KULTURPREIS FÜR RAPPERSWILERIN NELLY BÜTIKOFER

St.Gallische Kulturstiftung verleiht drei Förder- und Anerkennungspreise. Einer davon  geht an die Rapperswiler Choreografin und Tänzerin Nelly Bütikofer.

Am Freitag, 17. Mai 2019, verleiht die St.Gallische Kulturstiftung in der Alten Fabrik in Rapperswil einen Förderpreis in der Höhe von 10’000 Franken an die in Buchs aufgewachsene Doris Büchel. Zwei Anerkennungspreise von je 15’000 Franken gehen an die Rapperswiler Choreografin und Tänzerin Nelly Bütikofer sowie an den Musiker und Komponisten Francisco Obieta aus Au im Rheintal.

Die klassisch ausgebildete Tänzerin Nelly Bütikofer belebt seit über fünfzig Jahren als innovative Künstlerin die Tanz- und Theaterszene. Die einstige Pionierin im zeitgenössischen dramatischen Tanz wohnt in Rapperswil-Jona und ist bis heute in unzähligen Theaterhäusern und unkonventionellen Räumen präsent. Sie steht noch selbst auf der Bühne, choreografiert mit ihrer eigenständigen Handschrift ihre Formationen, führt Regie, spielt mit Musik und Literatur und ermöglicht uns stets neue sinnliche Zugänge zu allen Genres, die sie in ihren Projekten überraschend vereint. Nelly Bütikofer ist auch künstlerische Leiterin des von ihr 1995 gegründeten «Fasson Theater» und belebt die freie Tanzszene mit jährlich neuen Werken. Ihre Kompositionen, wie sie ihr getanztes Bühnenschaffen nennt, sind mutig, feinfühlig, inspirierend und erzählen von heiteren Zugängen zu tiefgründigen Themen und Sinnfragen, die sie mit ihrem intuitiven Tanzspürsinn sichtbar macht. Mit ihrer aktuellsten Produktion «Mich wundert, dass ich so fröhlich bin» feiert sie diesen April Premiere. Mit dem Anerkennungspreis 2019 ehrt die St.Gallische Kulturstiftung die Tänzerin und Choreografin Nelly Bütikofer für ihr grossartiges und breitgefächertes Lebenswerk.

Der zweite Anerkennungspreis geht an den aus Argentinien stammenden und im Rheintal beheimateten Musiker Francisco Pablo Obieta. Geprägt von der argentinischen Musikkultur des Tangos bringt er in unseren Breitengraden viele noch unbekannte musikalische Emotionen zur Aufführung. Ob als Solist am Kontrabass, als Dirigent oder Arrangeur – er bewegt sich stets zwischen Tradition und Avant Garde. Als Komponist hat Obieta mehr als vierzig Werke hervorgebracht, die von Kammer- und Orchestermusik, sakralen Kompositionen bis zur Oper, wie die 2008 vom Theater St.Gallen uraufgeführte «Destino Tango», reichen. Als Orchesterleiter und Dozent inspiriert er Jugendliche wie Senioren, Professionelle wie Laien mit seiner unermüdlichen Leidenschaft für die Musik und führt sie zu mitreissenden Interpretationen. Zudem hat er als Musikpädagoge mehrere pädagogische Werke herausgebracht, die zu Standards für Kontrabassisten geworden sind. Für sein umfassendes und vielfältiges Wirken wird er nun von der St.Gallischen Kulturstiftung gewürdigt.

Die 1971 in Buchs geborene und aufgewachsene Doris Büchel ist freischaffende Journalistin und Herausgeberin der «Edition Onepage», dem Literaturmagazin für die Wand im Plakatformat A1. Das Magazin erscheint fünf Mal im Jahr und bietet beim Auseinanderfalten immer eine Überraschung. Kein Magazin gleicht dem andern, jede Ausgabe wird mit einem anderen Team von Autoren/innen und Gestaltern/innen kreiert. Seit drei Jahren verfolgt Doris Büchel ihre Idee: Das Gestalten und Darstellen eines literarischen oder essayistischen Textes und eines Gedichtes auf einer Seite. Dabei steht für sie die Einheit von Sprache, Gestaltung, Druck und Papier im Vordergrund. Die grosse Faszination für die gestaltete Sprache überträgt sich sofort. Sie versteht es auf eine feinfühlige Art, die Leserschaft mit den Augen und dem Geist in den Bann zu ziehen. Für die eigenwillige Zusammenführung literarischer und gestalterischer Elemente auf „Onepage“ verleiht die St.Gallische Kulturstiftung Doris Büchel einen Förderpreis.

St.Gallische Kulturstiftung
Die St.Gallische Kulturstiftung zeichnet mit der Vergabe von Förder-, Anerkennungs- und Kulturpreisen besondere Leistungen aus. Dabei legt der Stiftungsrat Wert auf die Berücksichtigung verschiedener Regionen und Themen. Das Spektrum reicht vom Brauchtum bis zur Wissenschaft, von der bildenden Kunst bis zum Naturschutz. Neben diesen jährlich vergebenen Preisen wird alle drei Jahre der «Grosse Kulturpreis der St.Gallischen Kulturstiftung» verliehen. Dies wird im kommenden Dezember 2019 wieder der Fall sein.

(OriginalMitteilung, Autorin: Corinne Schatz, Präsidentin St.Gallische Kulturstiftung)

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