerie: Destinationen – Mittelwert, Maximum und Minimum 2008 bis 2019, 2020, 2021. Bild: © Fachstelle für Statistik Kanton St.Gallen / Quelle: BFS, HESTA (mit Korrekturen FfS-SG)

Nachfrageerholung setzt sich dank einheimischer Gäste fort

Eine vertiefende Analyse der Entwicklung im Jahresverlauf ergibt ein differenziertes Bild. Alle vier Destinationen verzeichneten im Jahr 2021 ein nachfrageschwaches erstes Quartal. Ab April erholten sich die Logiernächtezahlen in den Destinationen Heidiland, St.Gallen-Bodensee und Toggenburg spürbar, sodass in den darauffolgenden Monaten die langfristigen Durchschnittniveaus wieder erreicht wurden. In der Destination St.Gallen-Bodensee wurden im Sommer sogar die früheren Maximalwerte übertroffen. Am Zürichsee fiel die Nachfrageerholung ab dem zweiten Quartal zaghafter aus. Die Vorjahreswerte wurden im weiteren Jahresverlauf zwar übertroffen, es wurden aber nicht einmal die langfristigen Minimalwerte aus Vor-Corona-Zeiten erreicht.

Die Nachfrageerholung war destinationsübergreifend vor allem den einheimischen Gästen zu verdanken, die so zahlreich in den Destinationen nächtigten wie in früheren Jahren. Die Destinationen Heidiland und St.Gallen-Bodensee verzeichneten ab April 2021 sogar überdurchschnittliche Logiernächtezahlen einheimischer Gäste. Ab dem Sommer näherten sich in den Destinationen Heidiland, St.Gallen-Bodensee und Toggenburg auch die Logiernächtezahlen der ausländischen Gäste wieder langsam den langjährigen Durchschnittswerten an. Am Zürichsee erreichten die Logiernächtezahlen ausländischer Gäste hingegen auch in der zweiten Jahreshälfte maximal zwei Drittel des langjährigen Durchschnitts.

Aufenthaltsdauer steigt nicht weiter an

Nachdem die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Vorjahr entgegen dem langjährigen Trend markant angestiegen war, kam es im Jahr 2021 zu einer Normalisierung auf Werte von rund zwei Tagen.

Der Anstieg der Aufenthaltsdauer setzte sich in keiner Destination mehr fort, im Falle des Toggenburgs gab es sogar wieder einen deutlichen Rückgang um 0,3 Tage.

Monatliche Entwicklung der Nettobettenauslastung in der Hotellerie: Destinationen – 2019 bis 2021. Bild: © Fachstelle für Statistik Kanton St.Gallen / Quelle: BFS, HESTA

Im Frühjahr erneut viele temporäre Schliessungen

Die schwache Nachfrage im ersten Quartal 2021 veranlasste erneut zahlreiche Hotelleriebetriebe in den Destinationen Heidiland, Toggenburg und am Zürichsee dazu, ihre Türen vorübergehend zu schliessen. Ab April normalisierte sich in allen Destinationen das Übernachtungsangebot und der Prozentsatz der buchbaren Betten lag wieder auf dem Niveau des Jahres 2019. In den Destinationen St.Gallen-Bodensee und Toggenburg standen während der Sommermonate prozentual betrachtet sogar mehr Betten zur Verfügung als noch im Jahr 2019.

Die Auslastung der verfügbaren Betten erreichte in den klassischen Feriendestinationen bereits ab Februar wieder Vor-Pandemie-Niveau oder überflügelte dieses in manchen Monaten sogar. In den städtischen Destinationen näherte sich die Bettenauslastung erst in der zweiten Jahreshälfte wieder dem früheren Niveau an.

Jahresbericht 2021 zum Aufenthaltstourismus

Der Jahresbericht 2021 zum Aufenthaltstourismus erscheint als Ausgabe Nr. 99 in der Reihe «Statistik Aktuell» der Fachstelle für Statistik des Kantons St.Gallen. Er kann unter www.statistik.sg.ch kostenlos elektronisch bezogen werden.

Der Bericht untersteht dem Statistikgesetz des Kantons St.Gallen (sGS 146.1) und dessen Qualitätskriterien.

Staatskanzlei Kanton St.Gallen