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Kanton
02.05.2022
02.05.2022 16:01 Uhr

Bundesrat Ueli Maurer an 28. SVP Churfirstentagung

Bundesrat Ueli Maurer hielt im vollbesetzten Thurpark Wattwil eine spannende Rede zum Thema «Die Schweiz und die Welt».
Bundesrat Ueli Maurer hielt im vollbesetzten Thurpark Wattwil eine spannende Rede zum Thema «Die Schweiz und die Welt». Bild: Ivan Louis
Vor vollen Rängen fand kürzlich im Restaurant Thurpark in Wattwil die 28. Churfirstentagung statt, die traditionell von der SVP Kanton St.Gallen organisiert wird. Gastredner war SVP-Bundesrat Ueli Maurer.

Musikalische Unterhaltung und zusätzliche Tische und Stühle

Bereits vor 19:00 Uhr fanden sich die ersten Interessierten im Thurparksaal in Wattwil ein. Eine Schweizerfahne, eine St.Galler-Fahne, Tischtücher mit Parteilogo und die Dekorationen liessen darauf schliessen, dass hier ein Anlass der SVP Kanton St.Gallen stattfinden wird. Zum Auftakt spielten die Örgelischüler auf der Bühne. Um 20:00 Uhr war der Thurparksaal bis auf den letzten Platz besetzt, es mussten gar zusätzliche Tisch und Stühle hineingetragen werden. Die Corona-Pause konnte der Churfirstentagung also nichts anhaben, im Gegenteil.

Die Toggenburger SVP-Nationalrätin Esther Friedli moderierte durch den Abend. Nach dem Grusswort der Gemeinde Wattwil hiess Walter Gartmann, Präsident der SVP Kanton St.Gallen und Kantonsrat, die Anwesenden und Herr Bundesrat Ueli Maurer herzlich willkommen.

Die Örgelischüeler von Ernst Schläpfer stimmten das Publikum auf die Rede von Ueli Maurer ein. Bild: Ivan Louis

Maurer zu Sicherheit, Energie, Landwirtschaft, Staatsfinanzen

Ueli Maurers Rede ging keinem Manuskript nach, oft stand er auch neben dem Rednerpult.

Aus dem Krieg in der Ukraine leitetet Maurer ab, dass damit nun schneller als erwartet Themen ans Tageslicht kommen, für welche die SVP in den letzten 10 bis 20 Jahren zwar immer eingestanden, aber auch immer belächelt wurde.

Maurer schälte vier Kernthemen heraus: Erstens eine starke Armee zur Verteidigung der Eidgenossenschaft. Die Schweizer Armee müsse auch mit einem entsprechenden Budget, modernen Waffen und den nötigen jungen Männern – und Maurer brachte auch die Frauen ins Spiel – ausgerüstet werden.

Zweitens das Thema Energie: Zu oft habe man in der Energiepolitik auf alles Mögliche geschaut, nie aber auf die Versorgungssicherheit von Wirtschaft und Bevölkerung.

Drittens stand die Landwirtschaft im Fokus: Die Ukraine als Kornkammer Europas kann nicht mehr wie gewohnt liefern. Jetzt ist es noch wichtiger, in der Schweiz eine Landwirtschaft zu betreiben, die auch Nahrungsmittel für die Bevölkerung produziert, statt «nur» Hecken pflegt.

Als vierten Punkt stellte Maurer die Staatsfinanzen in den Mittelpunkt: Bundesrat und Parlament müssen bei kleinen und grossen Ausgaben sorgfältig und sparsam mit den Steuergeldern umzugehen. Denn es komme Krise auf Krise, sodass unsere europäischen Nachbarstaaten mit ihrer enormen Staatsverschuldung schon längst keinen Euro Reserven mehr hätten. Als Vorsteher des Eidgenössischen Finanzdepartements EFD sprach Maurer auch die Teuerung an, welche in der Schweiz zwar noch langsamer als im Ausland verlaufe, aber wegen hoher Energiepreise zunehmen werde.

Problematisch: «Meh dörfs fängs nüme sege»

Bundesrat Maurer stellte sich auch den kritischen Fragen aus dem Publikum. Auf die Frage, welches Gesetz er einführen würde, meinte Maurer mit einem Lachen, das müsse eines sein, dass alle anderen aufhebt. Generell würde er keine Politiker mehr wählen, der mit der Ankündigung von neuen Gesetzen und mehr Bürokratie in den Wahlkampf ziehen.

