ERFRISCHENDE MUSIKGESELLSCHAFT SCHMERIKON

Kraftvoll, Emotionsreich und mit viel Freude konzertierte die Musikgesellschaft Schmerikon am Samstagabend in der Pfarrkirche. Der neue Dirigent gab sein Debüt.

Die Schwierigkeiten im Vorfeld waren beachtlich, aber sie konnten gelöst werden. Noch vor wenigen Jahren hatte die MG Schmerikon gegen 40 Mitglieder. Eine Zahl die sich inzwischen halbiert hat. Um ein Jahreskonzert präsentieren zu können, helfen Musikkameraden aus der Gegend. Für den Dirigenten war es nicht leicht, konzertante Lektionen für einen Konzertabend zu finden, da er erst vor einem halben Jahr die MG Schmerikon übernommen hat.

Doch der Wunsch des Dirigenten und der Musikanten etwas Neues zu wagen, zahlte sich am Winterkonzert in der Pfarrkirche aus. So wurde der Auftritt eines Alphorntrios eingebaut. Ein Konzert ist erst ein Konzert, wenn zuerst ein Marsch gespielt wird. Die Aktivmusikanten entschieden sich für den „Ravanello Marsch“ Ein Konzertmarsch wie ihn auch die Musikfreunde lieben. Aus dem Film „The Mission“ wurden schöne Morricone’s Melodyen von Roland Kernen zusammengestellt. Herausgestochen hat Martin Dieziker mit seinem Trompeten-Solo. Eine Polka sorgt immer für eine gewisse Beschwingtheit und wenn sie wie die „Wachtel Polka“ aus der Feder von Karl Vacek stammt, erinnert sie an den Böhmerwald.

Die Umstellung von leichter Klassik zu konzertanten Werken wie die „Kleine Ungarische Rhapsodie“ bewältigten die Musikantinnen und Musikanten mit viel Spielfreude. Dirigent Robert Buza holte Kraft und sorgte für verschiedene Tempi bei der ungarischen Folklore. Die Zuhörer fühlten sich wohl in der Puszta oder bei einem Czardas. Den ansprechenden Schwierigkeitsgrad den Georges Bizet in „Musik from Carmen“ abverlangte, meisterte die Musikgesellschaft mit Bravour. Der Vortrag beinhaltete Temperament, Kontraste, Fröhlichkeit und Ruhe, trotz der Vorstellung eines Stierkampfes.  Der Marsch „Louenesee“ ist bekannt geworden von der Gruppe „Span“ und weicht eher in Richtung Evergreen ab. Im „Pasadena“ von Jakob de Haan präsentierte sich in zwei verschiedenen Teilen mit aussagekräftigen Kontrasttiefen. Die Melodien zogen sich von Swing über Latin bis Rock voller Rhythmus. Wenn die Konzentration beim Dirigenten, Musikantinnen und Musikanten nach einer Stunde Spielzeit nachlässt, ist der Konzertmarsch „Salemonia“ das letzte Feuer, wurde hier auch als Feuerwerk präsentiert. Das begeisterte Publikum forderte am Schluss Zugaben. Dirigent Robert Buza legte nochmals einen Zahn zu mit einem rassigen Marsch, den die Zuhörer mit stehendem Applaus verdankten.

Um den Musikanten eine Pause zu gönnen, luden sie das Alphorntrio Eschenbach ein. Walter Bollhalder, Fredy Güntensperger und Toni Fistarol erfreuten die Zuhörer mit ihrem feinen, harmonischen Zusammenspiel. Traditionelle Kompositionen wie „Bim Raaftkappalli“, „Rhone-Blues“, „Mir-isch-glich“ tönten durch die Pfarrkirche. Ivo Dieziger begrüsste und verabschiedete die vielen Blasmusikfreunde. Durch den Programmteil führte Philipp Müller. Er hat kürzlich die Aufnahmeprüfung der Swiss Army Central Band der Schweizer Armee bestanden. Zum gemütlichen Ausklang wurden die Konzertbesucher ins Pfarreizentrum eingeladen.

Werner Hofstetter

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