RUNDER GEBURTSTAG FÜR WEESNER EX-GEMEINDEAMANN

Der ehemalige Gemeindeammann Ernst Walser feiert am 15. Oktober 2018 seinen 90. Geburtstag. Eine Widmung des Gemeinderats.

Als 24-Jähriger wurde der in Mols mit sechs Geschwistern aufgewachsene Ernst Walser 1952 als Gemeindeschreiber von Weesen gewählt. Nach Abschluss der Verwaltungslehre in Mels war dies erst seine dritte Arbeitsstelle und er hätte sich nicht erträumt, mittlerweile über 66 Jahre in Weesen zu wohnen. Das Gemeindeschreiberamt übte er bis 1968 aus. Er erwarb sich dabei viele Erfahrungen und bewältigte auch als Grundbuchverwalter die ihm zugewiesenen Aufgaben mit viel Geschick, grosser Sorgfalt und Disziplin.

Ernst Walser unterstützte die damaligen Gemeindeammänner Albert Sutter, Anton Stadler und Beat Gmür wie die damaligen Gemeinderäte in ihrer Tätigkeit, war diesen eine wichtige Stütze und ein wertvoller Ratgeber. Seine präzise Arbeitsweise, sein Interesse an rechtlichen Fragen und seine Gabe, jedem Menschen respektvoll gegenüberzutreten, war den Gerichtsbehörden im damaligen Bezirk Gaster nicht verborgen geblieben, so dass er bereits 1963 als Richter und später als Gerichtspräsident Gaster gewählt wurde und dort bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1995 tätig blieb.

Die CVP Weesen stellte Ernst Walser 1968 als Nachfolgekandidat von Beat Gmür für das Amt des Gemeindeammanns auf die Wahlliste. Für die Partei und für die Gemeinde Weesen wurde er als sehr engagiert, umsichtig und als mit politischen Gespür ausgestatteter Bewerber in die Wahl geschickt, bei der er ein glanzvolles Resultat erreichte. Dieses Nebenamt übte er nicht weniger als 25 Jahre lang und bis Ende 1984 aus. Rückblickend bedauert Ernst Walser, dass die politischen Parteien in Weesen nicht mehr aktiv vorhanden sind und damit heute fünf parteilose Gemeinderäte die Exekutive der Gemeinde lenken.

Dies sei der heutigen Zeit geschuldet, wo die Parteien eben mehr und mehr Mitglieder verlieren. Die zunehmende Polarisierung in der Politik verhindere tragbare Lösungen. Die damaligen meist hart geführten Auseinandersetzungen mit den Exponenten der anderen Parteien in Weesen (FDP, SP) wie im Gemeinderat selber seien für ihn immer befruchtend gewesen. Es wurde auch häufiger opponiert und es war eine unruhige Zeit. Der baldige Jubilar hat somit zusammengerechnet mehr als ein Drittel seines ganzen Lebens (37 Jahre) seiner Gemeinde Weesen gedient. Es sei für ihn eine prägende und sehr befriedigende Zeit gewesen.Auch persönlich habe er den Austausch mit den Bürger/-innen immer sehr geschätzt, wenn er auch manch undankbares Gespräch habe führen müssen und auch Begehren habe ablehnen müssen. Die Erfahrungen als Gerichtspräsident und der tägliche Umgang mit unterschiedlichsten Rechtsfragen waren für ihn von grossem Nutzen. In seine Amtstätigkeit fallen verschiedenste massgebliche Projekte, die er aufgrund seiner Visionen für die Gemeinde initiieren und mit dem Gesamtrat habe umsetzen können.

Er nennt folgende Beispiele:
• Bau der Umfahrungsstrasse zur Entlastung des Städtli (heutige Hauptstrasse)
• Bau des Gemeindehaus Weesen zusammen mit der Post und damaligen
PTT (heute Swisscom)
• Autobahnanschluss Weesen
• Bau Bahnhof Weesen auf Gemeindegebiet Mollis (heute Glarus Nord)
• Umgestaltung des ehemaligen Bahnhofgeländes im Wismet
• Erstellung des Hauptspielfelds des Sportplatzes im Moos
• ARA Anschluss in Bilten
• Wasserverbund mit Niederurnen
• neu ausgerichtete Hafenanlage Anfang der 70er Jahre
• Überbauung Mariahalden
• Bergsturz in Amden
• Flibachüberbauungen zur Sicherung gegen Hochwasser

Er erwähnt auch, dass mit der ersten Gemeinderätin Weesen, Annegreth Reinhard, ein frischer Wind in den Rat kam und er eine ausgewogene Zusammensetzung im Gemeinderat mit Frauen und Männern begrüsst.

