Linthgebiet
26.04.2019

CHANDIRAMANIS BÖRSENWOCHE NR 17

Der Finanzanalyst Christopher Chandiramani aus Jona legt für Linth24 jeweils zum Wochen-Ende seine Erkenntnisse dar. Dieses Mal nach einer kurzen Woche. Die Einschätzungen sind geprägt von jahrzehntelanger Erfahrung. 

Hätte vor 2-3 Jahren der nordkoreanische Machthaber den russischen Präsidenten Putin besucht, hätten auch die Welt und die Aktienmärkte den Atem angehalten. Aber diesmal wurde die Meldung kaum wahrgenommen, oder höchstens als kurze Agenturmeldung in den Medien wiedergegeben. Die Märkte schauten momentan eher auf die USA, Asien, Europa und die Zinsen und Währungen. Bis Am Freitag war der Wochengewinn wiederum fast 1.5 Prozent (seit Jahresbeginn fast 14%). Das bedeutet auch ein Allzeithöchst beim Schweizer Aktienindex.

Beflügelt wurden die Dividendenpapiere durch eine starke Kursentwicklung beim Indexschwergewicht Novartis, gute Zwischenergebnisse bei den Grossbanken und eine gute Meldung bezüglich Valora. Diese Gesellschaft hat den Zuschlag erhalten für den Kioskausbau an den Bahnhöfen der SBB. Eine gute Basis bildete auch eine leichte Abschwächung des Schweizerfrankens. Den Tourismus und die Exportindustrie freut diese Konstellation.

Wie üblich Ende April geht die Generalversammlungs- und Dividendensaison weiter. Am Mittwoch fand die GV bei der St. Galler Kantonalbank statt, dies bedeute immer ein High-Light in der Region, wenn sich über 4000 wohlgelaunte Aktionäre und Gäste treffen. Am Freitag konnte der Aktionär wählen ob er an der GV bei der Nationalbank in Bern, bei Bâloise, der Credit Suisse, Glarner Kantonalbank oder bei der VP Bank in Vaduz teilnehmen möchte, oder bei unserem lokalen EW Jona-Rapperswil. Bei der Nationalbank rechtfertigte unser Notenbankpräsident Thomas Jordan in einer langen Rede die umstrittenen und vor allem bei den Pensionskassen gehassten Negativzinsen. Im Vorfeld der CS GV wurde am Versammlungsort in Oerlikon gegen die hohen Löhne und Boni demonstriert. Diesbezügliche Exzesse werden in Zukunft immer weniger toleriert.

Die Börsenhausse schein sich vorläufig fortzusetzten. Das Umfeld bleibt intakt, wirtschaftlich und politisch. Störfaktoren bezüglich Inflation, Währungen und Zinsen sind momentan nicht auszumachen. Geopolitische Probleme und Terrorismus rücken in den Hintergrund, zumindest bei den Wertpapiermärkten.

Christopher Chandiramani