Gommiswald
24.04.2019

KATHOLISCHE KIRCHE WILL HILFSVEREINE GRÜNDEN

Unter dem Titel "KISS = Kepp it small and simple" (Halte es klein und einfach) will die katholische Kirche die Nachbarschaftshilfe stärken. 

Schon 14 KISS-Genossenschaften wurden in der Schweiz gegründet. Eine Gruppe wurde nun auch in der Region Linth aktiv. Sie möchte wie in Uster, der March, dem Toggenburg und Glarus eine KISS-Genossenschaft auf die Beine stellen und so die Nachbarschaftshilfe stärken.

Die in manchen Regionen der Schweiz bereits gegründeten KISS-Genossenschaften schaffen die Rahmenbedingungen dafür, dass Menschen im Alter oder in schwierigen Lebenssituationen von freiwilligen Helferinnen und Helfern auf unkomplizierte Art unterstützt werden. Durch die demographischen Veränderungen, die vermehrte Berufstätigkeit und die häufigeren Wohnortswechsel, wird es für Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, immer schwieriger, diese von Familienangehörigen oder direkt aus der Nachbarschaft zu erhalten.

KISS-Genossenschafterinnen und -Genossenschafter verbindet der Wunsch, trotz der gesellschaftlichen Veränderungen - oder gerade deswegen - die Nachbarschaftshilfe zu fördern und zu unterstützen. Auch im Fall von Krankheit, Unfall, Behinderung oder altersbedingten Einschränkungen sollen Menschen möglichst selbstbestimmt daheim leben können.

Nachbarschaftshilfe mit Zeitgutschriften

KISS steht für keep it small and simple (Halte es klein und einfach). Geben und Nehmen in nachbarschaftlicher Hilfe soll Menschen einfach ermöglicht werden. Damit sie zueinander finden, werden durch die KISS-Genossenschaften Koordinationsstellen aufgebaut. Diese ermöglichen es, Nachbarschaftshilfe als einen wichtigen Teil der sozialen Integration und der Solidarität zu stärken, indem Menschen im Geben und Nehmen untereinander auf unbürokratische Art zusammenfinden. Die dafür aufgewendete Zeit wird in den persönlichen Zeitkonten der Mitglieder verbucht. Die Freiwilligen werden so mit Zeitgutschriften honoriert, die sie für Lebenssituationen, wo Nachbarschaftshilfe gebraucht wird, ansparen oder sofort brauchen oder die sie verschenken können. Bei diesem Engagement der Nachbarschaftshilfe können alle mittun - von Jung bis Alt.

Gründungskomitee unterwegs

Im Rahmen des Leitbildprozesses und des Bevölkerungsworkshops, der zum Kompass 35 der politischen Gemeinde Gommiswald führte, wurde die Nachbarschaftshilfe thematisiert und diskutiert. Daraus ist nach einer Spurgruppe nun ein Gründungskomitee für eine KISS-Linth Genossenschaft entstanden. Die Mitglieder des Komitees kommen aus der Region. Zusammen wurde das Gründungsdatum auf den Mittwoch, 19. Juni in diesem Jahr festgelegt. Bis dorthin ist die Gruppe damit beschäftigt, die Gründungsversammlung mit kleinem Festakt und die dazugehörenden Statuten vorzubereiten. Durch gezielte Informationen wird für das Anliegen geworben. Man hofft, dass an der Gründungsversammlung eine grosse Anzahl Interessierte teilnehmen und sich davon möglichst viele als Genossenschafterinnen und Genossenschafter eintragen wird. Nebst der Planung der Gründung laufen jetzt schon Vorbereitungen, damit bald nach der Gründung mit einer ersten Koordinationsstelle mit Sitz in Gommiswald in sogenannten Tandems das Geben und Nehmen organisiert und erste Erfahrungen gesammelt werden können.

(OriginalMitteilung, Autor: Katholisches Pfarramt Gommiswald)