CHANDIRAMANIS BÖRSENWOCHE NR 16

Der Finanzanalyst Christopher Chandiramani aus Jona legt für Linth24 jeweils zum Wochen-Ende seine Erkenntnisse dar. Dieses Mal nach einer kurzen Woche. Die Einschätzungen sind geprägt von jahrzehntelanger Erfahrung. 

In der verkürzten Karwoche vor Ostern veränderten sich die Aktienkurse nur wenig. Auf internationaler Ebene waren der US-Bericht Mueller und das Wachstum in Asien zweitweise Themen in den Medien, aber kaum mit Auswirkungen auf die Märkte. Tiefe Zinsen und aufkommende Gerüchte bezüglich einer Erhöhung der Negativzinsen der Nationalbank schwächten den Schweizerfranken etwas ab, bzw. trugen in vergangenen Tagen zur Erholung von US-Dollar und Euro bei. Zwischenberichte von Nestlé und Roche waren ebenfalls kaum börsenrelavant. Etwas auffälliger war die Kurserholung einiger High-Tech Aktien (z.B. VAT, AMS usw.), die bei der letzten Börsenkorrektur überdurchschnittlich gelitten hatten. Die neuen Papiere des Eisenbahnbauers Stadler Rail starteten bereits letzte Woche rasant an der Börse (Ausgabepreis Fr. 38) und konnten sich die ganze Folgewoche auf hohem Niveau halten. Nicht ganz mithalten konnte ein anderer Börsenneuling, Alcon, dieser schwächte sich etwas ab im Zuge marginal schwächerer Pharmawerte..

Beim Milchproduzenten Hochdorf wurde ein starker Gewinneinbruch im Vorjahr 2018 dem Verwaltungspräsidenten zum Verhängnis. Den Aufstand der Aktionäre überstand er nicht und wurde von der Generalversammlung abgewählt. Auch beim Technologiekonzern ABB kam es Mitte der Woche zum abrupten Abgang von CEO Ulrich Spiesshofer und die Ablösung durch Peter Voser. Ein nachträglicher starker Aktienkursanstieg nach dem Führungswechsel bei beiden Unternehmungen ist offenbar kein Kompliment für die abtretenden Chefs.

Die Aktien der Schweizerischen Nationalbank SNB werden auch an der Schweizer Börse gehandelt und sind immer wieder Objekt von Spekulation. Offenbar ist das Milliardenvermögen für gewisse Börsianer attraktiv und weckt entsprechende Fantasien. Nicht umsonst hat die SNB der Ruf des «grössten Hedgefonds der Welt». Aber aufgrund der Spezialgesetzgebung gibt es bei einer allfälligen, momentan sehr unwahrscheinlichen Liquidation für den Aktionär höchstens den Nennwert (Fr. 100) und eine bescheidene Dividende von Fr. 15 zurück, dies als Anteil vom Unternehmenswert.

Diese Woche war in unserer Region die Generalversammlung der Bank Linth, gute Aussichten für die Regionalbanken wurden vorhergesagt. Für die meisten Branchen sind die Aussichten noch positiv, auch wenn von der gesamten Weltwirtschaft eine gewisse Konsolidierung erwartet wird. Das spricht grundsätzlich nicht gegen ein besseres Börsenjahr als im Vergleich zu 2018. Auch Politik, Währungen und Zinsen sollten in diesem Jahr relativ stabil und «börsenfreundlich» bleiben.

Christopher Chandiramani

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