VOLLES HAUS BEI DOBLERS E-VORSORGEAUFTRAG

Rund vierhundert Personen fanden sich zur Präsentation von «e-Vorsorgeauftrag.ch» in Rapperswil ein. Am Informationsanlass wurde das von FDP-Nationalrat Marcel Dobler und seinem Team entwickelte Online-Tool erklärt.

«Liebe Gäste, ich begrüsse Sie herzlich zum heutigen Abend und stelle fest, dass wir fast so viele Leute sind wie an einer Gemeindeversammlung. Das bestätigt mir wie bedeutsam die Thematik ist». Mit diesen Worten leitete Marcel Dobler den zweiten von neun Infoabenden im Kanton St. Gallen ein. Dobler erklärte wie er aufgrund der eigenen familiären Bedürfnisse dazu gekommen ist, sich vertieft mit dem Vorsorgeauftrag zu befassen.

Im Vorsorgeauftrag wird alles geregelt, was im Falle der Urteilsunfähigkeit einer Person zu geschehen hat. Daraus reifte die Idee, zusammen mit seiner Frau Simone (Anwältin und Notarin) und einem IT-Unternehmer, eine Online-Applikation zu entwickeln, welche das Erstellen des persönlichen Vorsorgeauftrags vereinfacht.  Dass diese webbasierte Lösung einem Bedürfnis entspricht zeigte sich rasch. Bereits haben rund 800 Personen davon Gebrauch gemacht. Die dabei erfassten persönlichen Daten werden sofort nach der Fertigstellung vom Programm automatisch gelöscht. Unterstützt wird das Projekt von den Jungfreisinnigen des Kantons (technischer Support) und von den Regionalstellen Pro Senectute;  «e-Vorsorgeauftrage.ch» verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen.

Die Aufgaben der KESB
Barbara Friberg, Präsidentin ad interim der KESB Linth (Kinder- und Erwachsenenschutz-behörde) informierte in ihrem Inputreferat über die Funktionen der KESB. Sie erläuterte wie die Prozesse bei Urteilsunfähigkeit einer Person oder bei einer Gefährdungsmeldung ablaufen. Die KESB sei froh, wenn möglichst viele Bürgerinnen und Bürger über eigene korrekt verfasste und ordnungsgemäss hinterlegte Vorsorgeaufträge verfügen; dann müsse sie üblicherweise gar nicht einschreiten. Es sei nicht das Ziel der KESB, möglichst viele Dossiers zu eröffnen, sondern nur dann, wenn es unumgänglich ist und sie von Gesetzes wegen dazu verpflichtet sind.

3. (v.l.n.r.): Nationalrätin Barbara Keller-Inhelder, Noah Menzi (IT-Unternehmer), Nationalrat Marcel Dobler, Simone Dobler (Anwältin), Barbara Friberg (Präsidentin a.i. KESB Linth)

 

Kritisches aus politischer Sicht
Wie zu erwarten war äusserte sich SVP-Nationalrätin Barbara Keller-Inhelder – eine engagierte Gegnerin der gegenwärtigen KESB-Gesetzgebung – kritisch; insbesondere stösst sie sich an der grossen Macht über welche die KESB seit ihrer Einführung 2013 verfüge. Sie forderte die Anwesenden deshalb auf, nicht nur einen minimalen Vorsorgeauftrag zu verfassen, sondern darin auch Ersatzbeauftragte, Weisungen bezüglich der Betreuung von Haustieren, Wohnrechte und Wohnorte, Hausarzt usw. detailliert zu benennen. Politisch setzt sich die SVP-Nationalrätin für eine bürger- und familienfreundlichere revidierte Gesetzgebung bei Urteils- und Handlungsunfähigkeit ein: derzeit läuft eine Volksinitiative dazu.

«e-Vorsorgeauftrag.ch» step-by-step
Schliesslich lag es an IT-Unternehmer Noah Menzi, die Online-Applikation mittels Screen-Shots vorzustellen. Mit total 16 Schritten können alle notwendigen Daten und Informationen für den Vorsorgeauftrag erfasst und eingegeben werden. Ohne Computer und Internetanschluss geht es allerdings nicht. Nach Abschluss aller Eingaben werden die erfassten Daten automatisch zusammengeführt und in ein Pdf-Dokument umgewandelt, das dem Verfasser via E-Mail zugestellt wird. Ergänzend dazu kann er sich ein Dokument ausdrucken, welches die weiteren notwendigen Schritte bis zur Gültigkeit des Vorsorgeauftrags beschreibt. In der abschliessenden Fragerunde stellten sich alle Podiumsteilnehmer, zusammen mit der Rechtsanwältin Simone Dobler, den Fragen der Besucher, bevor die Gäste in den Apéro «entlassen» wurden.

(OriginalMitteilung, Autor: Marcel Gasser, Rajona)


Dazu passender Linth24-Bericht

e-VORSORGEAUFTRAG: DER EINFACHSTE WEG

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