SPITAL LINTH SCHLIESST SCHWIERIGES JAHR AB

Gemäss einer Mitteilung des Spitals Linth in Uznach war 2018 ein finanziell schwieriges Jahr. Gleichzeitig dominiert anlässlich des Neujahrsempfangs die Vorfreude auf die Eröffnung des Neubaus Anfang März.

Das Jahr 2019 bringt dem Spital Linth mit dem Bezug des Neubaus viel Freude, aber auch grosse Herausforderungen durch den wachsenden finanziellen Druck. Die «bewegte» Spitalpolitik stand auch im Mittelpunkt der Referate von Regierungsrätin Heidi Hanselmann und Verwaltungsratspräsident Prof. Felix Sennhauser.

Immer im Januar blickt das Spital Linth gemeinsam mit den Behördevertretern und Hausärzten aufs alte Jahr zurück und skizziert die Herausforderungen fürs neue Jahr. Stephan Bärlocher von der Geschäftsleitung begrüsste die vielen Gäste anstelle von Spitaldirektor Urs Graf, der sich einer Rückenoperation unterziehen musste.

Das Jahr 2018 war für das Spital Linth finanziell ein schwieriges Jahr, weil durch die Eingriffe der Politik in die Tarifstruktur massive Einbussen zu verkraften sind. So nahm das Spital Linth für die gleichen Leistungen über eine Million Franken weniger ein und weitere Mindererträge folgen durch die vermehrten ambulanten Eingriffe, welche nicht kostendeckend erbracht werden können. Auch werde sich in Zukunft die Amortisation der Neubauten spürbar auswirken, betonte Bärlocher. Trotz diesen Vorgaben ist das Spital Linth aber in grosser Vorfreude, kann doch anfangs März der Neubau bezogen werden. 50 Jahre nach dem damaligen Neubau kann das Spital mit dem Erweiterungsbau den heutigen Ansprüchen an Infrastruktur und modernen Angeboten gerecht werden.

Neubaueröffnung und Tag der offenen Tür
Regierungsrätin Heidi Hanselmann als Vorsteherin des Gesundheitsdepartements und Prof. Dr. Felix Sennhauser als Verwaltungsratspräsident der Spitalverbunde gratulierten in ihren Referaten den Mitarbeitenden und der Geschäftsleitung des Spitals Linth, welche trotz laufendem Um- und Neubau ausgezeichnete Leistungen für die Patienten und die Region erbracht haben. Nach den jahrelangen erschwerten Umständen sei der Bezug des Neubaus anfangs März ein grosser Meilenstein und gleichzeitig Ansporn, sich den wachsenden Anforderungen zu stellen.  Die Bevölkerung ist am Samstag, 29. Juni, zu einem Tag der offenen Tür im Neubau eingeladen.

Bewegte Spitalpolitik
Regierungsrätin Heidi Hanselmann blickte auf eine bewegte Spitalpolitik zurück, weil der Bundesrat zweimal in die Vergütungsstruktur von ambulanten Behandlungen eingegriffen hat. Der Kanton St.Gallen ist davon doppelt betroffen, da er bereits die zweittiefsten Vergütungen in der Schweiz erhält. Für das Spital Linth heisst das 83 Rappen pro Tarifpunkt, während Nachbarkantone 89 und schweizweit gar bis 98 Rappen erhalten.

Laut Verwaltungsratspräsident Sennhauser ist die Spitalwelt im Umbruch und der Einfluss der Politik, Versicherungen, sozialen Umwälzungen, Demographie und neue Ansprüche seien mehr als spürbar und auch kostentreibend. Trotzdem bleibe der Patient und nicht der Kunde im Mittelpunkt. Es gelte aber Strukturanpassungen vorzunehmen, wofür der Verwaltungsrat Vorschläge unterbreitet hat. Der Regierungsrat prüft die Vorschläge und konkretisiert die Strategieentwicklung bis Herbst 2019, womit anfangs 2020 die politische Beratung erfolgen kann. Hanselmann und Sennhauser betonten, die neue Spitalstrategie sei eine Herkulessaufgabe, weil sich der Kostenanstieg im Gesundheitswesen nicht bremsen, sondern nur dämpfen lasse.

Fotos:

  • Stephan Bärlocher als Gastgeber, Regierungsrätin Heidi Hanselmann und Verwaltungsratspräsident Prof. Dr. Felix Sennhauser informierten über das Spital Linth und die Spitalpolitik.
  • Anfangs März wird der Spitalneubau bezogen und am 29. Juni am Tag der offenen Tür der Bevölkerung vorgestellt.

Neu Gerontotraumatologie
Seit bald einem Jahr führt das Spital Linth eine Gerontotraumatologie. Wie Traumatologe Dr. Christian von der Lippe ausführte, wächst stetig der Anteil der älteren Patienten, insbesondere auch durch Schenkelhalsbrüche. Neu werden die Patienten disziplinenübergreifend durch die Chirurgie und Akutgeriatrie vom ersten Tag an gemeinsam behandelt, um den Patienten möglichst bald eine Rückkehr nach Hause zu ermöglichen. Wie Geriater Dr. Dimitrios Iliakis betonte, sei es nicht das Ziel der Geriatrie, den Tod so weit wie möglich hinauszuschieben, sondern eine gesunde Lebenserwartung zu ermöglichen. Dazu gehöre der Aufbau der Muskelmasse im Alter, um die Funktionalität zu bewahren. Krafttraining, Kondition, eine gesunde Ernährung mit genügend Eiweiss und Protein sowie soziale Aktivitäten seien ausschlaggebend für ein gesundes Alter.

(OriginalMitteilung, Autor: Peter Blöchlinger für das Spital Linth)

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