Eschenbach
15.04.2019

ANDREAS BÜELER: DER UNERWARTETE KANDIDAT IN ESCHENBACH

Am 19. Mai wählt Eschenbach einen neuen Gemeindepräsidenten. Bis kurz vor Anmeldeschluss sah es nach einer Routine-Wahl aus. Doch die CVP Dominanz wird nun in Frage gestellt. Andreas Büeler nimmt den Kampf an.

Andreas Büeler ist das, was sich jeder Demokrat wünscht: Er setzt sich gerne für die Gemeinschaft ein und ist niemandem verpflichtet. Er hat bereits Erfahrungen als Gemeinderat und keine Angst vor dem «Kreis». Mit «Kreis» bezeichnet Büeler «die Gruppe von Beratern, Baufirmen und Behördenvertretern, die sich für die Wahl von Cornel Aerne einsetzen». Sie würden die Stärken und Schwächen von Aerne kennen und möchten diese ausnutzen. Dagegen kämpft Büeler.

Wer zu Büeler nach Hause will, muss hoch hinaus. Er lebt mit seiner Frau Claudia und den vier Kindern im Skigebiet des Atzmännig, auf einem Hof mit 70 Rinder und Kälbern. Auch wenn der Kandidat weit ab vom Schuss lebt: «Das Buschtelefon aus dem Dorf funktioniert gut». Und wenn er draussen arbeite, dann werde er von Wanderern immer wieder auf die Zustände in Eschenbach angesprochen. «Was ich hier oder im Winter am Lift erfahre, ist zum Teil entsetzend».

Von 2008 bis 2014 war Büeler schon mal Gemeinderat. Weil ihm Teilzeitamt und Bauernhof zu viel wurden, zog er sich zurück. Nun kandidiert er für das Vollamt als Gemeindepräsident und wäre bereit, dafür den Hof aufzugeben.

Büeler ist parteilos. Die CVP unterstützt ihr Parteimitglied Cornel Aerne. Im Namen der SP tritt Ivo Kuster an. Bleiben SVP, Grüne und FDP. Die Grünen schweigen. Die SVP entschied sich für Stimmfreigabe. «Das hat mich überrascht, denn sie will ja Aerne nicht», sagt Büeler. Dafür freut ihn die FDP. Am 25. April können sich er und die anderen Kandidaten den Freisinnigen vorstellen. «Das ist doch normal: Wenn eine Partei keine eigenen Kandidaten hat, dann schaut sie, wer für sie der Beste ist».

Nicht verständlich ist ihm die Position des Gewerbevereins-Vorstand. Deren Präsident Harry Iselin schrieb ihm: «Der Vorstand habe sich vor Ende der Bewerbungsfrist für Cornel Aerne ausgesprochen». Später meldete der Vorstand, Aerne sei für den Gewerbeverein der einzige wählbare Kandidat. Büeler: «So arbeitet der Kreis. Das ist Diktatur, nicht Demokratie.» Wie sich die Mitglieder zu diesem Verhalten äussern, wird sich an der Mitgliederversammlung am 24.April zeigen.

Zu seinen Mitbewerbern redet Büeler Klartext. «Ivo war als Mitarbeiter ein Super-Typ. Ich kenne ihn aus der Stifti». Aber seit Kuster die Vergehen eines Bauern mit einer Kamera festgehalten und veröffentlicht hat, sank sein Ansehen: «Die Leute wollen keinen Überwachungs-Präsidenten». Aerne ist der Topfavorit für den eingangs genannten Kreis. «Cornel würde mit seinen Stärken und Schwächen die Gemeinde weiterführen, aber dem ‘Kreis’, weiterhin unterlegen sein».

Was aber sind Büelers Programmpunkte? Auf diese Frage kommen ein paar Stichworte: «eine transparente Information Politik, gute Infrastrukturen, erträgliches Altersheim, Offenlegung bei Bauten». Aber ihm geht es um Fundamentaleres: «Ich will, dass sich das Volk wieder engagiert, dass die Bürgerversammlungen gut besucht sind, dass sich die Bürger vom ’Kreis’ lösen und gemeinsam vorwärts gehen». Er erinnert sich an seine Zeit als Gemeinderat: «Wir verteilten 500 Fragebogen und 140 schrieben, was ihnen nicht passte». Das habe man dann «Stück für Stück» abgearbeitet. So eine Volksbefragung könnte wieder am Anfang einer neuen Präsidentschaft stehen.

Bleibt noch die Frage, kann Büeler eine Gemeinde mit einem Budget von 60 Millionen Franken führen? «Ich habe keine Angst, aber es ist eine Herausforderung. Ich bin ja auch nicht allein. Es gibt auf der Gemeinde viele fähige Leute».

Seine Frau Claudia nimmt am Gespräch teil. Beim Fototermin steht sie allerdings abseits. «Res ist der Kandidat und er hat Mut. Auch wenn ich nicht aufs Bild will, stehe ich 100% hinter ihm.» Sie und übrigens auch ihre vier Kinder im Alter von 18 bis 23 Jahren. Sie sagten: «Dädi, Du kannst das».

Das macht dann schon 5 Stimmen für Andreas Büeler.

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Mario Aldrovandi