SP KANTONSRAT GEGEN UNI-REKTORAT IN RAPPERSWIL

Unter dem Titel «Fachhochschule Ostschweiz – Fehlentscheide verhindern eine zukunftsträchtige Entwicklung» richtet SP-Kantonsrat Max Lemmenmeier kritische Fragen an die Regierung.

Die designierte Trägerkonferenz hat der Fachhochschule Ostschweiz hat am 17. Januar 2019 weitere Organisationentscheide gefällt. Dabei wurde das vom Kantonsrat beschlossene Organisationmodell nochmals modifiziert und als Sitz des Rektorats Rapperswil festgelegt. Diese Organisationsstruktur widerspricht den Vorgaben des Kantonsrates und in verschiedenster Hinsicht auch dem Ziel einer zukunftsorientierten Fachhochschule Ostschweiz. So wird die Elektrotechnik aus dem Departement «Informatik und Elektrotechnik» herausgelöst und in das Departement Technik integriert. So entsteht einerseits ein reines Department Informatik. Umgekehrt wird das Departement Technik in verschiedene Abteilungen aufgesplittert und der Lead auf die drei Standorte aufgeteilt: «Maschinentechnik», «Elektrotechnik» sowie «Erneuerbare Energien und Umwelttechnik» in Rapperswil, für die Abteilung «Systemtechnik» in Buchs und für die Abteilung «Wirtschaftsingenieurwesen» in St.Gallen. Diese Struktur entspricht den aktuellen Gegebenheiten, eine zentrale Steuerung fehlt weiterhin und es wird weiterhin Doppelspurigkeiten zwischen den verschiedenen Standorten geben. Die Leitung des Departements Informatik wird in Rapperswil angesiedelt. Dies widerspricht grundlegend den wirtschaftlichen Gegebenheiten im Kanton. Der Hotspot in der Informatik liegt in St.Gallen mit weltweit führenden Unternehmen (z.B. Namics).

In gleicher Weise widerspricht die Ansiedlung des Rektorats in Rapperswil dem Ziel einer starken Ostschweiz. Das Linthgebiet mit Rapperswil ist unbestrittenermassen nach Zürich ausgerichtet und damit Teil der Metropolitanregion Zürich und wird nicht als Zentrum einer zukünftigen Metropolitanregion St.Gallen-Bodensee-Rheintal wahrgenommen. Wenn es das Ziel der Ostschweiz ist, sich mit der nFHO zukunftsgerichtet zu entwickeln, dann muss dies gegen aussen auch sichtbar werden und Schulführungsstruktur und Wirtschaftsstruktur müssen übereinstimmen. Drei von sechs Departementen sind in St.Gallen angesiedelt, St.Gallen ist auch der grösste und vielseitigste Standort. Wenn es mit der Entwicklung einer zukunftsträchtigen Industriestruktur und einer gewichtigen Metropolitanregion St.Gallen-Bodensee-Rheintal, dann ist das Rektorat in St.Gallen anzusiedeln. Der Vorschlag der designierten Trägerkonferenz belässt zu vieles beim Alten und es besteht die grosse Gefahr, dass das Dahindümpeln weitergeht.

Im Zusammenhang mit diesen Fehlentscheiden bitten wir die Regierung um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Wie begründet die Regierung ihren Entscheid in der Trägerkonferenz, das Organisationsmodell nochmals zu modifizieren?
  2. Welches sind die Gründe, als Standort des Rektorats Rapperswil festzulegen?
  3. Warum ist die Regierung in der Trägerkonferenz von den Vorgaben des Kantonsrates abgewichen? Warum hat der zuständige Regierungsrat seine Führungsverantwortung nicht wahrgenommen?
  4. Wie steht die Regierung zur Schaffung einer Metropolitanregion Ostschweiz mit einem der Wirtschaftsstruktur entsprechenden Informatikhotspot in St.Gallen?
  5. Handelt es sich beim Entscheid, in Rapperswil das Rektorat anzusiedeln um ein Gegengeschäft zum Bau des Campus in Wattwil? Soll mit diesem Entscheid das Linthgebiet im Hinblick auf den Campus Wattwil ruhiggestellt werden?

(OriginalText von Max Lemmenmeier)


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