KANTON WILL ENERGIE UND CO2 SPAREN

Bis im Sommer soll ein neues Energiegesetz entwickelt werden. Darin sollen die zustimmenden und ablehnenden Meinungen berücksichtigt werden, die der erste Entwurf der Regierung provoziert hat.

Der Kanton St.Gallen hat sein Energiegesetz weiterentwickelt. 2018 schickte die Regierung den Gesetzesentwurf in die Vernehmlassung. Die Reaktionen auf den Gesetzesentwurf fielen gegensätzlich aus. Bis im Sommer 2019 soll eine Vorlage erarbeitet werden, welche die eingegangenen Forderungen angemessen berücksichtigt.

Insgesamt sind im September und Oktober letzten Jahres 66 Vernehmlassungsantworten eingegangen. Die Antworten waren sowohl zustimmend wie auch kritisch oder ablehnend. Die häufigsten Kritikpunkte betrafen die Fristen für den Ersatz von zentralen Elektrowiderstandsheizungen und Elektroboilern, die Anforderungen für den Ersatz fossiler Heizungen und den Umgang mit Biogas.

Das Baudepartement wird in den kommenden Monaten Gespräche mit den Anspruchsgruppen führen, um auszuloten, wie die gegensätzlichen Vernehmlassungsantworten in der Vorlage angemessen berücksichtigt werden können. Im Sommer dieses Jahres soll der VI. Nachtrag des Energiegesetzes der Regierung zur Verabschiedung an den Kantonsrat vorgelegt werden. Im November dieses Jahres soll die erste Lesung im Kantonsrat stattfinden.

Das Energiegesetz soll nach zehn Jahren dem Stand der Technik angepasst werden. Der Energiebedarf für Heizen, Warmwasser, Lüftung und Klima soll mit dem neuen Gesetz möglichst gering sein. Weiter soll der Anteil erneuerbarer Energien erhöht werden und neue Gebäude sollen selbst Strom erzeugen. Schliesslich sollen mit dem angepassten Gesetz die Vorschriften über die Kantonsgrenzen hinweg möglichst harmonisiert werden.

Der Wärmebedarf der Gebäude konnte dank des technischen Fortschritts gesenkt werden. Da zwei Drittel der Gebäude im Kanton St.Gallen mit Heizöl und Gas beheizt werden, verursachen sie aber immer noch knapp einen Drittel des CO2‑Ausstosses. Im Mai 2017 nahm das Volk das revidierte eidgenössische Energiegesetz an. Das Gesetz verlangt eine weitere Verminderung des Energieverbrauchs. Mit der Anpassung der energetischen Bauvorschriften im kantonalen Energiegesetz leistet St.Gallen einen konkreten Beitrag an die Umsetzung der Energie- und Klimapolitik des Bundes.

Energetische Erneuerungen lohnen sich auf mehreren Ebenen: Die Erneuerungen erhalten den Wert der Bausubstanz, sparen Energie, verbessern den Wohnkomfort und die Raumluftqualität oder schützen vor Lärm. Der VI. Nachtrag zum Energiegesetz stärkt zudem die lokale und regionale Wirtschaft. Von energetischen Gebäudemodernisierungen profitieren neben den Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern vor allem die Bauwirtschaft, ihre Zulieferer und das Haustechnikgewerbe. Die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energie, beispielsweise aus Holz oder der Sonne, schafft regionale Impulse. Schliesslich erhöht sich mit der regionalen Energieproduktion die Wertschöpfung der einheimischen Energiewirtschaft und vermindert gleichzeitig die Abhängigkeit vom Ausland.

Top