Bei seinem Start als Gemeindeschreiber musste er die Verwaltung auf Vordermann bringen, was viel Ausdauer benötigte.Zusammen mit seinem Gemeinderat hat er im 1974 einen damals jungen Gemeindeschreiber Walter Gubser aus Walenstadt engagiert. Als weiteren langjährigen
Weggefährten der Verwaltung erwähnt er Beat Meier, der als Kassier zur umsichtigen Steuerpolitik der Gemeinde die Basis schaffte. Ernst Walser lässt dabei nicht unerwähnt, dass der damalige kantonale Finanzausgleich Weesen dabei besser unterstützte/finanzierte, als der heutige kantonale Steuerausgleich. Weesen sei immer eine der steuergünstigen Gemeinden der Region gewesen und jetzt stehe man mit Benken am Schluss
der Gemeinden in der Region. Als Weggefährten im Gemeinderat nennt er Max Grob, Peter Niggli, Roman Bauer, Hansruedi Schneeberger, Walter Schaufelberger, Jean Hämmerli und Karl Ilg und eben die erste Frau, Annegreth Reinhart.

Es habe einiges an Fingerspitzengefühl gebraucht, um diese Persönlichkeiten zu führen und hinter sich zu scharen. Doch sei bei allen immer das Gemeininteresse vor den persönlichen Interesse gestanden. Er ergänzt, dass sich die Resultate dieser Zusammenarbeit auch heute noch sehen lassen. Dies habe viel Energie,Durchsetzungsvermögen und auch Zeit benötigt. In der heute eben sehr schnelllebigen Zeit sei es wichtig, sich diese Zeit
zu nehmen und nicht falschen Aktionismus zu betreiben. Sein Tiefpunkt als Oberhaupt der Gemeinde erwähnt er den Mai 1972, als der Gemeindepolizist Othmar Benz in Ausübung seines Polizeidienstes im Biberlichopf erschossen wurde. Dieser hinterliess neben der gut befreundeten Ehefrau Hanni Benz auch vier unmündige Kinder. Diese Tat schockierte nicht nur die damals rund 1150 Seelen der Gemeinde, sondern die ganze Region, den Kanton und die Polizeikorps, was sich beim Begräbnis in der Flikirche mit einem über 400m langen Trauerzug durch die Gemeinde Weesen gezeigt hätte. Für ihn
sei dies ein ganz schwieriger Moment gewesen.

Andererseits erwähnt Ernst Walser auch Höhepunkte während seinen sechs Amtszeiten, die ihm viele positive Begegnungen ermöglichten. So durfte er
den Gesamtbundesrat auf der Schulreise in Weesen unter dem damaligen Bundespräsidenten Dr. Kurt Furgler in seiner Gemeinde begrüssen. Überhaupt hat Ernst Walser nach wie vor ein ausgezeichnetes Gedächtnis. Er zählt wichtige Personen aus der Gemeinde, der Region und dem Kanton auf und hat zu jeder Person eine persönliche Geschichte oder eine Anekdote zu erzählen. Die aktuellen Geschäfte der Gemeinden wie die Politik interessieren ihn nach wie vor und mit der täglichen Lektüre von mehreren Tageszeitungen hält er sich auf dem Laufenden. Wenn immer möglich nimmt er weiter an Treffen der ehemaligen Gemeindepräsidenten wie auch mit ehemaligen Gerichtspraktikanten teil.

Zu vielen Themen kann er sich dezidiert und pointiert äussern. Seinen auch kritischen Geist hat er sich bewahrt. Er gibt seine Kenntnisse und vielfältigen Erfahrungen gerne weiter und nicht nur an seine zwischen 1959 und 1970 geborenen fünf Kinder (Rolf, Guido, Christof, Katrin und Silvan) sowie 6 Enkel, sondern auch im Bekannten und Freundeskreis. Mit seiner lieben Ehefrau Silvia, mit der er übrigens Ende September 2018 den 60. Hochzeitstag feiert, gehört der gemeinsame Spaziergang an der Seepromenade zum aktuellen Fitnessprogramm. Früher spielte er aktiv Fussball bei den Senioren/Veteranen des FC Weesen und sang lange  beim Männerchor mit. Heute verfolgt der bekennende FC St. Gallen Fan den Fussball am Fernseher und die Heimspiele der ersten Mannschaft des FC Weesen besucht er nach wie vor gerne und verbindet dies mit einem Spaziergang. Der nach wie vor sehr rüstige Rentner meint zum Abschluss, dass ihm derzeit nur das Gehör zwischendurch zu schaffen mache.

Auf die Frage, was er heute rückblickend in der Gemeinde anderes machen würde, meint Ernst Walser, dass er grundlegend nichts anders machen
würde. Man müsse jedoch offen sein für Neues.

Die Gemeinde Weesen gratuliert dem Jubilaren zum 90. Geburtstag und seiner Ehefrau Silvia wie ihm zum 60. Hochzeitstag. Sie dankt Ernst Walser für alles was er in 37 Jahren für die Gemeinde Weesen geleistet hat und wünscht beiden weiterhin viel Glück, gute Gesundheit und schöne gemeinsamen Stunden mit der ganzen Familie und in Weesen.

(OriginalMeldung, Autor: Gemeinderat Weesen)

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