UZNER DUELL: DER SCHLÜSSEL IST MARIO FEDI

Am 10. Februar wählt Uznach den Gemeindepräsidenten. Die Ausgangslage ist einfach und verworren zugleich. Ein Kommentar.

Seit fünf Tagen liegen in Uznachs Haushalten die Wahlunterlagen. Auf dem Stimmzettel stehen zwei Namen: Diego Forrer und Markus Spörri. Und eine leere Linie.
Auf der leeren Linie hat jeder Name Platz. Einige schreiben hier Mario Fedi hin oder gedenken, das zu tun.

Wenn Fedi wollte (Foto: Mitte), hätte er gute Chancen. Er ist seit bald drei Jahren Gemeindeschreiber in Uznach, wuchs hier auf und war 13 Jahre lang Gemeindepräsident von Weesen.

In Weesen trat er 2003 die Nachfolge von Erich Zoller an. Jenes Erich Zollers der später in Rapperswil-Jona eine traurige Figur machte. Über Fedis Zeit in Weesen schrieben die Zeitungen meist Gutes. Die Zürichsee-Zeitung titelte im April 2016 einen blumigen Abschiedstext so: «Rastloser Macher mit Herzblut».

Mario Fedi wäre ideal
Fedi bringt alles mit, was Uznach braucht. Er ist zäher als der aktuelle Gemeindepräsident, der bereits nach zwei Jahren aufgibt. Er kennt als Jurist und Gemeindepraktiker die Mechanik der lokalen Politik. Er ist jung genug, um die Gemeinde vorwärts zu bringen.

Fedi hat nur zwei Defizite. Erstens wohnt er in Weesen und will mit seiner jungen Familie nicht umziehen. Zweitens will Fedi frühestens in sechs Jahren als Gemeindepräsident antreten, sagte er im Dezember der Linthzeitung.

Was aber passiert, wenn die Uzner mehrheitlich seinen Namen auf den Wahlzettel schreiben? Mario Fedi: «Ich habe das gleiche Recht wie alle anderen die Wahl abzulehnen.» Und, so fragte ihn Linth24 weiter, was würde er im Fall des Falles tun? Fedi: «Ich würde die Wahl ablehnen».

Fedi plus Mister X
Franz Josef Strauss war ein in Deutschland beliebter oder gefürchteter Politiker. Ohne Widerspruch zu riskieren, sagte er: «Es ist mir egal, wer unter mir Kanzler ist.»

So etwas würde Mario Fedi nie tun. Aber ein zukünftiger Gemeindepräsident hat mit ihm eine starke Person an Bord, die genau weiss, wie der Karren läuft. Das bewies Fedi auch in den letzten Monaten, als sich der aktuelle Gemeindepräsident zunehmend verabschiedete. Die Anforderungen an den neuen Chef hat Fedi ebenfalls klar formuliert: «Er muss an erster Stelle akzeptieren, dass er auch Teil der Verwaltung ist und entsprechend Verwaltungsarbeiten zu erledigen hat. Wer das nicht will, ist am falschen Ort» und weiter: «Für mich muss ein Gemeindepräsident auch so etwas wie einen übergeordneten Plan haben: Er muss wissen, wohin die Gemeinde geführt werden will.»

Ist Mister X ein Luftibus oder ein Chrampfer?
Da Mario Fedi nicht zur Wahl steht, muss die ideale Ergänzung zu ihm gefunden werden.
Für die Wahl zum Mister X haben die Uzner die Wahl zwischen:

  • Markus Spörri: Ein politischer Luftibus aus der Privatwirtschaft, mit Visionen und wenig Ahnung behördlicher Vorgänge.
  • Diego Forrer: Ein über Jahre abgeschliffener, fleissiger Behörden-Profi und Parteimitglied ohne bekannte Visionen.

Bei Markus Spörris Visionen könnte man es sich einfach machen und den deutschen Ex-Kanzler Helmut Schmidt zitieren, der sagte: «Wer Visionen hat, soll zum Arzt». Aber so einfach ist es nicht. Der parteilose Spörri hat etwas Gewinnendes. Das bewies er an der öffentlichen Kandidaten-Vorstellung. Anderseits ist es erschreckend, wie seine Visionen mit wenigen Sätzen Sachwissen zerzaust werden können.

Spörris Visionen sind das kleinere Problem. Das grössere ist, dass er sich selber als «Risiko» bezeichnet. Das Risiko sei bei ihm nicht so gross, denn Uznach habe eine ausserordentlich gute Verwaltung, sagte er beim öffentlichen Podium. Wer sich selber als «Risiko» bezeichnet, wenn auch als kleines, der ist vermutlich am falschen Ort. Es kann nicht sein, dass jemand das eigene mögliche Scheitern vorauseilend als nicht gravierend bezeichnet, weil man ja zum Glück eine funktionierende Verwaltung habe.
Spörri meinte das vermutlich als Kompliment an Mario Fedi und dessen Team. Dieser Schmus ging nach hinten los.

CVP-Mann Diego Forrer hat weniger eine Vision als eine Mission: «Ich will der Bevölkerung dienen», sagt er. Dass er dienen kann, bewies er mit jahrzehntelangem Dienst als Gemeindeschreiber, Steuerkommissär, Betreibungsbeamter oder Schulratspräsident. Die Frage ist nur: Muss ein Gemeindepräsident dienen oder ist das nicht eher die Aufgabe eines Gemeindeschreibers, was Diego Forrer ja mal war und was Uznach mit Mario Fedi schon hat?

Meine Antwort: Uznachs neuer Gemeindepräsident ist fleissig genug und entlastet den Gemeindeschreiber Mario Fedi soweit, dass dieser sich tatkräftig für die Gemeinde einsetzen kann. In diesem Falle wäre Diego Forrer die richtige Wahl.

Mario Aldrovandi


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