LUCA EBERLE: „DIE BETREUUNGSANGEBOTE MÜSSEN VERBESSERT WERDEN“

Luca Eberle will Vollzeitstadtrat und Schulpräsident von Rapperswil-Jona werden. Die lokale SP  hat ihn heute vorgestellt. Danach stellte sich der Kandidat den Fragen von Linth24.

Sie sind ausgebildeter Sek-Lehrer und haben in den letzten acht Jahren zuerst die Sekundarschule Bollwies mitgeleitet und seit sechs Jahren sind Sie Schulleiter der Oberstufe Rain. Wo sehen Sie die schulischen Schwerpunkte Ihrer Arbeit, falls Sie gewählt werden?

Als Schulpräsident möchte ich dafür sorgen, dass der gute Ruf der Schulen von Rapperswil-Jona erhalten bleibt. Verbessert werden müssen auf jeden Fall die Betreuungsangebote, also Mittagstische oder Tagesrand-Betreuung. Das ist vor allem für Kinder wichtig, deren Eltern die Betreuung aufgrund von beruflichen oder anderen Verpflichtungen nicht immer gewährleisten können. Ein Thema auf längere Zeit bleibt auch die Schulraumplanung, damit wir jederzeit und an den richtigen Orten genug Platz für alle Klassen haben.

Sie behaupten, die Schule in Rapperswil-Jona hat einen guten Ruf. Sind Sie sicher?
Ja, das bin ich. Dieser Eindruck bestätigt sich auch, wenn ich höre, was die Bevölkerung von der Schule Rapperswil-Jona als ganzes sagt. Sicher ist dieser Ruf besser als andere Sektoren in der Stadt. Das hat mit bisherigen Schulpräsidenten zu tun und auch mit den finanziellen Möglichkeiten, die der Schule in unserer Stadt zur Verfügung stehen.

Ab wann haben sie sich mit der Idee einer Kandidatur auseinandergesetzt?
Für mich persönlich begann das vor einem Jahr. Man wusste ja schon länger, dass Schulpräsident Thomas Rüegg pensioniert wird. Seit vier Jahren bin ich Co-Leiter der Schulleitungskonferenz und dabei lernte ich den politischen Teil der Schularbeit kennen. So merkte ich zunehmend, dass es mich reizt lokal politisch aktiv zu sein. Ich betone das Lokale, das interessiert mich mehr als zum Beispiel die Funktion eines Kantonsrates. Weil ich seit Geburt in Rapperswil-Jona lebe, bin ich sehr gut vernetzt und so kann ich sicher etwas zu einer positiven Entwicklung beitragen.

Trotzdem: Ihre politischen Erfahrungen sind nicht gross.
Politische Erfahrung habe ich nicht als Politiker, aber ich habe Einblick in die lokale Politik. Das geht von der Budgeterstellung bis zur Bürgerversammlung. Beim Schulhaus-Neubau Weiden war ich anfangs im Projekt dabei. Bei solchen Arbeiten kommt man mit den verschiedensten Behörden der Stadt in Kontakt.

Was unterscheidet sie von den beiden bisher bekannten Mitkonkurrenten Tanja Zschokke und Roland Manhart?
Erstens haben die beiden Mitbewerber Politikerfahrung im Stadtrat, allerdings auch noch nicht sehr grosse.
Zweitens unterscheidet mich, dass ich die Schule und ihre Themen sehr gut kenne und hier die Erfahrungen einbringen kann.
Drittens bin ich jünger.

Als Stadtrat stehen Sie in der Öffentlichkeit. Reizt Sie das oder schreckt Sie das ab?
Ich habe keine Angst vor der Öffentlichkeit. Weil dies aber nicht nur mich selber betrifft, habe ich das auch mit meiner Frau besprochen. Natürlich möchte ich nicht so unter die Räder kommen wie Roland Manhart. Ich habe eine Familie mit drei Kindern und sie soll keinen Schaden nehmen.

In drei Monaten ist die Wahl. Was tun Sie bis dann?
Ich arbeite weiterhin gerne und hoffentlich gut als Schulleiter. Ab dem 8. Januar ist das definitive Feld der Kandidaten bekannt. Spätestens ab dann werde ich gemeinsam mit der SP den Wahlkampf bestreiten. Aber auch vorher verstecke ich mich nicht, bin weiter in der Öffentlichkeit anzutreffen. Man wird mich von nun an vielleicht mit anderen Augen sehen.

Zum Schluss: Haben Sie politische Vorbilder?
Es gibt nicht eine einzige Person, aber spontan kommt mir Dölf Ogi in den Sinn. Er machte die Sachen, von denen er überzeugt war und zog es durch. An ihm schätze ich den Pragmatismus. Den habe ich auch. Es ist nicht meine Art, zuerst 37 Seiten Papier zu schreiben, bevor ich etwas anpacke. Wie gesagt, es gibt nicht ein einzelnes Vorbild. Was ich einfach mag, sind Leute die konkret etwas tun und nicht abgehoben sind.

(Interview: Mario Aldrovandi)

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