GENUSS MIT DIETIKER: DAS SCHÄFLI IN UZNACH

Im etwas anderen Feinschmecker-Lokal im Städtli gibt’s keine Speisekarte, dafür genussvolles und regionales Essen. Bereits seit 15 Jahren setzt Tanja Büsser auf «Slow-Food».

Slow-Food entstand als Gegenbewegung zum uniformen, globalisierten Fastfood. Mit regionaler Küche und lokalen Produkten will die Schäfli-Wirtin ihre Gäste verwöhnen. Und so erfährt man dann auch bei jedem Gang, woher das alles stammt, was auf dem Teller liegt. Das ist besonders eindrücklich beim Käse… doch davon später.

Währschafter und familiärer Mittagstisch
Donnerstag und Freitag „gits,was es git» und so viel man mag. Also wird ein Suppentopf aufgetragen aus dem geschöpft werden kann. Danach eine Salatschüssel – selbstverständlich gartenfrisch – mit einer selbstgemachten Sauce. Dann folgt ein Stück Fleisch vom Bauernhof oder ein frischer Fisch vom Schmerkner Berufsfischer Wespe.

Je nach Saison kommt Gemüse, Kartoffeln (besonders fein der Gratin!), Reis oder Teigwaren dazu. Wasser und Obstsäfte im Krug stehen ebenfalls à discretion auf dem Tisch. Und da zum genussvollen Essen auch etwas Zeit gehört, serviert die Chefin zum Abschluss einen kleinen Hausdessert und einen Kaffee. Das alles kostet faire 30 Franken pauschal! Mit Bierbegleitung Fr. 35.–, mit Wein Fr. 40.–.

Viel Atmosphäre
Man findet das Schäfli fast zuoberst im Städtchen im Haus mit dem markanten Erker. Der Eingang liegt in der kleinen Seitengasse. In der wunderschönen, stimmungsvoll ausgestatteten Täferstube im 1. Stock fühlt man sich sofort wohl – ja zuhause. Für ein «tête à tête» oder eine vertrauliche Besprechung Erkertisch reservieren!

 

Abends hat der Gast die Wahl zwischen vier bis zehn Gängen à Fr. 15.–, wobei man nur beim Dessert weiss, ob es Süsses oder Käse sein soll. Als erstes erhalten wir ein dämpfendes Sellerie-Süppchen mit Birnen – den Knollen aus dem Klostergarten Sion, die Bio-Frucht von Helmuth Müller aus dem thurgauischen Neukirch.

Darauf folgt ein knackiger Zuckerhut-Salat (ebenfalls Kloster Sion) mit Tessiner Kaki, Baumnüssen und selbstgemachtem Essig. Meine Begleitung fährt mit Zürichsee-Trüschen mit Apfel, Spitzkabis und Sauerkraut mit Speck fort. Der leicht caramelisierte Kabis erhält den spontanen Kommentar: «Die perfekte Kombination mit dem Fisch!»

Ich geniesse die Albeli und Felchen im Butter – auch vom Berufsfischer Wespe.

Die nächste Überraschung auf unseren Tellern ist ein chüschtiges Teil vom Toggenburger Säuli mit regionalen Beilagen. Und dann brauchen wir eine Pause…

Krönender Abschluss und Ausblick
Denn man sollte unbedingt etwas Reserven haben, wenn man zum Nachtisch Käse wählt. Es ist nämlich nicht nur ein Käsebrett oder –wagen, nein neben der Gaststube wartet ein ganzes Zimmer voller gereifter Käse auf den Liebhaber. Mindestens 50 Hart- und Weichkäse von Kuh, Schaf und Ziege verströmen überwältigende Aromen. Und die Chefin kennt jede Herkunft… En Guete!

Dietikers Tipps

  • Das Schäfli ist abends Mittwoch bis Samstag ab 18 Uhr geöffnet. Sonntagsmenu auf Reservation (11.30 – 17 Uhr).
  • Vollmond-Treff ab 19 Uhr hinter dem Haus im lauschigen Garten (nächstes Mal 21. März). Es gibt Leckeres vom Feuerring und Süffiges von der Vollmond-Bar. Findet bei jeder Witterung statt, ausser es hagelt Katzen oder es schneit Eisblöcke.
  • Für Fleischliebhaber folgt dann der Tartar-Abend am 22. März.
  • Und für den grünen Daumen gibt’s am ersten Mai-Wochenende den (Bio) Setzlingsmärt im Gartenrestaurant (je 10 bis 16 Uhr).
  • Sonderangebot zum Muttertag am 12. Mai: 4-Gang-Mittagesmenu à Fr. 45.–. Telefon 055 290 26 90.

Hansjörg Dietiker


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