Eschenbach
10.03.2019

ESCHENBACH: EKLAT UM BLÖCHLINGERS NACHFOLGE

Für Eschenbach wird ein Gemeindepräsident als Nachfolger von Sepp Blöchlinger gesucht und das ist offenbar schwieriger als gedacht. Der bisher einzige Kandidat und der Sprecher der überparteilichen Findungskommission beziehen bei Linth24 Stellung.

Cornel Aerne von der CVP ist Gemeindevizepräsident und Kantonsrat. Er hat sich früh als Kandidat empfohlen (Linth24-Bericht vom 23. Januar 2019.). Unabhängig davon machte sich eine überparteiliche Findungskommission auf die Suche nach weiteren Kandidaten, scheiterte damit jedoch, wie sie am Freitagabend bekannt gab (Linth24-Bericht vom 9. März 2019).

Linth24 fragte Cornel Aerne an, was er davon halte. Dieser antwortete diplomatisch: «Ich möchte gerne die Einreichefrist für Wahlvorschläge abwarten, bevor ich mich zu meiner Kandidatur weiter äussere.» Für Cornel ist es immer noch möglich, dass sich weitere Kandidaten melden, unabhängig von der Findungskommission. Anmeldeschluss dafür ist der 13. März, 16.30 Uhr. Bis dann müssen alle Vorschläge auf der Gemeindekanzlei eingereicht sein.

Sollte sich kein weiterer Kandidat melden, dann ist Aerne der einzige Bewerber, der bei der Wahl am 19. Mai zur Verfügung steht.

Und was sagt Aerne dazu, dass er von der Findungskommission nicht zur Wahl empfohlen wird? «Ich hätte mich natürlich gefreut, wenn mich die Findungskommission ausdrücklich unterstützt hätte. Dass ich mich für das Amt zur Verfügung stelle, hatte ich aber schon vorher entschieden. Ich hoffe, dass ich die Wahlberechtigten mit meinem persönlichen, beruflichen und politischen „Rucksack“ überzeugen kann.»

Sollte er – was unwahrscheinlich ist – am 19. Mai das absolute Mehr nicht erreichen, findet im August ein zweiter Wahlgang statt zu dem sich dann wiederum neue Kandidaten melden können. Klartext der Findungskommission Reto Bollhalder ist «Pressesprecher» der überparteilichen Findungskommission (FIKO). https://www.politik-eschenbach.ch/wahl-gemeindepraesidium/findungskommission/ Er beantwortete die Fragen von Linth24 ungeschminkt, schränkt jedoch gleichzeitig ein: «Ich muss aber festhalten, dass diese mit der Findungskommission nicht rückbesprochen sind und ich Ihnen nur meine Eindrücke und Empfindungen weitergeben kann.»

Linth24: Guten Morgen Herr Bollhalder, haben Sie Cornel Aerne schon zur Wahl als Gemeindepräsident gratuliert?

Bollhalder: Nein - der erste Wahlgang findet erst am 19. Mai 2019 statt.

Die Findungskommission berichtet, dass es kein Pflichtenheft für den Job gab, der immerhin 200'000 Franken Lohn pro Jahr plus Zusatzentschädigungen bringt. Überraschte Sie das?

Bollhalder: Es überrascht mich und macht mich auch etwas nachdenklich.

Herr Aerne hat sein Dossier der Findungskommission präsentiert. Wurde er von der Kommission zu einem Hearing eingeladen oder andersrum gefragt: Was haben Sie von der Kommission mit dem Dossier Aerne getan?

Wir haben von Cornel ein Unterstützungsgesuch erhalten und er wurde vom HR-Ausschuss zu einem Gespräch eingeladen.

Ein zweiter Kandidat zog sich kurzfristig zurück. Können Sie mehr zu den Hintergründen sagen?

Der Rückzug ist für uns kurzfristig und überraschend erfolgt. Die Findungskommission hat telefonisch und per Email versucht mit dem Kandidaten die Beweggründe zu eruieren. Wegen der Kurzfristigkeit war dies leider nicht möglich.

Die Findungskommission empfiehlt Herrn Aerne nicht zur Wahl. Warum?

Das Ziel der FIKO war, den Wählern zwei oder drei KandidatInnen zu präsentieren. Es ist nicht primär Aufgabe der Findungskommission, einzelne Kandidaten zu empfehlen. Das überlassen wir den Parteien.

Herr Aerne ist Vizepräsident des Gemeinderates. Täuscht der Eindruck, dass es innerhalb des Gemeinderates erhebliche Spannungen gibt?

Ich bin nicht Mitglied des Gemeinderates und kann diese Frage nicht beurteilen.

Es ist davon auszugehen, dass Herr Aerne neuer Gemeindepräsident von Eschenbach sind. Freut Sie das?

Freuen würde es mich, wenn ein Kandidat aus einer valablen Auswahl als bester gewählt würde. Es ist schade, dass die Wahlen so kurzfristig angesagt wurden und gewisse Kreise sind der Ansicht, dass der Zeitplan bewusst so gewählt wurde um schon gar keine Mitbewerber aufkommen zu lassen. Der Gemeinderat bestätigt dies auch mit dem negativen Bescheid beim Gesuch der Findungskommission um Kostenbeteiligung bei der Rekrutierung. Es ist einfach - wenn man etwas nicht will, gibt man keine Zeit und kein Geld - dann geschieht auch nichts. Freude macht das nicht.

https://linth24.ch/eschenbach-gemeindepraesident-bloechlinger-tritt-zurueck/

https://linth24.ch/eschenbach-volldampf-bei-der-praesidentensuche/

Mario Aldrovandi