KANTON FEIERT DIE WÄLDER

«Im Wald findet gute Bildung statt» schreibt die St.Galler Regierung zum diesjährigen Tag des Waldes.

Der Wald ist ein idealer Spiel-, Lern- und Erlebnisraum. Regierungsrat Bruno Damann betonte beim Baumwipfelpfad Neckertal die besondere Bedeutung des Waldes für die Natur- und Waldpädagogik. Im Vorschulalter und in der Volksschule ist die Naturpädagogik mittlerweile ein fester Bestandteil der Ausbildung.

In seinem Grusswort wies Regierungsrat Bruno Damann auf die spezielle Bedeutung der Waldpädagogik hin. Im Wald gebe es viel zu erleben, zu erfahren und zu erkunden. Die Vermittlung von möglichst viel Waldwissen sei an sich nicht die Grundvoraussetzung, dass solche Naturerlebnisse im Wald gelingen. Es gehe vielmehr darum, Lernerlebnisse zu ermöglichen, die Neugier zu wecken und die Freude an der Natur zu stärken. Das Alles lasse der Wald zu und der Wald biete sich deshalb als idealer Spiel-, Lern- und Erlebnisraum geradezu an.

Zum Tag des Waldes 2019 konnte Kantonsoberförster August Ammann beim Baumwipfelpfad in Mogelsberg rund fünfzig Gäste aus Politik, Bildung und Waldwirtschaft begrüssen. Das Kantonsforstamt nimmt den internationalen Tag des Waldes jedes Jahr zum Anlass, die Leistungen des Waldes in den Fokus zu stellen. Heute steht die Bildung im Zentrum.

Unter Anleitung von Nikolaus Fankhauser, Förster der Waldregion 5 Toggenburg, zeigte die 4./5. Kasse der Primarschule Mogelsberg von Daniel Morger anschaulich, wie vielfältig der Wald als Lernort ist. Im Wald können Kinder ihre Grenzen ausloten und Naturerfahrungen mit allen Sinnen sammeln: Tasten, Hören, Sehen, Riechen und Schmecken stehen im Zentrum, denn der Wald hat in Sachen Sinneserlebnisse ein fast unerschöpfliches Arsenal zu bieten. Dabei ist der Wald ein spezieller Lehrmeister. Der Wald trägt uns sein Wissen nicht einfach vor – wie das zum Beispiel beim Frontalunterricht in der Schule der Fall ist. Der Wald macht uns aber neugierig und weckt das ganzheitliche Lernen. Diese Erfahrungen haben das Potenzial, ein Leben lang erhalten zu bleiben.

«Das letzte Kind im Wald» ist ein Buchtitel, mit dem Michael Obendrauf von der Pädagogischen Hochschule St.Gallen die anwesenden Gäste und Fachleute konfrontierte. Ist es bald soweit, dass die Kinder und Jugendlichen die Umwelt kaum mehr wahrnehmen und nur noch auf den Bildschirm starren, zu Hause am PC oder auf dem Smartphone? Unser Umfeld habe sich in den letzten Jahren stark verändert. Obendrauf nahm Bezug auf den aktuellen Lehrplan der Volksschule des Kantons St.Gallen. Im Fachbereich Natur, Mensch und Gesellschaft seien ausserschulische Lernorte speziell erwähnt. Der frei zugängliche Wald sei in unserer dicht besiedelten und intensiv genutzten Umgebung einer der letzten Ort von Freiheit und «Abenteuer». Dieser Aspekt werde zunehmend wichtiger in einer Welt, in welcher viele Kinder rund um die Uhr behütet werden.

Und gerade der Baumwipfelpfad Neckertal (Titelbild) ist so ein Platz, wo sich gute Bildung im Wald lustbetont und spannend erleben lässt. Der Wald wird auf Augenhöhe mit den Bäumen in einer ganz neuen Dimension erlebt. Regionalförster Christof Gantner wies darauf hin, dass der 21. Marz der Frühlingsanfang sei, was bereits heute gut an den Knospen der verschiedenen Baumarten zu sehen sei. Beim Baumwipfelpfad gibt es an über 30 verschiedenen Lern- und Erlebnisstationen viel über den Wald und die Natur zu erfahren, zum Beispiel über die verschiedenen Gerüche im Wald. Die Nadeln der Douglasie riechen zitronig. Der Duft der Arve ist beruhigend. An diesem herrlichen Frühlingstag war es eine leichte Aufgabe, die Sinne der Teilnehmer anzusprechen und sie von der Bedeutung des Waldes für die Naturpädagogik zu überzeugen, denn im Wald kann man wirklich gut lernen.

(OriginalMitteilung, Autor: Staatskanzlei St.Gallen)

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