NEUE AUSSAGEN ZUR KRISE IM PFLEGEHEIM UZNACH

Die Linthzeitung schreibt heute ab, was Linth24 vor fünf Tagen exklusiv über das «Pflegezentrum Linthgebiet» in Uznach berichtet hatte. Ausserdem publiziert sie ein Interview mit dem neuen Verwaltungsrats-Präsidenten des Pflegeheims.

Neuer Präsident des Verwaltungsrates und damit Nachfolger von Christian Holderegger ist Felix Brunschwiler, Gemeindepräsident von Schmerikon. Er bestätigt den Rauswurf von Frau VF, der Bereichsleiterin Pflege und Betreuung. Brunschwilers Aussage dazu: «Wir hatten die Pflegedienstleitung vor etwa zwei Jahren neu besetzt. Seitdem ist es nicht ganz rund gelaufen, es war eine wahrnehmbare Unruhe drin.» Brunschwilers verharmlosende Aussage: «nicht ganz rund gelaufen», bedeutet konkret, dass 40 Mitarbeitende innerhalb eines Jahres gekündet hatten und das bei einem Personalbestand von 100 Mitarbeitenden. (Kommentar von Linth24: Es ist zu bezweifeln, dass sich die Mitarbeitenden bei einer solchen Aussagen ernst genommen fühlen.)

Interessant ist, was Brunschwiler zur Entlassung des Heimleiters Jürg Heer sagt. Anfang Oktober hiess es, die Trennung erfolge «wegen unterschiedliche Auffassungen über die Ausrichtung des Pflegeheims». Gemäss der heutigen Aussage ging es dabei jedoch um die Personalfrage: Brunschwiler: «Er war der Verantwortliche für die Personalführung, trug also die Verantwortung, auch wenn er selbst nicht die Quelle des Problems war». Man habe das Arbeitsverhältnis mit Heer aufgelöst, weil sich dieser nicht «proaktiv» mit der schwierigen Personalsituation auseinandergesetzt habe.

Die einzig neue Nachricht im heutigen Zeitungsbericht: Es wurde die Beratungsfirma «Vitalba» beigezogen. Sie soll bis August, also in neun Monaten,  Ergebnisse vorlegen.

Beratungsfirma und Hofnarr
Die Vitalba ist eine interessante Firma. Ihr Berater Daniel Baer verspricht: «Schildern Sie uns Ihr Anliegen – Lösungsvorschlag innert 24h». Diese Aussage ist zu finden auf der Webseite https://www.vitalba.ch/management-auf-zeit/.

Vitalba hat für das Pflegeheim in Uznach bereits zwei Berichte abgeliefert: Eine zum «selbstbestimmten Sterben in der Institution» und eine über die «Bedarfplanung bei Langzeitpflegebetten», also genau zu jenem Thema, an dem das Pflegeheim heute krankt und wofür man offenbar keine Lösung hat.

Gemäss der Vitalba-Webseite ist die Beratungsfirma für das Engagement des aktuellen ad.interims-Geschäftsleiters Werner Amport zuständig.

Amport hat ebenfalls eine interessante Vita. Gemäss Amports Webseite ist er spezialisiert für «das Management auf Zeit in Altersheimen». Er bezeichnet sich als «Hofnarr» und «Flohzirkusdirektor». Noch heute bietet der aktuelle Leiter des Pflegezentrums seine Dienste  an: «Sie planen ein Personalfest, eine Jubiläumsfeier, eine Unterhaltung für die Bewohner, etc.? Als Zauberer, Stelzenläufer, Animator oder Ballonkünstler unterhalte ich ihre Gäste oder unterstütze sie bei der Planung ihres Anlasses.»

Es warten fröhliche Zeiten auf das Pflegeheim Linthgebiet in Uznach.

(Mario Aldrovandi)

 

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Linth24 Bericht zum Thema

NEUER KNALL BEIM PFLEGEZENTRUM UZNACH

 

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