LANDI SCHÄNIS UND DIE MEGAFARM IN RUSSLAND

Am 9. November fand in Schänis der Buure-Abig der Landi Linth Genossenschaft statt. Urs Wichser von der Züchter-Service ZSAG, Chur, berichtete über die Herausforderungen beim Aufbau einer Mega-Farm in Russland. Werner Zuppiger von der UFA stellte das leberunterstützende Produkt Hepato vor.

(Foto, von links: Urs Wichser, Züchter-Service ZSAG und Werner Zuppiger, UFA)
Zahlreich erschienen die Gäste am Freitagabend, 9. November, in den Verkaufsräumen der Landi Linth in Schänis. Der traditionelle Anlass, der einmal im Jahr, als willkommene Informations- und Austauschplattform der Landi mit den hiesigen Landwirten dient, brachte ein spannendes Thema aufs Tapet. «Milchwirtschaft in Russland» stand auf dem Programm, zu dem die Geschäftsleiter Urs und Simon Zahner die Bauern und Bäuerinnen begrüssen durften. Neben den Fachreferaten kam die Geselligkeit mit Speis und Trank an diesem Abend ebenso zum Zuge.

Hepato – praxiserprobt und für gut befunden
Werner Zuppiger eröffnete den Abend mit Informationen zum Pulver Hepato, das die UFA zur Entlastung der Leber, ergo des Stoffwechsels der Tiere entwickelt hat. «Die Leber ist die Kläranlage der Kuh», so Zuppiger. So können Gesundheits- und auch Fruchtbarkeitsstörungen auf das Organ zurückgeführt werden. Mit den Kuren, welche optimalerweise jährlich zwei Mal angewendet werden sollten, erreichen die Nutzer gute Effekte: Die Wirkstoffe entlasten die Leber durch verringerte Fettmobilisation bei gleichzeitig verbesserter Futterumsetzung. Hepato hilft der Leber, Fett abzubauen und die Produktion der Galle anzuregen. Das in der Praxis seit 1 ½ Jahren erprobte Mittel hat bereits bemerkenswerte Erfolge erzielt, so der Experte. Die positiven Aussagen Zuppigers wurden durch einen Erfahrungsbericht eines anwesenden Landwirts bestätigt.

In Russland ticken die Uhren anders
Urs Wichser lud im Anschluss an die UFA-Info zur Reise ins Land von Väterchen Frost ein. Das Russlandabenteuer begann für den Fachmann der Züchter-Service ZSAG mit einer E-Mail. Ein russischer Geschäftsmann, welcher sein Geld sonst in der Kohle- und Stahlindustrie machte, hatte einen Landwirtschaftsbetrieb in Bogdarnia, in der Nähe der Metropole Wladimir, gekauft. Der Laie in Sachen Milchwirtschaft brauchte dringend Hilfe aus der Schweiz. So flog Urs Wichser schliesslich nach Russland und traf einen grossen Betrieb an, der marode Ställe und eine inhomogene Kuhpopulation zeigte. Die Abläufe waren noch nach alten Kolchose-Systemen definiert und sämtliche Agrartechnik war zwar noch brauchbar, aber veraltet. Innerhalb der nächsten Jahre, ja Jahrzehnte, baute der Schweizer Fachmann zusammen mit den Russen ein funktionierendes und wirtschaftlich arbeitendes Dreieck der Milch- und Futterproduktion und der Maschinenarbeiten auf. Diverse Herausforderungen standen und stehen auch heute noch an. Unter anderem können die Temperaturen in diesen Gegenden von sommerlicher Hitze bis zu Minus 40 Grad im Winter reichen und die Stromversorgung ist störungsanfällig, was dem 24-Stunden-Betrieb oft Schwierigkeiten bereitet. Im personellen Bereich mussten alle Arbeiter geschult, und die Abläufe neu definiert werden. Sehr wichtig ist auch – aufgrund der hohen Seuchengefahr – das Impfprogramm zuverlässig durchzuführen. Durch Rinderimporte aus der Schweiz und aus Dänemark und der geschickten Kreuzung von Brown Suisse mit Holsteiner und Jersey konnte ein robuster und leistungsfähiger Tierbestand von 2000 Kühen und 1500 Rindern und Kälbern aufgebaut werden. In den letzten Jahrzehnten war es lukrativ in Russland Milchproduktionsbetriebe mit entsprechendem Absatz zu betreiben. Aber auch hier geht’s in punkto Milchpreis nicht immer aufwärts. Nichtsdestotrotz setzt die Politik Putins nach wie vor auf Mega-Farms wie auf das Erfolgsprojekt Bogdarnia-Rhodestova-Vasbushka. Urs Wichser, der auch nach zwei Jahrzehnten immer noch Feuer und Flamme für die Russlands Möglichkeiten ist, hat aber vorallem eins im Auge: Bodenständige Zuchtziele, welche Leistung, Fruchtbarkeit, und allgemeine Gesundheit von Euter, Beinen und Klauen, umfassen.

(OriginalMeldung, Autorin: Gabi Corvi)

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