MASSIVE PROBLEME MIT WÄRMEVERBUND IN WEESEN

Dem Gemeinderat bereitet der Nahwärmeverbund Sorgen. Dieser umfasst die Gebäude der Oberstufenschulgemeinde Weesen Amden (OSWA), der Speerhalle und das Wohn- und Pflegeheim Tertianum Wismetpark.

Dem Grundwasser wird dabei Wärme entzogen, was für Heizwärme und zur Warmwasseraufbereitung in diesen Gebäuden genutzt wird. Nachdem diese Anlage rund fünf Jahre fehlerfrei aber mit einem hohen Stromverbrauch funktionierte, fiel diese erstmals im Februar 2017 aus. Die Wärmepumpen sogen vom Untergrund verschmutztes Grundwasser an, das gemäss Expertenbericht methanhaltig war. Die Ursache wurde dem sehr trockenen Spätherbst und kalten Winter zugeschrieben. Denn dadurch werde das Grundwasser nicht mehr durch ausreichend Hangwasser aus der Höfe gespiesen.

Notölheizung installiert
Mitte November 2018 mussten die Wärmepumpen aus gleichem Grund wieder abgestellt werden, um eine erneute Verschmutzung der Anlage zu verhindern. Der Grund liegt in der Trockenheit mit nur sehr kleinen Niederschlagsmengen seit April. Als Sofortmassnahme hat die Politische Gemeinde als Wärmelieferant wiederum eine Notölheizung vor Ort in Betrieb gesetzt. Für wie lange diese Notheizung im Einsatz stehen wird, kann derzeit nicht vorausgesagt werden. Dies hängt vom Wetter und insbesondere vom Regen ab. Nur dieser hilft uns derzeit konkret weiter.

Daneben haben wir im 2017 und Anfang 2018 bereits unabhängig davon auch Optimierungsmassnahmen zur Verbesserung der Nahwärmeverbundanlage und des Wirkungsgrades (zwei zusätzliche Wärmepumpen) vorgenommen, um den bisherigen Stromverbrauch zu reduzieren. Diese Massnahme hat im 2018 gewisse Früchte getragen. Dies ist aber gegenüber dem erneuten Ausfall nur ein kleiner Wermutstropfen.

Bisheriges System in Frage gestellt
Der Gemeinderat ist aufgrund dieser vermehrt auftretenden Vorfälle zunehmend besorgt über diesen Nahwärmeverbund und sieht die langfristige Nutzung dieses Systems in Frage gestellt. In Rücksprache mit den Wärmenutzern will der Gemeinderat konkrete Alternativheizsysteme durch einen Fachexperten prüfen lassen, bevor diese dann im Rat ausdiskutiert und schlussendlich falls notwendig dem Stimmvolk zur Genehmigung unterbreitet werden. Der Gemeinderat zielt auf alternative Wärmesysteme ab, die den Vorgaben des Bundes für die Energiewende 2050 und den kantonalen Mustervorschriften (Mu-KEN) entsprechen. In dem Sinne werden Lösungen mit fossilen Brennstoffen nicht als prüfenswerte Alternativen betrachtet. Vielmehr sollen Erdwärme, Schnitzel- und Pelletheizung, Fernwärme und allenfalls die Nutzung von Seewasser genauer geprüft werden.

Studie der HSR
Dieser Entscheid wird unter Berücksichtigung neuer Erkenntnisse zur zukünftigen Wärmeversorgung der Gemeinde gefällt werden. Bereits vor den Sommerferien
wurde eine von der Energieregion bezahlte Studie an der Hochschule Rapperswil initiiert, welche die zukünftige Wärmeversorgung des Gemeindehauses und allenfalls umliegender Gebäude untersucht. Zudem wird ein regionaler Wärmerichtplan erstellt, mit welchem quartierweise die beste Option der Wärmeversorgung eruiert wird.

(OriginalMeldung, Autor: Gemeinderat Weesen)

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