GENUSS MIT DIETIKER: PRESTIGETRÄCHTIGE STERNE

Was den Hollywood Stars die Oskars, sind den Köchen die Sterne des Guide Michelin! Wo leuchten sie im Linthgebiet?

Seit dieser Woche ist der alljährlich mit Spannung erwartete «Guide Michelin Schweiz 2019» im Handel erhältlich. Der Herausgeber qualifiziert sich selbst als Referenz unter den Gastronomieführern, da seine strengen Bewertungskriterien einheitlich sind für alle 30 Länder, in denen die «Sternenbibel» erscheint. Und tatsächlich präsentiert der Guide Michelin aktuelle, vielfältige Informationen und Bewertungen, die für den Besuch eines Restaurants oder Hotels von Bedeutung sind.

Im Vergleich dazu ist die sogenannte San-Pellegrino-Rangliste der «50 besten Restaurants der Welt» eher eine Farce. Aus dem deutschsprachigen Raum findet man kaum Lokale; aus der Schweiz schafft es nur gerade Caminada mit Schloss Schauenstein in die «Mineralwasser-Bewertung».

Mittleres Erdbeben in Frankreich
Gleich drei Meister der Kochkunst fielen aus der französischen Michelin-Topwertung. Marc Veyrat Manigod (Savoyen), sein Pariser Kollege Pascal Barbot und der Elsässer Haeberlin mit seiner legendären Auberge de l’Ill müssen dieses Jahr mit nur noch zwei Sternen auskommen. Marc Haeberlin, der in zweiter Generation seit 30 Jahren die Höchstauszeichnung innehatte, soll mit Tränen in den Augen davon Kenntnis genommen haben…

Hingegen werden Legenden wie Paul Bocuse nahe Lyon immer noch mit drei Sternen beehrt, obwohl er seit Jahren nicht mehr zur Spitze gehört.

Im Gegensatz zu Frankreich behielten die «3-Sterne-Restaurants» der Schweiz ihre Höchstnote. In Basel Peter Knogl (Cheval Blanc), in Fürstenau Andreas Caminada (Schloss Schauenstein) und in Crissier Franck Giovannini (Hotel de Ville). Dolder-Koch Heiko Nieder am Zürichberg muss weiterhin warten für den anvisierten Dritten, dafür wurden neu das «focus» in Vitznau und der «Pavillon des Baur au Lac» in Zürich mit zwei Sternen ausgezeichnet.

Der bescheidene Sternenhimmel im Linthgebiet
Nachdem der Kunsthof in Uznach mit dem Pächterwechsel im Jahr 2016 aus dem Guide Michelin verschwand, fiel nun auch das «Pur» in Pfäffikon nach einem Konzeptwechsel aus der Sterne-Wertung. Erfreulich jedoch, dass Markus Gass im «Adler» in Hurden seinen Stern behält.

Aufgestockt wurden die «1-Sterne-Lokale» auf 105 in der Schweiz, das sind 21 mehr als 2018. Darunter findet man «Jakobs Esszimmer» in Rapperswil. Markus Burkhard wirtet seit drei Jahren am Hauptplatz und setzt mit Erfolg auf regionale Produkte. Die Michelin-Tester loben sein «kreatives, finessen- und facettenreiches Menu surprise».

Unabhängig von Sternen und Punkten berichten wir in der Linth24-Kolumne über Gaststätten in unserer Region. Im Bewusstsein, dass Geschmäcker verschieden sind und auch sein sollen. Wir zeigen auf, was uns besonders gefällt und behalten das Preis-Leistungsverhältnis im Auge.

Hansjörg Dietiker

 

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