FUSIONIERTE UNIHOCKEYANER

Die beiden Unihockeyvereine Hurricanes Glarnerland und der UHC Weesen gehen in Zukunft gemeinsame Wege. Der Verein heisst neu Hurricanes Glarnerland Weesen. Gründe für die Fusion gibt es viele.

Der Gesprächstermin war eigentlich nur mit dem Präsidenten der Hurricanes Glarnerland Tobias Meyer vereinbart. Zu diesem erschien er aber gemeinsam mit Romy Baumann, Kassierin des UHC Weesen. «Damit wir beide Seiten schildern können», erklärt er. Ein deutliches Zeichen, denn die beiden gehen in Zukunft gemeinsame Wege. Also nicht Tobias Meyer und Romy Baumann privat, sondern«ihre» jeweiligen Unihockeyvereine. Denn Ende Mai fand die Hochzeit der Hurricanes Glarnerland und des UHC Weesen statt. Seit dem 26. Mai heisst der neue Verein nun Hurricanes Glarnerland Weesen. Ein logischer Schritt, wie beide erklären. «Es ist nicht der erste Versuch, den wir unternehmen. In den letzten Jahren scheiterte eine Fusion jeweils an einzelnen Mitgliedern, die nicht wollten», erklärt Romy Baumann.

Nun ist die Fusion ohne Nebengeräusche über die Bühne gegangen, bei beiden Vereinen herrschte Einigkeit, dass eine gemeinsame Zukunft die einzige sinnvolle Lösung ist. «Dass es gleich so reibungslos abläuft, hatten wir nicht erwartet. Wir haben zwar im Vorfeld bei denjenigen, die es unmittelbar betrifft, auf den Zahn gefühlt. Es gab keine Gegenstimmen, alle sahen den Vorteil darin», freut sich Romy Baumann über die gemeinsame Zukunft. «Zuvor hat man immer um die gleichen Leute gebuhlt, da es ein kleines Einzugsgebiet ist, dies fällt nun weg. Wir sind jetzt viel breiter aufgestellt.»

Erfolgreiches Pilotprojekt
«Wir können nur voneinander profitieren, dies war sicher der Hauptgrund für die Fusion», sagt Tobias Meyer. Die Weesner hatten in letzter Zeit mit fehlendem Personal zu kämpfen und konnten nur noch knapp je ein Aktivtea  stellen, sowohl bei den Herren wie bei den Damen. «Bei uns hat sich die Situation etwas anders präsentiert. Wir haben andere Ansprüche. Wir wollten in jeder Alterskategorie bei den Junioren ein Team stellen, waren aber auch da immer knapp an Leuten. Daher war eine Zusammenarbeit der beiden Vereine die einzige logische Konsequenz», erklärt der 27-Jährige. Bereits in der vergangenen Saison stellten die Vereine laut Romy Baumann ein gemeinsames Juniorenteam. «Ein Pilotprojekt quasi – ein erfolgreiches, wie wir erfreulicherweise bilanzieren können.»

Die Fusion macht nun vieles einfacher, denn die Spieler müssen nicht mehr vom einen zum anderen Verein transferiert
werden. «Das haben wir früher so gemacht und das war immer mit Aufwand verbunden, auch in finanzieller Hinsicht», so Tobias Meyer.

Ein Ausbildungsverein
Die Junioren sind es auch, welche dem Präsidenten und der neuen Vizepräsidentin besonders am Herzen liegen. «Wir wollen weiterhin ein Ausbildungsverein bleiben und die Junioren gezielt fördern», sagen sie unisono und die erste Anlaufstelle für Unihockeybegeisterte im Glarnerland, Weesen und im Gaster sein. Und damit sich niemand benachteiligt fühlt, finden die Trainings je einmal in Schwanden und in Glarus Nord oder Weesen statt. «Die Heimspiele werden aber für alle Aktivteams in Schwanden ausgetragen. Was für uns überhaupt kein Problem ist», so die Oberurnerin Romy Baumann.

Auch dass der Verein weiterhin Hurricanes heisst und das Logo und die Vereinsfarben bleiben, stellt für die 31-Jährige kein Problem dar. «Die Hurricanes sind im Unihockey etabliert, eine Namensänderung kam nie infrage. Etwas neues zu kreieren wäre sinnlos, wir wollen den Vorteil des Namens Hurricanes nutzen.»
Das einzige worauf sie pochten, war verständlicherweise, dass Weesen im Vereinsnamen integriert wird.

Noch keine Ziele definiert
Der neue Verein umfasst nun rund 260 Mitglieder, «wir sind auf einen Chlapf gewachsen und zu einem grossen Verein
geworden», sagt Tobias Meyer. Dies würde auch Arbeit mit sich bringen. «Wir müssen den Verein neu strukturieren, wie den Vorstand. Dieser umfasst fünf ehemalige Schwandner und drei Weesner», ergänzt Romy Baumann. Ein idealer Mix, wie beide finden. «Wir ergänzen uns gut und profitieren von den Ressourcen des anderen, auch in finanzieller Hinsicht», führt Meyer weiter aus. Daher haben sich die beiden auch noch keine konkreten sportlichen Ziele gesetzt. «Natürlich wäre es cool, in Zukunft die eine oder andere Liga höher zu spielen», so Meyer. Dies ist aber noch Zukunftsmusik.
«Dadurch, dass wir erst fusioniert haben, müssen wir die Ziele erst noch ausarbeiten und untereinander besprechen, wohin wir wollen. Wir sind noch ganz am Anfang», ist sich Romy Baumann bewusst. Um von einer Fusion nachhaltig zu profitieren, braucht es Geduld und Zeit, wie das Beispiel FC Linth 04 zeigt. Der Fussballklub entstand vor 14 Jahren aus dem FC Näfels und dem FC Niederurnen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich der FC Linth mittlerweile zum mit Abstand grössten und erfolgreichsten Fussballverein der Region gemausert. Die abgelaufene Saison war die beste seit Bestehen. Die Hurricanes Glarnerland Weesen haben also noch Zeit, an einer gemeinsamen und erfolgreichen Zukunft zu basteln. «Und dazu ist jeder herzlich willkommen. Einfach bei uns reinschauen und mittrainieren», sagt Romy Baumann mit einem Lachen abschliessend.

(OriginalMeldung, Autor: Paul Hösli

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