GROSSARTIGES STATISTIKWERK ÜBER ST.GALLEN ERSCHIENEN

Das St. Galler Rheintal ist vielerlei Hinsicht Spitze, das Toggenburg dagegen abgehängt und das Linthgebiet liegt  bei vielen zukunftsträchtigen Themen irgendwo zwischen diesen beiden Extremen. Was man als aufgeweckter Zeitgenosse vermutet, wird vom St. Galler Amt für Statistik eindrücklich mit einem umfassenden Bericht belegt.

In der Sprache der Fachleute und der von ein paar Politikern heissen die Unterschiede und Ungleichgewichte zwischen den Regionen: «Regional Disparitäten». Für die Gestaltung der Zukunft ist es wichtig, zu wissen, was wo wie gut funktioniert und aus diesem Grund hat der Regierungsrat das Amt für Statistik beauftragt, eine umfassende Standesaufnahme zu erstellen. Diese ist nun erschienen und online verfügbar: StatistikAktuell_67-2018_RegionaleDisparitaeten_Internet

Das Linthgebiet sticht in ein paar Punkten hervor: Hier sind die Steuern für verheirate Paare mit zwei Kindern am tiefsten; im Lintgebiet arbeiten prozentual mehr Frauen als in andere Regionen; die Menschen aus dem Linthgebiet ziehen weniger in andere Schweizer Regionen; die Wohnungsmieten sind nirgends so hoch wie hier.

Das Statistikwerk über den ganzen Kanton St. Gallen umfasst aber auch Themen wie Bildungsgrad, Ausländeranteil, Anzahl Unternehmensgründungen, Stärke bei technologieintensiven Industrien, Warenexporte ins Ausland oder Jugendarbeitslosigkeit.

Wer sich für das Linthgebiet, seine Stärken und Schwächen im Vergleich zum Kanton interessiert, findet in diesem neuen Standardwerk eine grosse Fülle von Informationen.

(Linth24/MAL)

Und so beschreibt der Kanton sein Werk:

Bericht zu den regionalen Disparitäten im Kanton St.Gallen – Wie gross sind die regionalen Unterschiede?

Die Frage nach der Existenz regionaler Unterschiede und ihrer Veränderung im Zeitverlauf ist ein zentraler Ausgangspunkt für Entscheidungen über regionalpolitische Aktivitäten. Aus diesem Grund hat das Volkswirtschaftsdepartement die Fachstelle für Statistik beauftragt, diese Frage für die St.Galler Regionen der Neuen Regionalpolitik (NRP) aus statistischer Sicht zu beantworten. Ergebnis dieses Auftrags ist der Bericht «Regionale Disparitäten im Kanton St.Gallen: Die Regionen der Neuen Regionalpolitik im Vergleich», der als Ausgabe Nr. 67 in der Publikationsreihe «Statistik Aktuell» der kantonalen Statistik erschienen ist.

Die Neue Regionalpolitik und ihre Umsetzung im Kanton St.Gallen werden im Bericht kurz vorgestellt. Den Hauptteil des Berichts bilden statistische Informationen zur Frage, welche regionalen Unterschiede, sogenannte regionale Disparitäten, in zentralen Bereichen von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft zwischen den Regionen der Neuen Regionalpolitik (NRP-Regionen) im Kanton St.Gallen bestehen. Der Perimeter von vier dieser sechs Regionen ist praktisch deckungsgleich mit den Wahlkreisen. Zwei der sechs Regionen umfassen jeweils zwei Wahlkreise und zwei Regionen erstrecken sich über die Kantonsgrenze hinaus.

Bericht zeigt breites Entwicklungsbild der Regionen auf
Im Bericht wird beleuchtet, ob sich die Disparitäten zwischen den NRP-Regionen im Zeitverlauf eher verstärkt haben oder ob eine Annäherung stattgefunden hat. Insgesamt wird zu sieben Themenbereichen anhand von 34 Indikatoren ein breites Bild über Stand und Entwicklung der regionalen Disparitäten gezeichnet. Neben Erwartbarem tritt hierbei auch manch überraschendes Ergebnis zutage. So wurden beispielsweise 2016 im Toggenburg die höchsten Bauinvestitionen pro Kopf getätigt, nachdem diese lange Zeit auf dem tiefsten Niveau der sechs Regionen lagen. Den höchsten Anteil Know-how-intensiver Unternehmensneugründungen erreichte während der Jahre 2013 bis 2015 nicht etwa die Region St.Gallen, sondern die Region Sarganserland-Werdenberg. Und schliesslich betrug im Zeitraum 2014 bis 2016 die Erwerbsbeteiligung der Frauen ohne grössere regionale Unterschiede etwa 80 Prozent.

Periodisch aktualisierte Grundlage für regionale Strategieentwicklungen
Der Bericht wendet sich an die breite Öffentlichkeit, ist aber auch ein wichtiges Instrument für den Kanton, die Gemeinden und die Akteure in den NRP-Regionen. Zum einen werden die statistischen Informationen des Berichts in die Erarbeitung des neuen kantonalen NRP-Umsetzungsprogramms für die Periode 2020-2023 einfliessen. Zum anderen bietet der Bericht den regionalen Akteuren einen Ausgangspunkt zur Entwicklung von Strategien und Massnahmen.

Der Bericht ist eine Aktualisierung der gleichnamigen Berichte aus den Jahren 2010 und 2015, mit denen die regelmässige Berichterstattung zu Stand und Entwicklung der regionalen Disparitäten begann. Die nächste Aktualisierung des Berichts ist für das Jahr 2022 geplant.

Der Bericht ist öffentlich zugänglich
Der Bericht steht im kantonalen Statistikportal (www.statistik.sg.ch) kostenlos zum Download zur Verfügung. Gedruckte Fassungen können für 25 Franken bestellt werden (058 229 31 47).

(OriginalMitteilung, Staatskanzlei St. Gallen)

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