RJ: SEHR PROFITABLES 2018 FÜR GEBERIT

Die Umsatzrendite des internationalen Sanitärkonzerns aus Rapperswil-Jona betrug im vergangenen Geschäftsjahr 20,3 Prozent. Das Jahr 2019 wird eher skeptisch beurteilt und steht unter grossem Einfluss der Politik in Europa.

Wie in den vergangenen Jahren war der Bausektor im Jahr 2018 von regional unterschiedlichen Entwicklungen geprägt. Das Marktumfeld war im Vorjahresvergleich von einer erhöhten Volatilität sowie einer rückläufigen Wachstumsdynamik in einigen Märkten gekennzeichnet. Das solide Umsatzwachstum und die hohe Profitabilität führten zu einem guten Geschäftsjahr, durch das die Position von Geberit als führender Anbieter von Sanitärprodukten in Europa weiter gefestigt werden konnte. Der konsolidierte Umsatz nahm im Jahr 2018 um 5,9% auf CHF 3081 Mio. zu. Das Gesamtwachstum setzte sich aus Wachstum in lokalen Währungen von +3,1% und einem Fremdwährungseffekt von +2,8% zusammen. Das um Einmalkosten im Zusammenhang mit der Sanitec Akquisition und Integration adjustierte Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich um 5,4% auf CHF 744 Mio., die entsprechend adjustierte EBIT-Marge belief sich auf 24,2%. Das adjustierte Nettoergebnis stieg um 3,7% auf CHF 626 Mio.; die adjustierte Umsatzrendite betrug 20,3%. Der adjustierte Gewinn je Aktie nahm um 4,7% auf CHF 17.21 zu. Der Generalversammlung wird eine gegenüber dem Vorjahr um 3,8% auf CHF 10.80 erhöhte Dividende vorgeschlagen.

Gute Umsatzentwicklung
Wie bereits im Januar 2019 bekanntgegeben, nahm der Umsatz der Geberit Gruppe im Geschäftsjahr 2018 um 5,9% auf CHF 3081 Mio. zu. Das Gesamtwachstum setzte sich aus Wachstum in lokalen Währungen von 3,1% und einem Fremdwährungseffekt von +2,8% zusammen.

Der Umsatz in Europa stieg währungsbereinigt um 2,8%. Zweistellig nahm der Umsatz in der Region Fernost/Pazifik (+13,9%) zu. In Amerika (+3,5%) und in Nahost/Afrika (+1,4%) waren ebenfalls Umsatzzuwächse zu verzeichnen. Der Umsatz im Produktbereich Installations- und Spülsysteme wuchs 4,9%, im Produktbereich Rohrleitungssysteme um 4,3%. Im Produktbereich Badezimmersysteme bewegte sich der Umsatz auf Vorjahresniveau (+0,1%). Profitabilität weiterhin auf hohem Niveau Im Vergleich zu den Vorjahren war der operative Cashflow (EBITDA) im Jahr 2018 nicht mehr von Einmalkosten im Zusammenhang mit der Sanitec Akquisition beeinflusst. Adjustierte Zahlen werden lediglich noch – und im Berichtsjahr letztmals – für das Betriebs- und das Nettoergebnis sowie für den Gewinn je Aktie ausgewiesen.

Der operative Cashflow (EBITDA) stieg um 5,7% auf CHF 868 Mio. und erreichte damit einen neuen Höchstwert in der Geberit Geschichte. Die EBITDA-Marge lag wie im Vorjahr bei 28,2%. Die im Vorjahresvergleich angestiegenen operativen Ergebnisse waren vor allem auf höhere Verkaufsvolumina, Preiserhöhungen, positive Auswirkungen der Schliessung von zwei Werken in Frankreich im Vorjahr sowie auf kontinuierliche Effizienzsteigerungen zurückzuführen. Negativ wirkten sich höhere Rohmaterialpreise sowie tarifbedingt angestiegene Personalkosten aus. Auf die operativen Margen hatten Währungsschwankungen aufgrund der natürlichen Absicherung lediglich einen geringen negativen Einfluss.

Das adjustierte Betriebsergebnis (adj. EBIT) nahm um 5,4% auf CHF 744 Mio. zu; die adjustierte EBIT-Marge betrug 24,2% (Vorjahr 24,3%). Das adjustierte Nettoergebnis erhöhte sich um 3,7% auf  CHF 626 Mio., was zu einer adjustierten Umsatzrendite von 20,3% führte (Vorjahr 20,8%). Das im Vergleich zu den operativen Ergebnissen unterdurchschnittliche Wachstum war auf eine negative Entwicklung im Finanzergebnis aufgrund von belastenden Fremdwährungseffekten zurückzuführen. Dies konnte nur teilweise durch eine tiefere Steuerquote kompensiert werden. Je Aktie ergab sich ein um 4,7% gesteigerter adjustierter Gewinn von CHF 17.21 (Vorjahr CHF 16.43). Der Free Cashflow erhöhte sich vor allem aufgrund des erfreulich angestiegenen operativen Cashflows um 22,2% auf CHF 582 Mio. Die Einmalkosten als Folge der Sanitec Akquisition/Integration betrugen auf Stufe EBIT CHF 36 Mio. und auf Stufe Nettoergebnis CHF 29 Mio. Die nicht adjustierten Werte erreichten für den EBIT CHF 708 Mio., für das Nettoergebnis CHF 597 Mio. und für den Gewinn je Aktie CHF 16.40.

