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Rapperswil-Jona
07.05.2022
07.05.2022 08:15 Uhr

Ortsgemeinde: Schwarze Null bei Jahresrechnung

Die OG RJ schliesst die Rechnung einem Aufwand von Fr. 10’803’087.88 und einem Ertrag von Fr. 10’805’678.9 ab.
Die OG RJ schliesst die Rechnung einem Aufwand von Fr. 10’803’087.88 und einem Ertrag von Fr. 10’805’678.9 ab. Bild: Linth24
Die Jahresrechnung 2021 der Ortsgemeinde Rapperswil-Jona schliesst mit einem Überschuss von Fr. 2591.10 ab. Eigentlich wäre ein Überschuss von Fr. 33'000 budgetiert gewesen.

Die Rechnung des Stadtmuseums sieht einen Betrag zulasten der Ortsgemeinde von Fr. 190’708.55 vor. Budgetiert war ein leicht tieferer Betrag von Fr. 186’300.–. Tiefere Einnahmen wegen der Corona-Pandemie und höhere Ausgaben beim baulichen Unterhalt sind verantwortlich für die Überschreitung des Budgets, wobei zu beachten ist, dass ein wesentlicher Teil der Mehrausgaben respektive Mindereinnahmen durch Einsparungen in anderen Bereichen wettgemacht werden konnte.

Höheres Defizit beim Schloss

Beim Schloss wurde ein Defizit von Fr. 101’300.– budgetiert. Die Rechnung weist ein höheres Defizit von Fr. 131’215.30 auf. Hauptverantwortlich dafür ist, dass die Einnahmen massiv eingebrochen sind, dies wegen der Corona-Pandemie. Budgetiert waren Einnahmen in Höhe von Fr. 102’000.–. Bereits dieser Betrag wurde im Vergleich zu den Vorjahren reduziert. Die Rechnung sieht Einnahmen in Höhe von Fr. 69’484.80 vor. Der Unterhalt wurde im Hinblick auf den kommenden Umbau des Schlosses auf ein Minimum reduziert.

Und auch beim Bürgerspital

Die Betriebsrechnung des Bürgerspitals weist ein Defizit von Fr. 383’061.41 aus. Für den Ausgleich des Defizits ist ein Bezug aus dem Eigenkapital (Vorfinanzierung) vorgesehen. Budgetiert wurde ein Defizit Fr. 331’800.–. Wesentlich verantwortlich für das höhere Defizit ist der Umstand, dass der Mahlzeitendienst durch Taxis durchgeführt wurde. Es sind Zusatzkosten von mehr als Fr. 60'000.– angefallen.

Turnaround bei den Holzpreisen

Der Betrieb Wald & Holz hat trotz der schwierigen Ausgangslage bei den Holzpreisen bereits im Jahr 2020 den Turnaround geschafft; dieser Trend hat sich im Jahr 2021 fortgesetzt. Das Budget für das Jahr 2021 sieht einen Ausgabenüberschuss von Fr. 7800.– vor. Erwirtschaftet wurde ein Einnahmenüberschuss von Fr. 245’874.53. Namentlich bei den Kundenarbeiten konnten die Einnahmen markant gesteigert werden. Auch die Sägerei konnte das ausgezeichnete Ergebnis aus dem Jahr 2020 bestätigen: Die Rechnung 2020 wies einen Überschuss von rund Fr. 90’000.– aus. Dieser Betrag konnte im Jahr 2021 auf Fr. 102’552.63 gesteigert werden.

Der hervorragende Abschluss des Betriebs Wald & Holz ist zur Hauptsache dafür verantwortlich, dass das Gesamtergebnis der Ortsgemeinde ausgeglichen ist.

Turbulentes Jahr im Bereich Liegenschaften im Finanzvermögen

Im Bereich der Liegenschaften im Finanzvermögen war 2021 ein turbulentes Jahr. Erfreulich ist, dass die Wohnungen der Ortsgemeinde weiterhin gefragt sind. Lediglich eine Wohnung, bei welcher indes Sanierungsarbeiten durchgeführt werden, war nicht vermietet. Weiterhin Sorgen bereitet die Vermietung des Restaurants Rathaus: Es hat Kontakte mit verschiedenen Interessentinnen und Interessenten gegeben, indes konnte ein Vertrag bislang noch nicht unterzeichnet werden. Dies hängt auch damit zusammen, dass das Rathaus nur «in globo» gemietet werden kann, also mit den Sälen und der Wohnung.

Turbulent war das Jahr, weil viele Mieterwechsel zu verzeichnen waren. Langjährige Mieterinnen und Mieter, welche teils jahrzehntelang in den Wohnungen gelebt haben, haben sich anders orientiert. Dies hat unter anderem dazu geführt, dass teils umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt werden mussten, die nicht budgetiert waren. Zudem sind bei gewissen Liegenschaften ausserordentliche Arbeiten angefallen, welche nicht budgetiert werden konnten.

Hohe Investitionstätigkeit

Die Investitionsrechnung zeigt Aufwendungen von Fr. 555’710.15 auf. Budgetiert waren Fr. 1’956’000.–. Die Hauptpositionen waren wie auch in den vergangenen Jahren im Verwaltungsvermögen das Projekt «Umbau und Neuinszenierung Schloss» und im Finanzvermögen das Projekt «Alterswohnungen mit Service Schachen».

Meilenstein beim Umbau Schloss

Beim Projekt «Umbau und Neuinszenierung Schloss» konnte im Jahr 2021 ein wesentlicher Meilenstein erreicht werden: Die Unsicherheit hinsichtlich des Mietvertrags Polenmuseum konnte bereinigt werden. Der Realisierung des Projekts steht nun nichts mehr entgegen. Anfang September 2021 wurden die Arbeiten wieder aufgenommen, und die Phasen «Ausführungsplanung» und «Ausschreibung» wurden gestartet. Dabei wird auf einen Baustart im Oktober 2022 hingearbeitet. Dies, um das umgebaute und neuinszenierte Schloss im Sommer 2024 wiedereröffnen zu können.

Durch Einsprachen blockiert

Bedauerlicherweise ist das Projekt «Alterswohnungen mit Service Schachen» seit längerer Zeit durch eine Einsprache blockiert; diese Einsprache betrifft grundsätzliche Fragestellungen und liegt ausserhalb des Einflussbereichs der Ortsgemeinde. Es wird sich zeigen, ob sich die Einsprache im Jahr 2022 regeln lässt, damit mit den Bauarbeiten 2023 begonnen werden kann. Ein Bezug der Alterswohnungen wäre dann Ende 2025/Anfang 2026 denkbar.

Bilanz praktisch unverändert

Die Bilanzsumme beläuft sich per 31. Dezember 2021 auf Fr. 149’814’563.99. Im Vorjahr lag sie bei Fr. 149’710’578.81.

Bürgerversammlung am 7. Juni 2022

Die Bürgerversammlung, an welcher die Rechnung 2021 behandelt werden wird, findet am 7. Juni 2022 im Kreuz in Jona statt. Neben der Allgemeinen Umfrage sind zwei weitere Geschäfte traktandiert: Einerseits die Wahl der Stimmenzählenden für den Rest der Amtsdauer 2021 – 2024 und andererseits das Gutachten in Bezug auf den Umbau und die Umnutzung des Gebäudes Bürgerspitals.

Der Ortsverwaltungsrat freut sich bereits jetzt auf die, hoffentlich, gut besuchte Bürgerversammlung. Im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahren ist im Anschluss an die Bürgerversammlung ein Apéro vorgesehen.

Ortsgemeinde Rapperswil-Jona