LUCA EBERLE IST NEUER SCHULPRÄSIDENT VON RAPPERSWIL-JONA

Die Würfel sind gefallen: SP-Kandidat Eberle erhält als neuer Schulpräsident und Vollzeit-Stadtrat 4’224 Stimmen, Roland Manhart nur 2’023  und Tanja Zschokke (UGS) noch 879 Stimmen. Kommentierender Artikel von Bruno Hug.

Die rund 150 Zuschauer am Schulpräsidenten-Wahlpodium wussten es; Linth24-Chefredaktor Mario Aldrovandi schrieb: «Würde ein Applaus-O-Meter die Wahl entscheiden, hätte Luca Eberle gewonnen. Er bekam das intensivste Händeklatschen.» Das bekam er nun auch von den Wählern – mit dem besten Resultat von 4’224 Stimmen und damit 641 Stimmen mehr, als für das absolute Mehr notwendig waren. Das ist erstaunlich, denn Eberle bekennt sich zur SP und die hat es in der bürgerlichen Stadt gewöhnlich schwer. Er jedoch vermochte mit seinem Sachverstand, als Vorsitzender der Schulleiterkonferenz und mit seinem gewinnenden Wesen zu überzeugen.

Manhart schifft ab
Umso desaströser fällt das Resultat für die zwei anderen Kandidaten aus, die als amtierende Stadträte im Wahlkampf auf ihre politische Erfahrung gepocht hatten. Genützt hat es nichts. Im Falle von Roland Manhart (CVP) war sein politischer Leistungsausweis wohl eher schädlich. Er sitzt seit sechs Jahren im Rat, der, sowohl früher als auch heute, mehr enttäuscht als erfreut. Manhart erreichte nur 2’023Stimmen und verfehlte damit das notwendige Mehr um mehr als 1’500 Stimmen.

Manhart war zusammen mit dem abgewählten Parteikollegen Erich Zoller der Treiber hinter der 500’000 Franken teuren KESB-Klage gegen die ON und seine Redaktoren. Mit seiner KESB-Verantwortung hat er die Stadt in ein Desaster geführt. Unter seiner Führung lehnten auch seine Kollegen Zschokke, Rüegg und Furrer letzten Herbst einen Vergleich mit den ON ab. Kurz danach musste er seinen von ihm jahrelang gelobten KESB-Leiter Dr. Walter Grob entlassen, der ihm nun im Gegenzug Missmanagements und Überforderung vorwirft – und den Rat einklagt. Einen solchen Politiker wollen die Bürger offenbar nicht zum Vollzeit-Stadtrat befördern.

Auch Zschokke blitzt ab
Ein noch schlechteres Resultat als Manhart fuhr die andere Teilzeit-Stadträtin Tanja Zschokke ein. Sie erhielt klägliche 879 Stimmen. Wie Linth24 bereits früher schrieb, war ihr Einstieg in die Ausmarchung unverständlich. Sowohl ihre Partei als auch sie selbst hätten die Wahl von Kronfavorit Luca Eberle nie gefährden dürfen. Zschokke, im persönlichen Umgang freundlich, zuvorkommend, verständnisvoll und sachbezogen, fehlt schlicht und einfach die Erfahrung, um das 60-Millionen-Schul-Etat mit über 400 Angestellten zu führen.

Parteien-Geklüngel ist von gestern
Am 15. Februar schrieb ich in einem Kommentar zur Wahl: «Null Verlass auf machtsüchtige Parteien». Für mich ist unverständlich und von gestern, dass die Parteien nur an sich denken. Statt sich zusammenzuraufen und die Fähigsten zu portieren, stellen sie der reinen Macht wegen nicht selten jene auf, die grad so zur Verfügung stehen – ob fähig oder nicht. Das schadet dem Gemeinwohl, was das Volk merkt. Die Folge: Es hört immer weniger auf die «Parteiheinis».

Vielleicht waren es die klaren Aussagen von Linth24, dass die Parteien wenigstens bei den Wahlempfehlungen noch zu Verstand kamen. Dass die FDP den linken Eberle unterstützte und mitteilte, sein «Kompetenzvorsprung» und «Sachverstand» sei gegenüber den anderen Bewerbern «überdeutlich hervorgetreten», war eine Meisterleistung. Auch die SVP und die Grünliberalen hielten es gleich und setzten auf den Fähigsten.

Schwache Kandidaten
Kandidaten, die eine Wahl so-so-la-la vor sich hindudeln lassen, werden nicht gewählt. Hätte nicht Linth24 hinter den Kulissen ein öffentliches Podium organisiert, wäre gar nichts passiert. Dass Manhart die Mails zum Podium nicht einmal beantwortete, passte in seinen Wahlkampf. Dafür aber war er dagegen, dass Linth24-Redaktor Aldrovandi das Podium geleitet hätte. Wegen Manhart musste für die öffentliche Veranstaltung ein fremder Moderator gefunden werden. Alles nach dem Motto: Wünschen schon, dafür aber nix tun!

Auch Zschokke tat wenig für ihre Wahl. Ihre Homepage war Mini-Information pur. Und dass sie darauf auf einem Trottinett einer grünen Wiese entlang fuhr, mochte höchstens erheitern. Aber eine Empfehlung, eine grosse Schule wie die von Rapperswil-Jona zu führen, ist solches nicht.

Die Politik in der Stadt muss sich schnellstens und drastisch verbessern, ansonsten der Laden auseinander bricht.

Bruno Hug

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