Als Fazit stellte Ueli Maurer fest, dass wir in der Politik und in Bern zu viele Personen haben, die meinen, sie seien schlauer und «die Elite». Dabei ist jede Schweizerin und jeder Schweizer ein «Experte für sein oder ihr Leben» und wisse, worauf es jeden Tag ankomme. Erst diese Stimme jedes Schweizer Bürgers und jeder Schweizer Bürgerin mache die direkte Demokratie und die kleine Schweiz stark. Es dürfe deshalb nicht sein, dass sich mehr und mehr Bürgerinnen und Bürger aufgrund der politischen Korrektheit und des Drucks der Medien nicht mehr getrauen, ihre Meinung zu äussern.

Bundesrat Ueli Maurer begeisterte mit seiner Rede die Gäste im Thurpark Wattwil Bild: Ivan Louis

Standing Ovation für Bundesrat Maurer

Die Anwesenden anerkannten die Rede von Bundesrat Maurer und seinen Einsatz in der Landesregierung mit einer mehrminütigen Standing Ovation. Als Dank überreichte Esther Friedli ihm ein volles Kistli mit «Toggenburger Buurechoscht» und wies darauf hin, dass die Bäuerinnen und Bauern hier im Toggenburg tagtäglich mit Leidenschaft hochwertige und gesunde Schweizer Lebensmittel herstellen.

Nach der Rede von Ueli Maurer trug das Stockberg-Chörli aus Nesslau mit den eindrucksvollen Stimmen der Frauen und Männer noch einmal zwei Stücke vor.

Nationalrätin Esther Friedli überreichte Bundesrat Ueli Maurer zum Dank einen Geschenkekorb mit Toggenburger Spezialitäten Bild: Ivan Louis

Grosse Verlosung mit Toggenburger Preisen

Bei der grossen Verlosung zog Andi Brunner die Gewinnerinnen und Gewinner aus dem Lostopf. Von Führungen durchs Bundeshaus bzw. das St.Galler Regierungsgebäude, über handgemachte Toggenburger Stabellen bis hin zum halben Käse gab es attraktiven Preise zu gewinnen. Als Hauptpreis winkte einen Monat kostenlose Fahrt mit einem E-Auto der Auto Hermann AG aus Ebnat-Kappel.

Zum Schluss verdankte Esther Friedli die SVP Ortspartei Wattwil unter Präsident Hansueli Hofer sowie Kantonsrat Ivan Louis für die Unterstützung zugunsten der 28. SVP-Churfirstentagung.

Andi Brunner durfte Glücksfee spielen und zog beim Gewinnspiel die Lose aus dem Topf. Bild: Ivan Louis

Maurer verbrachte acht WKs im Toggenburg

Der Chefredaktor von Toggenburg24, Gabriel Baal, fragte Bundesrat Ueli Maurer im Anschluss an seinen Vortrag, was ihn persönlich mit dem Toggenburg verbinde. Er antwortete: «Ich war insgesamt während acht WKs im Toggenburg stationiert. Mit meiner Familie habe ich viele Ferienaufenthalte im Tal verbracht. Ich mag die Leute, die Folklore und die Berge». Das Toggenburg sei «eine der schönsten Gegenden mit den besten Leuten», so Ueli Maurer weiter. 

Des Weiteren fragten wir Ueli Maurer, wie er die Rolle des Schweizer Frankens sieht, wenn der Euro oder der Dollar im Sinne einer Hyperinflation im Ausland extrem unter Druck kommen würde. Er meinte dazu: «Der Schweizer Franken kann gehalten und gut gestützt werden. Wir müssen allerdings schauen, dass er nicht zu stark wird. Bis jetzt sind wir jedoch sehr gut unterwegs. So haben wir im Vergleich zum Ausland in der Schweiz eine sehr geringe Inflationsrate».

Chefredaktor Gabriel Baal konnte nach der Veranstaltung mit Bundesrat Ueli Maurer ein Kurzinterview führen. Bild: Redaktion Toggenburg24
Redaktion Toggenburg24 / Linth24