RÜCKSCHLAG FÜR «LINTHWIND»

Die Glarner Regierung will das Gebiet Linthebene für Windenergie aus dem Richtplan streichen. Das ist ein arger Dämpfer für das Projekt Linthwind, schreibt die Onlineplattform www.energate.de.

In Bilten in der Gemeinde Glarus Nord wollen die St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke (SAK) einen Windpark erstellen. Das Projekt läuft unter dem Namen Linthwind und sieht den Bau von maximal fünf Windturbinen mit einer Gesamthöhe von bis zu 200 Meter und einer Produktionsleistung von je drei bis vier MW vor. Erstellt werden sollen die Windräder auf Glarner Boden auf einem Industrie- und Gewerbegebiet nahe der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) und Abwassereinigungsanlage (ARA). Beide sind beim Projekt, das in der Region bekämpft wird, als Partner vorgesehen.

Siedlungsentwicklung nicht verhindern
Das Projekt steht nun aber auch im politischen Gegenwind aus Glarus. Denn der Regierungsrat des Kantons möchte den Standort für den Windpark im Linthgebiet als Interessengebiet für Windenergie aus dem Richtplan streichen. „Eine Windanlage verunmöglicht auf lange Sicht die Siedlungsentwicklung“, begründet die Regierung ihren Streichungsantrag. Deshalb sollten im Einzugsbereich von Siedlungsgebieten keine neuen Windenergieanlagen erstellt werden dürfen, argumentiert die Regierung. Diese will damit „für eine intakte Landschaft und nachhaltig genutzte Erholungs- und Freizeitgebiete“ sorgen. Dieser und weitere Anträge der Regierung würden nun von einer Kommission vorberaten, heisst es auf Anfrage von energate beim Sekretariat des Glarner Landrates, der daher wohl erst 2019 den Richtplan behandeln wird.

SAK enttäuscht
Dass die ablehnende Haltung der Regierung im Landrat noch umgekehrt werden könnte, sei „die letzte Hoffnung für Linthwind“ und damit auch für die Projektverantwortlichen der SAK, heisst es in einem Bericht in der „Südostschweiz“. Die SAK hatten im Mai 2018 ihre Windmessungen nach einem Jahr Dauer abgeschlossen und arbeiten derzeit ein Windgutachten aus. Laut dem Medienbericht zeigten sich die SAK daher in einer ersten Reaktion „überrascht und enttäuscht vom Entscheid der Glarner Regierung“. Man müsse die Situation erst einmal in Ruhe analysieren, hiess es demnach in St. Gallen. Die SAK bestätigte diese Informationen auf Nachfrage von energate.

Keine komplette Abwendung von Windenergie
Die Glarner Regierung ihrerseits wendet sich nicht ganz von der Windenergie ab. Vielmehr verweist sie auf das Gebiet Vorab an der Kantonsgrenze zu Graubünden, wo Abklärungen für einen Windpark im Gange seien. Allerdings „kann bei diesem Gebiet noch keine Festsetzung im Richtplan erfolgen“, schreibt die Glarner Regierung. Hintergrund ist, dass das Projekt zwar „knapp ausserhalb“ des Unesco-Weltnaturerbes Tektonikarena Sardona geplant ist, die Windräder „aber in dessen Sichtbereich“ zu stehen kommen sollen.

(Autor: Andreas Tschopp, veröffentlicht am 6.11.2018 um 12:18, Artikel von energate-messenger.de, freundlich zur Verfügung gestellt)

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