STEUERERKLÄRUNG: IMMER MEHR TUNS ONLINE

Aktuell sind die Steuererklärungen 2018 zu über 310’000 Personen im Kanton St. Gallen unterwegs.

Beinahe 57 Prozent der Steuerpflichtigen füllen die Steuererklärung nicht nur elektronisch aus, sondern reichen diese – nach dem Motto «klicken und schicken» – auch über das Internet ein.

Der Kanton St.Gallen setzt stark auf elektronische Services, mit denen Bürgerinnen und Bürger ihre Geschäfte an sieben Tagen während 24 Stunden erledigen können. Mittler-weilen reichen beinahe 57 Prozent der Steuerpflichtigen ihre Steuererklärung bequem übers Internet ein. Mit knapp 6 Prozent konnte innerhalb von 5 Jahren der höchste Zuwachs an elektronischer Einreichung verzeichnet werden. Dies liegt am hohen Stellen-wert, den die Steuerpflichtigen elektronischen Lösungen beimessen.

Gewinnbesteuerung von juristischen Personen mit ideellen Zwecken Seit 1. Januar 2018 sind Gewinne von juristischen Personen mit ideellen Zwecken so-wohl im Bund als auch im Kanton St.Gallen bis höchstens Fr. 20’000.- von der Gewinn-steuer befreit, sofern sie ausschliesslich und unwiderruflich solchen Zwecken gewidmet sind. Aus Gründen der Rechtsgleichheit können nicht nur Vereine, sondern alle juristischen Personen mit ideellen Zwecken von dieser Steuerfreigrenze profitieren. Die Kapitalsteuer ist von der Neuregelung nicht betroffen. Als ideeller Zweck gilt jeder nicht wirtschaftliche Zweck. Juristische Personen, die von dieser neuen Regelung profitieren wollen, können im Rahmen ihrer Steuererklärung einen Antrag stellen.

Automatischer Informationsaustausch (AIA) löst Datenschwemme aus
Die Schweiz hat mit den 28 EU-Mitgliedstaaten und weiteren Partnerstaaten wie Norwegen, Australien, Kanada etc. je ein separates AIA-Abkommen unterzeichnet, die am 1. Januar 2017 in Kraft getreten sind. Ein erster Datenaustausch erfolgte durch die Eidgenössische Steuerverwaltung mehrheitlich im letzten Quartal des Jahres 2018. Der Kanton St.Gallen erhielt rund 65’000 Meldungen. Diese enthalten Identifizierungs-, Konto- und Finanzinformationen, darunter Name, Anschrift, Ansässigkeitsstaat und Steueridentifikationsnummer sowie Angaben zum meldenden Finanzinstitut, zu den Kontosaldi und den Kapitaleinkommen.

Rund 44’000 Meldungen stammen aus Deutschland. Dies sind rund zwei Drittel aller Meldungen, die der Kanton St.Gallen erhalten hat. Damit ist Deutschland klar Spitzenreiter vor Österreich, das rund 7’200 Meldungen übermittelte. Die dritte Position nimmt Italien mit rund 2’500 Meldungen ein. Das Kantonale Steueramt prüft nun, ob die gemeldeten Konten auch durch die Steuerpflichtigen deklariert und versteuert wurden.

Reduktion der straflosen Selbstanzeigen gegenüber dem Vorjahr
Gegenüber dem Jahr 2017 hat sich die Anzahl Selbstanzeigen von 1’278 Fällen auf 899 Fälle im Jahr 2018 reduziert. Dennoch wurde mit 899 Selbstanzeigen seit Einführung der straflosen Selbstanzeige im Jahr 2010 das zweithöchste Resultat erzielt. Betragsmässig konnte mit rund 264 Millionen Franken offen gelegtem Schwarzgeld das fünfthöchste Ergebnis erreicht werden. Seit Einführung der straflosen Selbstanzeigen im Kanton St.Gallen wurden rund 2,36 Milliarden Franken bisher nicht versteuerte Vermögenswerte angezeigt.

Auffallend ist, dass sowohl prozentmässig (2018: 37,4% gegenüber 2017 mit 58,1%) als auch betragsmässig (2018: 98,9 Millionen Franken gegenüber 2017 mit 178,4 Millionen Franken) weniger hinterzogene Vermögen aus dem Fürstentum Liechtenstein stammen. Scheinbar haben schon viele Personen das Jahr 2017 genutzt, um ihr Schwarzgeld im Fürstentum Liechtenstein offen zu legen. Hingegen ist interessant, dass im Jahr 2018 sowohl prozentmässig (2018: 43,1% gegenüber 2017 mit 23,2%) als auch betragsmässig (2018: 114 Millionen Franken gegenüber 2017 mit 71,3 Millionen Franken) mehr Schwarzgeld aus der Schweiz offengelegt wurde als noch im Jahr 2017. Dies ist umso bemerkenswerter, als innerhalb der Schweiz nach wie vor das Bankgeheimnis gilt.

Bis wann die Selbstanzeige straflos ist
Selbstanzeigen werden bis zu dem Zeitpunkt als straflose Selbstanzeigen behandelt, in dem die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) effektiv über die Daten verfügt. Gemäss der multilateralen Vereinbarung über den AIA erfolgt der Informationsaustausch innerhalb von neun Monaten nach Ablauf des Kalenderjahrs, d.h. bis 30. September. Gemäss Medienmitteilung der ESTV vom 5. Oktober 2018 haben die Partnerstaaten der ESTV die Daten übermittelt. Nicht erhalten hat die ESTV Daten von Rumänien, Zypern, Australien, Frankreich, Estland, Kroatien und Polen.

Grundlagen der Steuerrechnung 2019
Die vorläufige Rechnung für die Kantons- und Gemeindesteuern 2019 beruht in der Re-gel auf der letzten rechtskräftigen Veranlagung beziehungsweise auf der vorläufigen Steuerrechnung des Vorjahres. Die Steuerrechnung berücksichtigt die seither eingetretene Einkommensentwicklung sowie die aktuellen Steuerfüsse für Kanton, Gemeinde, Kirche (soweit bereits bekannt) sowie die Feuerwehrabgabe. Der Steuerfuss für den Kanton beträgt unverändert 115 Prozent.

(OriginalMeldung, Autor: Kantonales Steueramt St. Gallen)

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