NOCH EIN TAG BIS ZUM RADQUER IN ESCHENBACH

Der VC Eschenbach ist aktuell der wohl erfolgreichste Schweizer Veloklub in den Sparten Radquer und Mountainbike. Deshalb dreht sich am  Sonntag, 9. Dezember, wenn die die EKZ CrossTour zum zweitletzten Lauf in Eschenbach halt macht, alles um die einheimischen Fahrerinnen und Fahrer.

Nicole Koller und Lars Forster stehen besonders im Rampenlicht – wenn auch mit einer ganz anderen Ausgangslage. Zum fünften Mal in Serie gastierte die EKZ CrossTour am Sonntag beim Radquerklassiker in Eschenbach.
Unvergessen bleiben aus Sicht der Organisatoren natürlich die beiden Heimsiege von Marcel Wildhaber 2015 und
2016. Obwohl im Vorjahr weder Wildhaber noch sonst ein Eschenbacher bei den Elite Herren aufs Podium fahren
konnte, gabs auch 2017 Grund zur Freude beim VCE. Denn die junge Nicole Koller überraschte und fuhr erstmals
bei ihrem Heimrennen aufs Podest.

Forster will «zumindest» aufs Treppchen
Die Vorzeichen, dass am Sonntag zum vierten Mal in Serie ein Eschenbacher vom Siegerpodest jubeln kann,
stehen erneut gut – dank Mountainbike-Europameister Lars Forster. Seine Rückkehr in den Rennzirkus nach einer
Wettkampfpause verlief Mitte November an der EKZ CrossTour in Hittnau überraschend gut. So zeigt sich der 25-
Jährige zuversichtlich: «Bis Hittnau hatte ich noch keine intensiven Trainings absolviert. Seither kam schon einiges
dazu. Ich sollte am Sonntag noch eine Spur besser sein,» blickt Forster voraus.
Mit seinem Heimrennen hat Forster noch eine Rechnung offen, denn im letzten Jahr fuhr er mit dem 8. Platz eine
Enttäuschung ein. Schuld sei damals eine schlechte Tagesform gewesen, erinnert sich Forster. Am Parcours, mit
dem langen Anstieg und der spektakulären, wie auch äusserst schwierigen Schräghangabfahrt, soll es nicht liegen.
«Die Strecke gefällt mir sehr. Und ja, ich traue mir den Sieg zu,» erklärt der zweifache Schweizer Meister im
Radquer selbstbewusst. Wenn es zum Platz ganz oben nicht reichen sollte, dann aber zumindest einer auf dem
Podium, ergänzt Forster schliessend.

Nicole Koller: «Einfach mal drauflosfahren»
Im Gegensatz zu Lars Forster stehen die Vorzeichen bei der Hoffnungsträgerin bei den Frauen weit weniger gut.
Dies nicht etwa aufgrund der bisherigen Saison. Denn hier konnte Nicole Koller überzeugen. Zweimal Vierte an der
EKZ CrossTour in Baden und Aigle. Dazu konnte sie am Schweizer Weltcup in Bern als drittbeste U23-Fahrerin
gar aufs Podest steigen. Ende Oktober legte die 21-Jährige dann eine Trainings- und Wettkampfpause ein. Doch
statt sich erholen zu können, folgte zuerst die Entfernung der Weisheitszähne. «Das lief nach Plan. Nach zwei
Wochen startete ich wieder mit polysportivem Training. Eine Woche später stieg ich wieder aufs Rad,» erinnert sich
Koller.

Doch dann warf sie eine Magenschleimhautentzündung zurück. Erstmals kein Training, dann nur dosierte
Einheiten. «Langsam kann ich wieder normal trainieren und alles normalisiert sich. Die ehemalige Gesamtsiegerin
der EKZ CrossTour ist dennoch zuversichtlich. Zuversichtlich vor allem auf den weiteren Verlauf der
Radquersaison. Das grosse Ziel ist die WM in Dänemark, Anfangs Februar. Aus der aktuellen Situation heraus also
verständlich, dass Koller nicht an ihren Podestplatz vom letzten Jahr denken mag, sondern viel neutraler beim
ihrem Heimrennen starten möchte: «Ich will keine unnötige Nervosität. Deshalb werde ich einfach mal
drauflosfahren und schauen, was dabei rauskommt.» Auch wenn die Vorzeichen für Nicole Koller weit weniger gut
sind als bei Lars Forster ist klar: beide werden vom Heimbonus in vielerlei Hinsicht profitieren können. →

Topfavoritin Betsema – offene Ausgangslage bei den Männern
Bei den Frauen wird die aktuelle Leaderin und EM-Dritte, die 25-Jährige Denise Betsema (Ned), die klare Favoritin
sein. Sie ist die grosse Aufsteigerin dieser Saison im internationalen Crosssport. Als Achtzigste der Weltrangliste
startete die zweifache Mutter beim Saisonauftakt in Baden und wurde Dritte. Seither gewann sie neben den beiden
CrossTour-Rennen in Aigle und Hittnau noch vier weitere internationale Rennen. Dazu kam die überraschende
Bronzemedaille an der EM. Doch dem nicht genug: Betsema holte sich am Sonntag vor einer Woche in Koksjide
(Bel) gar ihren ersten Weltcupsieg und liegt nun bereits auf Platz 21 der Weltrangliste. Vor wenigen Tagen bestätige
sie nun ihre Teilnahme an den verbleibenden beiden Rennen der CrossTour in Eschenbach und Meilen (2. Januar
2019) und übernimmt somit klar die Rolle der Favoritin auf Tages- und Gesamtsiege.

Bei den Herren wiederum verzichtet der Leader David van der Poel (Ned) auf einen Start in Eschenbach und macht
damit das Rennen um den Gesamtsieg nochmals spannend. Dies, nachdem er in Hittnau seinen zweiten
Saisonsieg erzielen konnte und damit seinen Vorsprung auf unglaubliche 105 Punkte ausbauen konnte. Der Siebte
der Weltrangliste, Quinten Hermans (Bel), wird nun in Eschenbach der grosse Gejagte sein. Aus Schweizer Sicht
hoffen Andri Frischknecht, Marcel Wildhaber, Kevin Kuhn (alle VC Eschenbach), Nicola Rohrbach, Simon Zahner,
Timon Rüegg und Severin Sägesser ganz vorne mitmischen zu können.

Im Vorfeld haben sich über 330 Fahrerinnen und Fahrer angemeldet. Am Renntag selber ist die Nachmeldung vor
Ort möglich. Die Organisatoren rechnen mit bis zu 400 Anmeldungen.

(OriginalMitteilung. Autor: Christian Rocha, Präsident ekz Crosstour)

Top