Gesundes finanzielles Fundament
Der wiederum starke Free Cashflow ermöglichte eine Fortsetzung der attraktiven Dividendenpolitik und weitere Aktienrückkäufe bei gleichzeitiger Beibehaltung des sehr gesunden finanziellen Fundaments der Gruppe. Die Bilanzsumme reduzierte sich von CHF 3743 Mio. auf CHF 3502 Mio. Die liquiden Mittel nahmen von CHF 413 Mio. auf CHF 282 Mio. ab. Daneben standen nicht beanspruchte Betriebskreditlinien für das operative Geschäft in Höhe von CHF 384 Mio. zur Verfügung. Die Finanzverbindlichkeiten konnten auf CHF 837 Mio. (Vorjahr CHF 895 Mio.) reduziert werden. Insgesamt resultierte per Ende 2018 eine Zunahme der Netto-Schulden um CHF 73 Mio. auf CHF 555 Mio. Die Eigenkapitalquote erreichte sehr solide 49,8% (Vorjahr 49,1%). Bezogen auf das durchschnittliche Eigenkapital betrug die adjustierte Eigenkapitalrendite (ROE) 34,5% (Vorjahr 35,2%). Die adjustierte Rendite auf dem investierten Betriebskapital (ROIC) erhöhte sich auf 22,6% (Vorjahr 22,4%).

Wiederum erhöhte Ausschüttung
Der ordentlichen Generalversammlung der Geberit AG vom 3. April 2019 wird durch den Verwaltungsrat eine im Rahmen der Zunahme vom Vorjahr liegende Dividendenerhöhung von 3,8% auf CHF 10.80 vorgeschlagen. Die Ausschüttungsquote von 62,7% des adjustierten Nettoergebnisses liegt im oberen Bereich der durch den Verwaltungsrat definierten Bandbreite von 50 bis 70%.

Ausblick 2019
Das Geschäftsjahr 2019 wird aufgrund einer generell höheren Volatilität und der Abschwächung der Baukonjunktur in einzelnen Märkten anspruchsvoll. Die Entwicklung in den einzelnen Regionen und Sektoren verläuft unterschiedlich. In Europa wird die Baukonjunktur gesamthaft weiterhin positiv beurteilt. In Deutschland dürfte das Wachstumspotenzial trotz einer gesunden Nachfrage aufgrund der limitierten Installationskapazitäten eingeschränkt bleiben. In Österreich und den Benelux-Ländern zeigt sich ein positives Marktumfeld, wenngleich mit einer abgeschwächten Wachstumsdynamik. In Frankreich wird ein stagnierendes Marktumfeld erwartet. Der Bausektor in der Schweiz dürfte sich leicht rückläufig entwickeln. In den nordischen Ländern wird ein gemischtes Bild der einzelnen Länder und bestenfalls ein stagnierender Markt vorhergesehen. Ebenfalls unterschiedliche Entwicklungen zeigen sich in den osteuropäischen Märkten, unter anderem mit einem positiven Umfeld in Polen. Italien wird aufgrund der politischen Verhältnisse vorsichtig beurteilt, während in Grossbritannien aufgrund der Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit eine rückläufige Entwicklung zu erwarten ist. In Nordamerika werden im für das Geberit Geschäft in den USA wichtigen institutionellen Bausektor eine moderate Erholung und im Wohnungsbau ein Rückgang vorhergesagt. In der Region Fernost/Pazifik dürfte sich der chinesische Wohnungsbau weiterhin positiv entwickeln; in Australien  wird. In der Region Nahost/Afrika werden die Aussichten für die Golfstaaten als unsicher beurteilt und der Baumarkt in Südafrika stagniert. Schwankungen beim Schweizer Franken im Vergleich mit anderen wichtigen Währungen der Geberit Gruppe werden Umsatz und Ergebnisse weiterhin beeinflussen. Die Unsicherheit über die Entwicklung auf den Rohmaterialmärkten hat zugenommen und macht einen Ausblick schwierig. Nach einem rückläufigen Umfeld im ersten Quartal 2019 werden im zweiten Quartal wieder steigende Rohmaterialpreise erwartet.

Ziel im Jahr 2019 ist es für die Geberit Gruppe, über das gesamte Produktsortiment und in allen Märkten überzeugende Leistungen zu erbringen und wie in den Vorjahren Marktanteile zu gewinnen. Die in den letzten Jahren neu eingeführten Produkte sollen forciert vermarktet werden. Märkte, in denen Geberit Produkte oder Technologien noch untervertreten sind, sollen verstärkt bearbeitet und das Dusch-WC-Geschäft weiter ausgebaut werden. Entsprechend der Geberit Strategie sollen parallel dazu die Geschäftsprozesse kontinuierlich optimiert und auch 2019 weiterhin hohe Margen erzielt werden. Ein Schwerpunkt wird auf die Umsetzung der Digitalisierungsstrategie gelegt.

Verwaltungsrat und Konzernleitung sind überzeugt, für die bevorstehenden Chancen und Herausforderungen sehr gut gerüstet zu sein. Die Chancen, welche die Kombination von technischem Know-how im Bereich der Sanitärtechnik «hinter der Wand» und der Designkompetenz «vor der Wand» bietet, sollen weiterhin dezidiert wahrgenommen werden. Wesentlich für den künftigen Erfolg sind die erfahrenen und hoch motivierten Mitarbeitenden, eine Reihe von Erfolg versprechenden und in den letzten Jahren eingeführten Produkten sowie Produktideen für die weitere Zukunft, die schlanke und marktorientierte Organisation, die etablierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Marktpartnern im Handel und im Handwerk sowie das weiterhin solide finanzielle Fundament der Gruppe.

(OriginalMeldung, Autor: Geberit AG)

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