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11.05.2022
11.05.2022 09:35 Uhr

Fast keine gleichgeschlechtliche Trauung im Linthgebiet

Gleichgeschlechtliche Paare können ab dem 1. Juli 2022 heiraten oder ihre eingetragene Partnerschaft in eine Ehe umwandeln.
Gleichgeschlechtliche Paare können ab dem 1. Juli 2022 heiraten oder ihre eingetragene Partnerschaft in eine Ehe umwandeln. Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY
Seit dem JA für die «Ehe für Alle» am 26. September 2021 können gleichgeschlechtliche Paare ab dem 1. Juli 2022 offiziell heiraten. Linth24 hat sich erkundigt, wie gross die momentane Nachfrage ist.

Am 26. September 2021 sagte die Schweiz deutlich Ja zur «Ehe für Alle» – alle 23 Kantone und insgesamt 1’828'427 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben damals die Initiative angenommen. Dies führt herbei, dass schwule und lesbische Paare offiziell ab dem 1. Juli 2022 mit den gleichen Rechten und Pflichten wie heterosexuelle Paare heiraten können. Gleichzeitig kann ab diesem Datum die sogenannte eingetragene Partnerschaft in eine Ehe umgewandelt werden.

Ansturm bleibt (momentan) noch aus

Eine Umfrage von Linth24 bei den regionalen Zivilstandsämtern zeigt, dass das Interesse durchaus vorhanden ist, die Ämter jedoch (momentan) noch nicht gleich überrannt werden mit Anfragen.

Rappi-Jona: Eine Ehe, zwei Umwandlungen

Andrea Frei-Gschwend, Leiterin Fachstelle Kommunikation der Stadt Rapperswil-Jona, teilt mit: «Auf dem Zivilstandsamt Rapperswil-Jona ist zur Zeit eine Reservation für eine Ehe von zwei gleichgeschlechtlichen Personen eingegangen. Für die Umwandlung einer bereits bestehenden eingetragenen Partnerschaft in eine Ehe hat das Zivilstandsamt zwei Termine vereinbart.» 

Uznach: Eine Ehe, eine Umwandlung

Ein ähnliches Bild zeichnet sich beim Zivilstandsamt Uznach ab, wie Nicole Küttel, Leiterin des Zivilstandsamtes, aufzeigt: «Bislang haben wir eine Anmeldung für die gleichgeschlechtliche Ehe und eine für die Umwandlung einer eingetragenen Partnerschaft.»

Neue Möglichkeiten

Mit dem Gang zum Standesamt erhalten homosexuelle Paare künftig auch das Recht, gemeinsam Kinder zu adoptieren. Ausländische Partner oder Partnerin können neu im vereinfachten Verfahren eingebürgert werden. Zudem erhalten lesbische Paare den rechtlichen Zugang zur Samenbank.

Ausserdem verändert die «Ehe für Alle» die Rechtslage der Kinder von gleichgeschlechtlichen Paaren, indem die Elternschaft des nicht biologischen Elternteils ab Geburt anerkannt wird. Verboten bleiben weiterhin die anonyme Samenspende, die Eizellenspende und die Leihmutterschaft.

Linda Barberi, Linth24