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19.05.2020
19.05.2020 11:14 Uhr

Kommt endlich zur Besinnung...

Daniel Altorfer: «Durch die Flut an Berichten, Analysen, Thesen und Theorien ist eine sachliche Meinungsbildung zum Thema Coronavirus seit längerem kaum mehr möglich.»
...bevor es zu spät ist! Mit diesem Aufruf wendet sich Daniel Altorfer in dieser schwierigen Zeit an die Leser und analysiert die Corona-Hysterie.

In meinem letzten Linth24-Artikel habe ich auf die fehlende Toleranz im Umgang mit dem Coronavirus berichtet. Auch von den Gefahren, die durch die zunehmende Radikalisierung in der Bevölkerung ausgeht. Die aktuelle Entwicklung zeigt leider in eine andere Richtung: Die Polarisierung des Volkes ist im vollen Gange und gerät immer mehr aus den Fugen.

Meinungsfreiheit stösst an ihre Grenzen

Keine Frage, die Meinungsfreiheit ist ein wichtiges Element des Sozialstaates Schweiz und kaum wegzudenken. In den meisten Fällen verhilft diese, sachliche Dialoge und Debatten zu führen. Doch aktuell stösst die freie Meinungsäusserung an ihre Grenzen und droht, das Land zu destabilisieren. Durch die Flut an Berichten, Analysen, Thesen und Theorien ist eine sachliche Meinungsbildung zum Thema Coronavirus seit längerem kaum mehr möglich.

Hochkonjunktur der Verschwörungstheoretiker

Sie werden immer abstruser: die Verschwörungen rund um das Coronavirus und dessen Auswirkungen. Bill Gates wird bezichtigt, die Weltherrschaft an sich reissen zu wollen. Der Schweizer Staat wird zur Diktatur umfunktioniert. Ja, es wird sogar behauptet, 5G-Strahlen übertragen das Virus.

Was einem täglich zu Ohren kommt, entbehrt teilweise jeglicher Grundlage und dient einzig dazu, die Leserschaft zu polarisieren und noch mehr Angst zu schüren. Es ist für den Normaldenkenden nur sehr schwer erklärbar, wie man sich für solches radikales Gedankengut begeistern kann. 

Das Spiel mit der Angst der Leserschaft

Doch es gibt eine Erklärung: In Situationen der Angst und Unsicherheit ist der Mensch empfänglicher für Unwahres und lässt sich dadurch viel schneller Manipulieren. Dies nützen Verfasser und Initianten solcher abstrusen Theorien schonungslos aus und kreieren immer neue und düstere Szenarien.

Nutzniesser der Angst und Unsicherheit im Volk sind die Boulevardmedien, die durch ihre permanente Berichterstattung über das Coronavirus Panik schüren und so die Leserschaft mit täglichen Horrorszenarien an sich fesseln. Politiker wiederum nutzen die Situation für Parteiwerbung oder persönliche Interessen.

Weltwochen-Verleger und Staatsfeind Roger Köppel spielte die Gefahr, die durch Verschwörungstheorien ausgeht, in einem seiner letzten Beiträge herunten und rief sogar dazu auf, solche Theorien zu unterstützen. Influencer sehen sich urplötzlich als Heilsbringer, Seelsorger oder Spezialisten auf dem Gebiet der Fachmedizin und massen sich an, reihenweise Unwahrheiten über das Virus und dessen Folgen zu posten.

Dabei gehen die Verfasser immer weiter: Hoch im Trend stehen Staatsanfeindungen bis hin zum Aufruf gegen Institutionen und Personengruppen. Den egozentrischen Initianten geht es dabei darum, Reichtum, Macht und Ansehen zu erlangen.

Gefährliches Spiel mit dem Feuer

Wozu ein solches Verhalten führen kann, sehen wir in grossen Schritten auf uns zukommen: Erste Demonstrationen gegen die Regierung und deren Massnahmen wurden bereits durchgeführt.

Weitere sind geplant und die Anhängerschaft gegen die Schuldigen wird durch Hetze weiterwachsen. Dabei nützen diese Auflehnungen nichts und niemandem! Das Rad kann nicht mehr zurückgedreht werden – das Gewesene kann nicht mehr geändert werden. Der Blick muss nach vorne gerichtet werden.

Kommt endlich zur Besinnung!

Diese fatale Entwicklung kann nur gestoppt werden, wenn:

  • Boulevardmedien endlich zur Vernunft kommen und anstelle ihrer permanenten Panikmacherei sachliche Informationspolitik betreiben
  • Politiker ihre partei- und personenbezogenen Interessen in den Hintergrund stellen und sich voll und ganz in den Dienst der Schweiz stellen. Für den Zweck also, wofür wir diese auch gewählt haben
  • Verschwörungstheoretiker und Influencer Tastatur und Bildschirm in den Schrank legen und ihre «Geilheit» nach tausenden von Klicks begraben
  • Schwarzmaler und Dauernörgler konstruktive Vorschläge präsentieren statt negatives Gedankengut verbreiten und das Land weiter aufwühlen

Wir brauchen euer egoistisches und zerstörerisches Handeln nicht! Was die Schweiz braucht, ist eine positive Grundeinstellung, einen sachlichen Dialog, Toleranz und vor allem Zusammenhalt! So und nur so kommen wir möglichst schnell und unbeschadet aus dieser Krise.

Mein Tipp an die Medienkonsumenten: Entziehen Sie sich dem Corona-Medienwahn so gut als möglich und vor allem, hinterfragen Sie die Ihnen zugekommenen Informationen zu diesem Thema immer kritisch, bevor Sie sich eine Meinung bilden. Denn wie sagt ein Sprichwort so schön: Zu viele Köche verderben den Brei….

Daniel Altorfer, freier Mitarbeiter Linth24
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