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Gesundheit
10.12.2021
10.12.2021 17:28 Uhr

Bars und Restaurants könnten bald schliessen

Ein Beizenbesuch könnte je nach Entwicklung der Corona-Lage bald wieder verboten werden.
Ein Beizenbesuch könnte je nach Entwicklung der Corona-Lage bald wieder verboten werden. Bild: zVg
Nur eine Woche nach der Ausweitung der Masken- und Zertifikatspflicht bedingen die weiterhin steigenden Spitaleintritte eine baldige nächste Verschärfung der Corona-Massnahmen. Zur Debatte steht neben schärferen 2G-Regeln auch die Schliessung von Restaurants und Bars.

«Der Bundesrat will rasch entscheiden können, sollte sich die Situation weiterhin ungünstig entwickeln», teilte die Landesregierung am Freitag mit. Bis am Dienstag sollen sich Kantone, Parlament und Co. zu zwei Varianten für weitergehende Massnahmen äussern. Definitiv entscheiden will der Bundesrat trotz «sehr kritischer» epidemiologischer Situation erst danach.

Infrage kommt nun auch eine Massnahme, die der Bundesrat mit seiner zurückhaltenden Corona-Strategie regelmässig als «Worst-Case-Szenario» bezeichnet hat: die Schliessung von Betrieben. Konkret sind bei einer weiteren Verschärfung der Situation Schliessungen dort geplant, wo die Maske nicht getragen werden kann.

Umfassende Schliessungen diskutiert

Dies beträfe beispielsweise die Innenbereiche von Restaurants sowie Fitnesscenter, Discos und Bars. In geschlossenen Sportstadien wäre Essen und Trinken nicht mehr erlaubt. Zulässig blieben sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten in Innenräumen, bei denen eine Maske getragen werden kann. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre dürften weiterhin Sport im Innern treiben.

Zwar ist ein umfassender Shutdown wie im vergangenen Winter noch kein Thema der laufenden Konsultation, wurde von Bundesrat am Freitag aber ebenfalls diskutiert.

2G-Regel ausweiten

Die zweite Variante sieht in Innenbereichen die Einführung der 2G-Regel mit Masken- und Sitzpflicht vor. Zugang zu Kultur-, Sport- und Freizeitbetrieben, Restaurants sowie Veranstaltungen würde damit geimpften und genesenen Personen vorbehalten.

Wo die Maske nicht getragen oder nicht im Sitzen konsumiert werden kann, etwa in Discos, Bars oder bei gewissen Freizeitaktivitäten wie Chor- oder Blasmusikproben, wäre zusätzlich ein negativer Test nötig. Betriebe und Veranstaltungen können diese 2G-plus-Regel auch freiwillig anwenden und damit auf die Masken- und die Sitzpflicht verzichten.

Für Veranstaltungen mit mehr als dreihundert Personen draussen gälte gemäss Vorschlag des Bundesrats weiterhin die 3G-Regel. Zudem dürften bei Veranstaltungen am Sitzplatz Getränke und Esswaren konsumiert werden.

Homeoffice soll Pflicht werden

Bei beiden Varianten - 2G-Regel mit Maskenpflicht sowie Teilschliessung - würden die Basismassnahmen laut Bundesrat verstärkt. So gilt wohl bald wieder eine Homeoffice-Pflicht. Bei einer reinen Empfehlung zu bleiben, wenn Schliessungen verordnet werden müssten, hält der Bundesrat «nicht für angemessen».

Auch die Beschränkung der Teilnehmerzahl bei privaten Treffen wird wohl nächste Woche kommen. Sobald eine Person dabei ist, die nicht geimpft oder genesen und älter als 16 Jahre ist, sollen sich nur noch fünf Personen treffen dürfen. Sollten weitergehende Schliessungen nötig werden, wären private Treffen für alle auf fünf Personen beschränkt.

Der Bundesrat empfiehlt den Kantonen zudem «dringend», die Maskenpflicht auch in den tieferen Schulstufen einzuführen. An den Universitäten und den Fachhochschulen soll wiederum Fernunterricht gelten, wobei Prüfungen ausgenommen werden sollen.

Skigebiete ausgenommen

Für welche der beiden Varianten sich der Bundesrat entscheiden wird, hängt neben den Reaktionen aus der Konsultation auch davon ab, wie gut die in der vergangenen Woche beschlossenen Corona-Massnahmen umgesetzt werden und ob damit der Trend bei den Hospitalisationen gebrochen werden kann. Das wird sich laut dem Bundesrat in einigen Tagen zeigen.

Nicht betroffen von den Verschärfungen ist der Detailhandel sowie die Skigebiete. Diese haben von sich aus angeboten, freiwillig Kapazitätsbeschränkungen einzuführen. Deshalb soll laut dem Bundesrat auf zusätzliche Massnahmenverschärfungen in diesen Bereichen verzichtet werden.

Taskforce warnt vor Triage

Grund für die geplanten zusätzlichen Verschärfungen ist laut dem Bundesrat die zunehmende Belastung der Intensivpflegestationen mit Covid-19-Patienten «im mittleren und höheren Alter». Die allermeisten davon sind nicht geimpft.

Dieser Anstieg dürfte laut Wissenschaftlern in den nächsten zwei Wochen anhalten. Gemäss Schätzungen der wissenschaftlichen Corona-Taskforce könnte Mitte Dezember eine erste kritische Schwelle von 300 Covid-19-Patientinnen und -Patienten auf den Intensivpflegestationen erreicht werden.

Ab diesem Zeitpunkt wird nicht mehr für alle hospitalisierten Patientinnen und Patienten eine optimale Versorgung möglich sein, da die Spitäler Behandlungen verschieben müssen. Wird der aktuelle Trend nicht gebrochen, so ist bis Weihnachten mit 400 Covid-19-Patientinnen und -Patienten auf den Intensivpflegestationen zu rechnen, so die Taskforce.

Die Medienkonferenz des Bundesrats von Freitag, 10. Dezember 2021, im Replay.

sda/ Linth24