ENERGIEALLIANZ LINTH FÜR LINTHWIND

Der Vorstand der Energieallianz Linth ist aufgrund der Resultate des Umweltverträglichkeitsberichtes und der Dringlichkeit der Klimaproblematik überzeugt, dass die Weiterverfolgung des Projektes Linthwind grosse Vorteile für die Allgemeinheit bringt.

Der Klimawandel ist auch bei uns angekommen: Hitzesommer, ausgetrocknete Böden, Murgänge, Überschwemmungen, Gletscherschmelze, usw. Ursache dieser Entwicklung ist der von Menschen verursachte Ausstoss von Treibhausgasen. In der Schweiz sind Zweidrittel dieser Emissionen energiebedingt, d.h. sie stammen aus der Verbrennung von Oel, Gas, Benzin, Diesel und Kerosin. Die wirkungsvollsten Massnahmen gegen eine Klimakatastrophe beinhalten deshalb eine Veränderung unserer Energieversorgung. Mit Wärmepumpen für Gebäude und elektrischen Antrieben für Auto und Lastwagen sind technische Lösungen bekannt und verfügbar. Damit kann 80% der fossilen Energie durch Strom ersetzt werden. Zusammen mit der erwarteten Bevölkerungszunahme und dem Wirtschaftswachstum wird dies zu einem Mehrbedarf an Strom in der Grössenordnung von 30 bis 40% führen.

Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze als Chance
Da auch unsere Nachbarn von fossilen Energien zu strombasierten Technologien wechseln müssen, können wir nicht einfach davon ausgehen, dass der Mehrbedarf importiert werden kann. Aus Gründen der Versorgungssicherheit ist es deshalb sinnvoll, den Mehrbedarf an Strom im Inland zu produzieren. Als zusätzlicher grosser Vorteil bleibt auch die Wertschöpfung grösstenteils in der Schweiz, was viele zusätzliche Arbeitsplätze in der Schweiz schaffen würde. Wir geben derzeit jedes Jahr 11.5 Mia. Franken für den Kauf von fossilen Energien aus.

Wir haben die Technologien und die Potentiale für die Selbstversorgung
Der Mehrbedarf an Strom kann in der Schweiz aus einheimischen erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden. Den grössten Teil mit Photovoltaik, aber auch mit Windenergie. Die Kombination von Photovoltaik und Windenergie ist optimal, denn Strom aus Windkraft fällt vor allem im Winter und in der Nacht an, also genau dann, wenn Photovoltaik wenig oder keinen Strom liefert. Durch die Kombination der beiden Technologien muss weniger Strom zwischengespeichert werden, was die Gesamtkosten verkleinert.

Rentable Investition
Ob Wasserkraft, Biogas, Photovoltaik oder Windenergie: Alle neuen Anlagen zur Stromerzeugung rentieren unabhängig von der Technologie dank Beiträgen vom Bund, z.B. der kostendeckenden Einspeisevergütung KEV. Bereits heute fliessen aus der KEV – primär für Strom aus Wasserkraft – jedes Jahr ca. 18 Mio. Franken in den Kanton Glarus. Die geplanten Windkraftwerke könnten ebenfalls von der KEV profitieren und würden diesen Betrag erhöhen.

Was wäre, wenn alle so entscheiden wie wir?
Wenn die Gebäudebesitzer sagen «ich bin grundsätzlich für Photovoltaik aber auf meinem Gebäude passt es mir jetzt gerade nicht» oder wenn die Regionen mit Windvorkommen sagen «wir sind grundsätzlich für Windenergie aber nicht bei uns», dann erreichen wir die oben erwähnten Ziele und Vorteile nicht. Wenn wir eine Klimakatastrophe verhindern wollen, müssen wir rasch wirksame Massnahmen ergreifen – und zwar auch bei uns. Die Leitfrage muss lauten «Was wäre, wenn alle so entscheiden wie wir?».

Allgemeinwohl oder Schutz von Einzelinteressen?
In der engräumigen Schweiz gibt es beim Bau von neuer Infrastruktur immer auch betroffene Personen. Dass sich die Betroffenen dagegen wehren, ist legitim und verständlich. Letztendlich muss aber das Allgemeinwohl (in diesem Falle der Schutz vor der Klimakatastrophe, die Versorgungssicherheit mit Strom, Wertschöpfung und Arbeitsplätze) den negativen Effekten auf einzelne Betroffene gegenübergestellt und gewichtet werden.

Der Vorstand der Energieallianz Linth ist aufgrund der Resultate des Umweltverträglichkeitsberichtes zum Projekt Linthwind und der Dringlichkeit der Klimaproblematik überzeugt, dass die Weiterverfolgung des Projektes Linthwind grosse Vorteile für die Allgemeinheit bringt. Windkraftanlagen sind eine sehr effiziente und äusserst ökologische Technologie zur Stromerzeugung. Freuen wir uns, dass wir in der Linthebene Windenergie nutzen können und leisten wir unseren Beitrag für ein neues, nachhaltiges Energiesystem in der Schweiz.


Zur Energieallianz Linth:
Die Energieallianz Linth ist ein unabhängiger, nicht gewinnorientierter Verein mit dem Ziel, den Anteil an lokal produzierter Energie im Kanton Glarus und in der Linthebene bis und mit Rapperswil-Jona zu erhöhen. Dazu soll einerseits die Energie effizienter genutzt und andererseits soll vermehrt erneuerbare Energie in der Region produziert werden. Dies verringert die Abhängigkeit vom Ausland und schafft regionale Arbeitsplätze.

OriginalMitteilung, Autor: Jürg Rohrer, Präsident Energieallianz Linth


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