SHORTHAND: DER ÜBERLEBENSKAMPF DER LAKERS BEGINNT

Nach Dutzenden von belanglosen Spielen geht es bei den SCRJ Lakers jetzt um die Wurst. Die Playouts beginnen. Eine Betrachtung von Daniel Altorfer.

Endlich, wird sich so manch’ ein Fan der Rapperswil Jona Lakers sagen! Seit dem letzten Oktober waren der SCRJ derart abgeschlagen, dass es seither eigentlich um Nichts mehr ging. Nun aber beginnt die Schlacht ums Überleben in der NLA.  Ab morgen Dienstag werden die Emotionen auf und neben dem Eis (hoffentlich) wieder spürbar zunehmen. Ein Vorgeschmack auf das was kommt, war bereits beim letzten Heimspiel der Rapperswiler gegen den Gegner im kommenden Playoutfinal, den HCD, zu sehen. Obwohl es beim Spiel um nichts ging, meldeten beide Teams bereits ihre Ambitionen an. Kernige Checks, hitzige Zweikämpfe und schlussendlich ein 2-1 Sieg der Lakers waren zu sehen!

Wie stehen die Chancen?
Die Frage aller Fragen ist nun: Mit welchen Chancen treten die SCRJ-Lakers gegen den HCD in der ersten Playout-Runde von maximal sieben Spielen an? Mit Melvin Nyffeler brauchen sie sich zumindest auf der Torhüterposition nicht zu verstecken. Verfügt er doch über die bessere Abwehrquote als seine beiden Kontrahenten Gilles Senn und Anders Lindbäck. Zudem haben die Lakers mit Noel Bader einen zweiten Torhüter im Kader, der sein Potential in dieser Saison schon mehrfach unter Beweis gestellt hat.

Auf den anderen Positionen aber dürfte der HCD gegenüber dem SCRJ im Vorteil sein, respektive über mehr Substanz verfügen. Sei es im Sturm, wo bei den Davosern mit Andres Ambühl, Enzo Corvi und Inti Pestoni drei Nationalmannschaftsspieler auflaufen, oder auch in der Verteidigung, wo mit Félicien Du Bois und Fabian Heldner gegenüber den Lakers-Spielern mehr Spielstärke vorhanden ist.

Ich wage einmal eine Prognose: Vergleicht man die beiden Kader, dann stellt sich höchstens die Frage, ob Davos die Serie in vier, fünf oder allerhöchstens in sechs Spielen für sich entscheidet.

Doch so einfach ist die Rechnung nicht!

Grösserer Druck auf dem HCD
Erinnert man sich um 11 Monate zurück, zeigten sich die Vorzeichen bei der letztjährigen Ligaquali ähnlich. Die Lakers waren gegen dem EHC Kloten klarer Aussenseiter! Nicht viel sprach bei dieser Ausgangslage für den Aufstieg der Rapperswiler. Und doch schafften sie es. Mit Disziplin, Kampf und Wille zwang man die «Übermächtigen» aus Kloten in die Knie und verbannte sie aus der obersten Liga. Und genau diese Tugenden braucht es in der kommenden Serie wieder, um den HCD zu bezwingen.

Ausserdem dürften die Rapperswiler beim Umgang mit derart belastenden Situationen wie dem Überlebenskampf im Vorteil sein. Während der HCD in den letzten Jahrzehnten mit Erfolgen fast verwöhnt wurde, steht dem Club diese Saison das Wasser bis zum Hals. Der Druck, der auf dem Rekordmeister lastet, könnte ein wichtiger Faktor zugunsten der Lakers sein.

Anders die Lakers: Für den Swiss Ligue Meistertitel und den Aufstieg in die NLA benötigte man insgesamt vier harte und nervenaufreibende Serien, um das Ziel zu erreichen. Das Team hat dabei mehrfach bewiesen, dass es, wenn es darauf ankommt, die Bestleistung abrufen kann.

Tomlinson als Trumpf
Doch in den letzten Wochen zogen über den Lakers unverhofft einige Wolken auf. Gerüchteweise war immer öfters zu vernehmen, der Aufstiegstrainer Jeff Tomlinson verlasse den Club. Doch jedermann war klar: Ein Abgang von Tomlinson in der jetzigen Situation wäre Gift für den SCRJ gewesen. Denn der Trainer der Rapperswiler hat sich in letzten Jahren zu einem wichtigen Erfolgsfaktor des Clubs gemausert.

Glücklicherweise, und zum besten Zeitpunkt überhaupt, hat die Clubführung am letzten Samstag jedoch einen wichtigen Trumpf ausgespielt: Die Vertragsverlängerung mit Jeff Tomlinson um eine Saison. Damit ist es den Lakers gelungen, diese Akte zumindest vorübergehend zu schliessen und somit Ruhe und Stabilität in den Club zu bringen. Konnte man diese Saison den Clubverantwortlichen teilweise mangelnde Kommunikation vorwerfen, so haben Sie in diesem Fall alles richtig gemacht.

Eines ist jetzt schon klar: Die Hockeyfans erwartet in den nächsten zwei Wochen ein emotionsgeladenes, spannendes Duell der SCRJ Lakers gegen den HCD – mit einem offenen Ausgang. Müsste ich aber einen Tipp abgeben, so wäre dies folgender: Durch Kampf und Disziplin gewinnen die Rapperswiler die Serie mit 4:2 und entgehen so einem Aufeinandertreffen mit dem HC La Chaux-de-Fonds oder dem SC Langenthal.

Daniel Altorfer

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